Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März/April'24 -Südlicher Oberrhein

26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3+4 | 2024 REGIO REPORT   IHK Südlicher Oberrhein Antrittsbesuch imWelcome Center Freiburg » Jemanden hier heimisch werden lassen « E nde Januar waren Landrat Hanno Hurth vom Kreis Emmendingen und Kreiswirtschaftsförderer Michael Voigt, seit Jahresbeginn neu eingeführter Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesell- schaft des Landkreises Emmendingen, zu einem Antrittsbesuch im Welcome Center (WCC) in Freiburg. Seit Mai 2023 ist das Welcome Center eine etablierte Anlaufstelle für Un- ternehmen in der Region und für Fachkräfte, die hier Fuß fassen möchten. Der berufliche Alltag der Mitarbeiterin- nen umfasst die Beratungstätigkeit, Netzwerkarbeit und Öffentlichkeitsarbeit zu nicht reglementierten Berufen. Die Beratung erfolge überwiegend für KMU aus dem Hotel- und Gaststättenbereich, dem verarbeitenden Ge- werbe sowie Verkehr (Berufskraftfahrer). Insbesondere die Anzahl an Beratungen würde ansteigen, berichtet Sophie Figuerdo-Hardy, eine der drei Beraterinnen im Welcome Center. Bis zu einem Drittel der Anfragen von Unternehmen und Personen stammen aus dem Ausland – nahezu alle davon aus dem nichteuropäischen Ausland. Darunter sind die Länder Ukraine, Türkei und Indien am stärksten vertreten. Handirk von Ungern-Sternberg, Mitglied der Geschäftsleitung der Handwerkskammer Freiburg, weist beim Besuch des Landrats und des Wirtschaftsförderers auf den Bedarf bei der Anerkennungsbe- ratung hin: Im Ausland erworbene akademische Abschlüsse lassen sich in Deutschland eher einem Abschluss der dualen Ausbildung zuordnen. Das WCC berät ratsuchende Unternehmen und Fach- kräfte zu Anerkennungsverfahren und (beschleunigten) Verfah- ren zur Fachkräfteeinwanderung. Aufgabe des WCC kann dabei auch sein, unternehmensbezogene Anträge so weit vorzubereiten, dass diese entscheidungsbereit bei den Behörden eingehen. Simon Kaiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung IHK, betont aber auch, dass das WCC keine Personalvermittlung betreibe, was häufig auf Veranstaltungen angenommen werde. Ein Matching von Fachkräften und Betrieben finde in der Arbeits- verwaltung und bei der Zentrale Auslands- und Fach- vermittlung (ZAV) statt. Das WCC hat lediglich eine Lotsenfunktion inne. Der Vorort-Termin hinterlässt bei allen Anwesenden ein gutes Gefühl: die Zusammenarbeit funktioniere sowohl auf fachlicher wie auf der operativen Ebene sehr gut. Es besteht großes Interesse bei den Anwesenden, ihre Zusammenarbeit in übergreifenden Projekten zu vertiefen. Landrat Hurth fasst die Bedeutung des WCC zusammen: „Es hat etwas mit Mentalität und Denkweise zu tun, jemanden hier heimisch werden zu lassen.“ dg Mehr zum Welcome Center Freiburg unter welcomecenter- blackforest.de Das Welcome Center hat eine Lotsenfunktion für Unternehmen wie für internationale Fachkräfte Bilanz der Job-Start-Börse Freiburg Berufsinfos satt W ie setzt man Schweißnähte? Was macht ein Mechatroniker? Wie läuft eine Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann ab? Solche und ähnliche Fragen stellten die jugendlichen Besucher am IHK-Stand auf der Job-Start-Börse Anfang Februar und erhiel- ten nicht nur Antworten, sondern in Sachen Schweißnähte sogar Live-Unterricht: Jürgen Kimmig, Ausbilder im Bereich Metall bei der IHK-Akademie, hatte wieder sein digitales Schweißgerät am Start, an dem sich die Ju- gendlichen per VR-Brille ausprobieren könnten. Insgesamt 11.500 Besucher schafften es laut der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) als Veranstalter an den zwei Messetagen auf die Job-Start-Börse Freiburg und die Jobmesse Gesundheit & Pfle- ge in der Messe Freiburg. Mit 214 regionalen Ausbildungsbetrieben, berufsbildenden Schu- len und Anbietern dualer Studiengänge habe die Job-Start-Börse das gesamte Spektrum der Berufswelt abgebildet, stellt die FWTM fest. Auf der parallel stattfindenden Jobmes- se Gesundheit & Pflege präsentierten sich 31 Aussteller aus dem Gesundheitswesen, darun- ter Kliniken, Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Ausbildungsinstitutionen und Bildungsträger. Beim sogenannten Speeddating hatten inte- ressierte Bewerber zudem die Gelegenheit, ihr Wunschunternehmen ohne Anmeldung in einem zehnminütigen Gespräch von sich zu überzeugen. Als Gesprächspartner standen Ausbildungsleiter und Personalverantwortli- che von mehr als 52 Unternehmen zur Ver- fügung. Sie hatten rund 235 offene Ausbil- dungsstellen und 189 duale Studienangebote mitgebracht. uh Am IHK-Stand (o.) gab es nicht nur Infos für den Nachwuchs, sondern auch die Möglichkeit, beim digitalen Schweißen selbst Hand anzulegen (r.).

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