Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'24 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

44 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2024 25 Jahre Hewa Feinwerktechnik Engineering GmbH Die Fix-und-Fertig-Macher DENZLINGEN. Sie nutzten die Gunst der Stunde: Clemens Wangler und Volker Heiny gründeten 1998 die Hewa Feinwerktechnik Engineering GmbH in Denzlingen. „Die Nach- frage nach Lösungen für fix und fertig mon- tierte Baugruppen war groß“, erinnert sich Firmeninhaber Volker Heiny, der das Unter- nehmen seit dem Tod seines Kompagnons al- leine führt. „Wir haben damals schnell reagiert und waren quasi Vorreiter im Bereich Outsour- cing. Seither ist ein umfangreicher zuverlässiger Pool an weltweit ausgewählten Fertigungspartnern aus allen Bereichen entstanden, auf den wir zugreifen können.“ Das Portfolio von Hewa umfasst die Planung, Beschaffung, Montage und Dokumentation mechanischer und elektromechanischer Baugruppen für Kunden, von Kleinserien bis hin zu großen Stückzahlen. Das Denzlinger Unternehmen zählt heute 14 Mitarbeiter und hat sich, wie Heiny betont, in all den Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Marktbedingungen sowie Anforderungen angepasst. „Dank unseres Qualitätsdenkens und mit Hilfe unseres zuverlässigen Teams sind wir heute in der Lage, Kundenanfragen mit hoher Flexibilität zu erfüllen.“ Auch künftig will man am Ball bleiben: „Wir arbeiten weiter an der Verbesserung unserer Prozesse, um unseren Marktvorsprung noch auszubauen.“ ak Blick in die Produktion des Unternehmens Carré feiert Preis und 25-jähriges Bestehen Gut auf Holz gebaut GUTACH IM BREISGAU. Gleich mehrere Anlässe zum Feiern hat die auf drei Säulen ruhende Unternehmensgruppe Architektur3 mit Sitz in Gutach im Breisgau: 2023 vollendete die Carré Planungsgesell- schaft (Säule 2) von Firmenchef Klaus Wehrle das Vierteljahrhundert, und er selbst feierte im November seinen 60. Geburtstag. In 2024 wird zudem die 1989 gegründete Werkgruppe 1 (Säule 1) 35 Jahre und das „RegioWerk“ (Säule 3), in dem Wohnbauprojekte projektiert und realisiert werden, 15 Jahre alt. Dass der gebürtige Breisgauer nach seinem Studium in Karlsruhe 1989 ein Architekturbüro gründen und der Baustoff Holz ein zentra- les Element seiner Arbeit werden würde, lag gewissermaßen in den Genen. „Ich stamme aus einer Handwerkerfamilie mit vielen Schrei- nern, Förstern und Zimmerleuten“, erzählt Wehrle. Bereits mit dem Erstlingswerk der Carré, einer weitgehend energieautarken Fabrik für die Turbinen der Wasserkraft Volk AG, hatte er im Jahr 2000 den Maßstab gesetzt. Er nutzte fast ausschließlich Holz als Baumaterial, verwendete die Abwärme aus der Produktion für den Energiekreislauf rund um Heizung und Kühlung, begrünte die Fabrikdächer und mon- tierte Solar-Module darauf. Das innovative, mehrfach ausgezeichnete Konzept des Projekts „Zukunftsfabrik“ präge seine Arbeit bis heute, betont Wehrle. Sein über die Jahre geschaffenes Firmenkonstrukt ermöglicht dem Unternehmer, Projekte kostengünstig und ganzheitlich über alle Leis- tungsphasen anzubieten – von der Kostenplanung bis hin zur Projekt- realisierung. Dies bietet die Architektur3-Gruppe den überwiegend in Südbaden ansässigen Bauherren sowohl im Bereich Industrie- und Gewerbebau (Carré) als auch im mehrgeschossigen Wohnungsbau (RegioWerk). „Wir sind über die Jahre stetig gewachsen“, blickt Wehrle zurück. Heute beschäftigt der Architekt und Projektentwickler 30 Mitarbeiter. Zwar habe sich die Gesamtkonjunktur seit 2021 mit einer leichten Eintrübung auch in den Zahlen seiner Firmengruppe abgebil- det. Dennoch seien die Auftragsbücher voll. Projekte, die andernorts wegen der Baukrise auf Eis gelegt werden müssen, kennt er nicht. Vor allem die mittelständische Wirtschaft in seiner Region bereite sich mit einigen Bauprojekten auf die kommenden Jahre vor, so Wehrle: „Wir blicken sehr optimistisch in die Zukunft.“ Eine Zukunft, an der der Hobbymusiker, wie er betont, noch möglichst lange beteiligt sein möchte – trotz erster Überlegungen über eine Firmennachfolge. Rückenwind erhält das Team stets, wenn seine Projekte ausgezeichnet werden. Einen besonders hohen Stellenwert hat in diesem Zusam- menhang die Realisierung des „Sonnenareals“ in Gutach-Bleibach. Für die von der Carré Planungsgesellschaft konzipierte Sanierung eines aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gasthofs, kombiniert mit ergänzendem Neubau, erhielt das Elztäler Unternehmen 2023 in der Kategorie „best of best“ den international bedeutsamen Iconic- Award, der jährlich vom Rat für Formgebung vergeben wird. bb Messewirtschaft zieht Bilanz Gen Z will was erleben MÜNCHEN. Zum Abschluss des ersten vollen Geschäftsjahrs nach Corona ziehen die 38 im Verband „FAMA“ organisierten Messeunter- nehmen ein insgesamt zufriedenstellendes Fazit. „Wir bewegen uns durchschnittlich auf dem Niveau von 90 Prozent der Aussteller- und Besucherzahlen von 2019“, so Fama-Vorstand Henning Könicke auf der Fama-Fachtagung Ende November. Deutlich schwächer sei die Erlössituation bei der vermieteten Standfläche. Sie liegt bei durch- schnittlich 75 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Gründe: massiv gestiegene Energie-, Technik- und Personalkosten. Einen Einbruch erwartet der Verband dennoch nicht: Die Signale, auch bei den B2C- Verbraucher- und Special-Interest-Messen, zeigen nach oben. Speziell die Themen Genuss, Reisen und „Self-Experience“ verbuchten derzeit deutliche Zuwächse. Messen und speziell Verbrauchermessen, denen oft der Ruf vorauseilt, langfristig möglicherweise zum Verlierer des demografischen Wandels zu werden, stehen auf festerem Boden, als vielfach vermutet, stellt der Fama fest. Denn die Gen Z habe Freude an Live-Erlebnissen und Self Experience. Das unterstreichen die Er- gebnisse, die in München präsentiert wurden: „Gut 20 Prozent unserer Besucher kommen inzwischen aus der Gen Z“, bestätigt Klaudia Kohl, Abteilungsleiterin Verbrauchermessen, Deutsche Messe AG. Eine Herausforderung insbesondere für kleine und mittlere, zumeist inhabergeführte Messeunternehmen bleibe neben den steigenden Kosten der hohe Innovations- und damit Investitionsdruck. uh Carré-Chef Klaus Wehrle (2.v.r.) mit seinem Team bei der Verleihung der Iconic- Awards. Im Hintergund der ausgezeichnete Umbau.

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