Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'23 - Hochrhein-Bodensee

18 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 10 | 2023 REGIO REPORT   IHK Hochrhein-Bodensee 17 IHK-Umfrage Was die „Gen Z“ und die Millenni- als vom Berufsleben erwarten 20 Neue Perspektiven Fotograf Achim Mende lässt Gebäude der IHK erstrahlen 22 Europaforum in Basel Vier Forderungen an die Politik in Bern und Brüssel 24 IHK-Weiterbildungsbroschüre Neue Schwerpunkte in Aus- und Weiterbildung 26 Innovation und Technologie IHK-Fachbereich: vom Wissen im Netzwerk profitieren 28 Onlineveranstaltung Vielfalt braucht Kompetenzen 29 Weiterbildungs-Zuschüsse Bis zu 70 Prozent Nachlass möglich 30 Impulse aus dem Netzwerk Konstanz lädt zur Gründungs- woche 31 Lehrgänge und Seminare INHALT erst weiter unten auf der Prioritätenliste zu finden, ist bei beiden Generationen dagegen die berufliche Karriere. Interessant ist auch, dass über 85 Prozent beider Generationen sagen, dass Arbeit für sie in erster Linie „Geld verdienen“ sei. Erfolg und Einfluss spielen eine untergeordnete Rolle. Auch auf die Frage, wie die zwischen 1981 und 2012 Geborenen heute arbeiten möchten, sehen wir eine klare Präferenz: Beide Gene- rationen wünschen sich mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten (jeweils 72 Prozent) und möchten ihren Vorgesetzen auf Augen- höhe begegnen (78 und 79 Prozent). Kündigen würden Arbeit- nehmende der „Gen Z“, wenn sie sich im Unternehmen nicht weiterentwickeln können oder nicht ernst genommen werden. Millennials würden kündigen, wenn die Atmosphäre am Arbeits- platz schlecht ist, sie sich nicht ernst genommen fühlen und zu wenig Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Dass der Verdienst nicht oben auf der Skala dessen steht, was als wichtig im Leben erachtet wird, bedeutet nicht, dass an die- ser Stelle keine Ansprüche bestünden. Nicht zu unterschätzen ist nämlich bei beiden Generationen die Erwartung an ein gutes Gehalt. Dass das Gehalt bei der Jobauswahl eine wichtige oder sehr wichtige Rolle spielt, sagen knapp 77 Prozent der Gen Z und 76 Prozent der Millennials. Trotz monetärer Anreize genießt aber Freizeit in beiden Generationen einen hohen Wert und wird nur ungern gegen Mehrverdienst eingetauscht: 66 Prozent der „Gen Z“ und 67 Prozent der Millennials würden vielmehr 10 Tage extra Urlaub dem Weihnachtsgeld vorziehen. Die Attraktivität als Arbeitgeber steigern „Die Generation Z und die Millennials geben heute am Arbeits- markt zunehmend den Ton an“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Claudius Marx. „Wer als Arbeitgeber nicht Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, gute Gehälter und eine wertschätzende Zusam- menarbeit auf Augenhöhe anbieten kann, wird einen Teil dieser Generationen nicht erreichen.“ Hinzu kommt laut Marx die ar- beitsmarktbedingte höhere Wechselbereitschaft - beide Gene- rationen halten sich nicht lange mit einem Job auf, wenn er nicht ihren Erwartungen entspricht. „Für die Arbeitgeberinnen und Arbeitergeber heißt das, sie müssen attraktiver werden, nicht nur, um Fachkräfte zu gewinnen, sondern auch, um sie zu halten. Das ist eine ziemliche Umstellung für viele, die jahrzehntelang unter vielen Bewerbungen auswählen konnten und eine hohe Betriebstreue gewohnt sind. Heute sind es immer mehr die Unter- nehmen, die sich bei potenziellen Mitarbeitern bewerben, Arbeit- geberattraktivität und Employer Branding heißen die Stichworte.“ Diese Entwicklung mag den ein oder anderen provozieren, klingt sie doch mitunter nach einer überzogenen Erwartungshaltung, in der Geben und Nehmen in einem Arbeitsverhältnis nicht mehr in einem guten Verhältnis zueinanderstehen, in der Leistung als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg ausgeblendet wird. Recht verstanden hat sie aber durchaus großes Potenzial, ist Claudius Marx überzeugt. „Die Betriebe sind motiviert, sich für neue Arbeitsformen zu öffnen, die den Mitarbeitenden mit ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen gerecht werden. Die Mitar- beitenden sind motiviert, sich in einem solchen Umfeld proaktiv einzubringen. Darin steckt ein großes produktives Potenzial. Und für eine zunehmend diverse Gesellschaft, die vor großen Umbrüchen steht, die Chance, das andernorts notleidende so- ziale Miteinander gerade in der Arbeitswelt zu entwickeln und zu stärken.“ Heike Wagner Die Grafiken der Umfrage als PDF zum Download über den QR-Code

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