Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August'23 -Südlicher Oberrhein

IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2023 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein 17 IHK-Konjunkturbericht Mit kleinen Schritten bergauf 19 Best Practice Klimaschutz UNK stellt „Gute Beispiele“ vor 20 Wissenssplitter Fachkräfte Die Ausbildungsfeuerwehr 21 Startschuss fürs Regio Lab Neue deutsch-französische Projekte zu Beruf und Bildung 22 Studie zu Ressourceneffizienz Einsparpotenziale oft falsch eingeschätzt 23 Revival des Solar Tetraeders Ein Gespräch mit Mitinitiator Paul Heinrich Neuhorst 24 Termine und Veranstaltungen Von Zoll über Europa bis zu Co-Working und Innovation 26 Öffentliche Bekanntmachung IHK-Zusatzqualifikation Hotel- und Gastronomiemanagement/Emas 27 Lehrgänge und Seminare der IHK 28 Öffentliche Bekanntmachung IHK-Zusatzqualifikation Privates Vermögensmanagement INHALT Zinsentwicklung belastet den Bau Beispiel Bauwirtschaft: Mit den konsequenten Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hat hier eine längere Phase der konjunkturellen Abkühlung eingesetzt. Verzeichnete die Branche in den vergangenen zehn Jahren noch regelmäßig Höchstwerte von mehr als 80 Punkten bei der Geschäftslage, scheinen diese Zeiten nun vor- läufig der Vergangenheit anzugehören. Der Index der Geschäftslage verliert im Vergleich zum Jahresbeginn 34 Punkte und findet sich bei 13 Punkten ein. Nur noch 23 Prozent der Bauunternehmen bewerten die aktuelle Lage als gut. Noch düsterer gestaltet sich der Ausblick. Von minus 43 Punkten sinkt der Index der Geschäftserwartungen auf minus 51 Punkte ab. Der Auftragseingang wird vor allem im pri- vaten Wohnungsbau und dem öffentlichen Hochbau als rückläufig charakterisiert. Einen Wendepunkt dieser Entwicklung sehen die Un- ternehmen der Branche derzeit nicht. 40 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der Geschäfte, nur neun Prozent glauben daran, dass es in den kommenden zwölf Monaten wieder aufwärts geht. Salomon: „Im Moment halten sich im privaten Wohnungsbau alle zurück, weil aufgrund der deutlich gestiegenen Baukosten nicht klar ist, ob Investoren Abnehmer für ihre Projekte finden. Und bei einigen Familien, die ihre Träume von den eigenen vier Wänden verwirklichen wollten, platzen die Finanzierungen.“ Hoga: Umsatz und Ertrag zwei paar Schuhe Im Hotel- und Gastgewerbe deutet sich hingegen an, dass nach den sehr volatilen vergangenen Jahren wieder ein Stück weit Stabilität einkehren könnte. Im Vergleich zum Jahresbeginn steigt der Index der Geschäftslage hier von 24 auf 35 Punkte. Nur noch zwölf Prozent be- zeichnen sie als schlecht, während 47 Prozent eine gute Geschäftslage aufweisen. Viele Übernachtungsbetriebe verbuchten zuletzt wieder Gästezahlen wie vor den Einschränkungen, welche die Co- vid-19-Pandemie mit sich brachte. „Allerdings,“ schränkte Kirsten Moser, Geschäftsführerin des Colombi Hotels in Freiburg, ein, „auch wenn wir wieder gute Umsatzzahlen vorweisen, die Ertragslage der Betriebe ist im Schnitt trotzdem schlecht.“ Die Branche leide unter einem hohen Arbeitskräftemangel gepaart mit deutlich gestiegenen Lohnkosten. Moser spricht von einer Steigerung von 20 bis 30 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Das zeigt auch die Umfrage der IHK. 82 Prozent der Hotel- und Gaststät- tenbetriebe sehen den Fachkräftemangel als Risiko der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung an, sogar 85 Prozent fürchten die gestiegenen Arbeitskosten. Dieser Wert hat sich im Vergleich zur Vorumfrage am Jahresbeginn (53 Prozent) deutlich nach oben bewegt. Dementsprechend sind die Geschäftserwartungen überwiegend nega- tiv. 30 Prozent sorgen sich um die Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten, nur 21 Prozent schauen optimistisch in die Zukunft. Moser selbst ist „vorsichtig optimistisch“ gestimmt. Allerdings sorgen sie die Belastungen durch die merklich gestiegenen Nahrungsmittelpreise. „Die große Herausforderung ist, dass der Gast diese Kostensteigerun- gen akzeptiert und weiter zu uns kommt.“ Auch eine Kalkulation der künftigen Buchungen sei schwer aufzustellen. „Wir verzeichnen eine Zunahme der kurzfristigen Buchungen, wissen am Montag oft nicht, wie der Samstag wird“, beschreibt die Hotelchefin. Das erschwere die Planbarkeit beim Personaleinsatz massiv. „Es sind Herausforderungen, die ich vor einigen Jahren noch nicht kannte.“ tas Den kompletten Konjunkturbericht mit weiteren Auswertungen als PDF unter www.ihk.de/freiburg 5809538 Es präsentierten die aktuellste IHK-Konjunkturumfrage (v.l.): Dieter Salomon, Hauptgeschäftsführer der IHK, Kirsten Moser, Geschäftsführerin der Colombi GmbH (Colombi Hotel, Hotel Stadt Freiburg), und Eberhard Liebherr, IHK-Präsident. »Wir wissen am Montag oft nicht, wie der Samstag wird« Kirsten Moser Colombi GmbH

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