Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'23 - Hochrhein-Bodensee
19 4 | 2023 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten gentliche Ausbildung weitermachen“, sagt er im Nachgang über die kritische Zeit und lächelt. Seine Freundin rät ihm dann, sich an die Kümmerer in der IHK zu wenden. Sein Wille blieb ungebrochen „Mohammad Madaraty war mein erster ‚Fall‘“, erinnert sich Sven Ness – und es war gleich ein herausfordernder. Zwar hatte man sich auf einen Aufhebungsvertrag geeinigt, doch damit rückte die Wunschausbildung in weite Ferne. Denn bei der Agentur für Arbeit riet man ihm anfangs davon ab, sie weiter- zuverfolgen, er solle lieber etwas anderes versuchen. „‚Du kannst das nicht‘, haben sie zu mir gesagt“, ärgert er sich heute noch. Doch Sven Ness intervenierte, auch seine Partnerin und seine spätere Schwiegermut- ter unterstützten ihn bei den Gesprächen, so dass Mohammad Madaraty mit Hilfe des Arbeitsamts über einen lokalen Bildungsträ- ger in Lörrach doch seine Chance erhält. Weil dieser nach drei Monaten wegen Un- regelmäßigkeiten seinen Betrieb einstellen muss, heißt es für den Auszubildenden, dass er täglich von Schopfheim nach Freiburg pendeln muss, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen: „Das war nicht einfach, aber er wollte es schaffen“, sagt Sven Ness. Auch hier hatte die IHK mitge- wirkt, um Lösungen zu finden. Unter ande- rem musste auch ein Unternehmen gefun- den werden, das ihm den praktischen Teil ermöglicht. Im Januar 2021 erhält Mohammad Madaraty sein Abschlusszeugnis, und das Unterneh- men, in dem er seine Ausbildung praktisch absolvieren durfte, übernimmt ihn. Bei Of- fice Komplett Computer Service in Wehr ist er mittlerweile mit diversen Projekten beschäftigt, betreut Kunden selbstständig und ist wichtiger Teil des Teams, freut sich der geschäftsführende Gesellschafter, Rolf Gallmann. Den nächsten Bildungsschritt hat der mittlerweile glücklich verheiratete Vater einer Tochter bereits im Visier: IHK- Projektmanager. mrk IHK-ForumWasserstoff Fachleute stellen Stand der Forschung vor M it welcher Energie werden Unternehmen in den nächsten zehn oder 15 Jahren ihre Maschinen antreiben? Wasserstoff könnte eine Möglichkeit darstellen. Doch die Technologie ist noch relativ jung, „und es gibt viele offene Fragen“, sagt Sunita Patel, Referentin Innovation und Technologie bei der IHK Hochrhein-Bodensee. Zu- mindest einige Antworten will das Wasserstoffforum am 29. Juni in Konstanz liefern. Es dürfte unbestritten sein, so Patel weiter, dass für einen aktiven Klimaschutz und eine nachhaltige sowie sichere Energieversorgung nur eine Option in Deutschland besteht: den Ausbau der alternativen, klimafreundlichen Energiegewinnung durch Wind und Wasser weitaus stärker und schneller voranzutreiben. Fossile Energieträger wie Kohle, Gas oder Erdöl sind nicht nur für die Klimabilanz schädlich, sie sind zudem endlich und unterliegen somit einer oft intransparenten Preisgestaltung. Aber warum ist in diesem Kontext der sogenannte grüne Was- serstoff so interessant? „Er lässt sich leicht herstellen und bietet viele Anwendungsmöglichkeiten“, fasst es Sunita Patel zusammen. Hergestellt wird er durch die Elektrolyse von Wasser. Wird dazu ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt, ist es „grüner Wassestoff“ – frei von Kohlendioxid (CO 2 ). Beim IHK-Forum Wasserstoff am Donnerstag, 29. Juni, im Konzil am Konstanzer Hafen, präsentieren Fachleute aus Forschung und Unternehmen, wie es um den Stand der Wasserstofftechnologie in Deutschland und generell aktuell steht. Unterstützt wird die eintägige Veranstaltung von der IHK Braunschweig. Zu den Referenten im ersten Teil des Forums zählt Sabrina Zellmer vom Fraunhofer Institut für Schicht- und Oberflächentechnik in Braunschweig. Sie beleuchtet die Bedarfe der Industrie und deren langfristige Entwicklung. Thomas Jordan vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beschreibt im Anschluss, welche Produkti- onsmethoden es für Wasserstoff gibt. Im zweiten Teil des Wasserstoffforums geht es um Mobilität. Unter anderem werden Martin Zerta von der Ludwig-Bölkow-Systemtech- nik GmbH (LBST) aus München und Christoph Witte, Geschäftsbe- reichsleiter Schiffs- und Hafentechnik bei der Bodensee Schiffsbe- triebe GmbH (BSB) über „Wasserstoff in der Region am Beispiel der Bodenseeschifffahrt“ sprechen. Wasserstoff und Brennstoffzellen für zukünftige emissionsfreie An- triebe sind das Thema von Stefan Keller vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme. Der Ingenieur aus Freiburg wird mit einem Brennstoffzellen-Fahrzeug anreisen, das während des Forums im Foyer des Konzils parken wird. Im dritten Themenblock des Tages stehen Beispiele aus der Pro- duktion im Fokus – und damit die Frage, ob eine „Nettonull für die Energiewende irgendwann realistisch ist“. Unter anderem wird Robert Daschner vom Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Sulzbach am Beispielprojekt „ToSynFuel“ über die „Verwertung von Reststoffen – Energie und Wasserstoff“ berichten. Das IHK-Wasserstoff-Forum am Donnerstag, 29. Juni , beginnt um 9.30 Uhr und endet gegen 17 Uhr. Die Moderation liegt bei IHK- Geschäftsführer Claudius Marx. Weitere Informationen zu den Re- ferenten, den Themen sowie das Online-Anmeldeformular unter www.ihk.de/konstanz mrk Sunita Patel | Referentin Innovation | Technologie – IHK Hochrhein-Bodensee 07531 2860-126 sunita.patel@konstanz.ihk.de Bild: Adobe Stock - Parradee
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