Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'23 - Hochrhein-Bodensee
24 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 3 | 2023 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee Herr Schick, Sie haben sich in der jetzigen Krisen- situation für die Gründung entschieden: Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis? Tim Schick: Es gibt meiner Ansicht nach nie den idealen Zeitpunkt, sich selbstständig zu machen. Man muss diesen Schritt wagen, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Wichtig für den Erfolg ist, an das zu glauben, was man macht und es mit vollem Herzblut zu tun. Außerdem sollte man vorher die entsprechenden Grundsteine legen, das heißt die fachliche Kompetenz in Punkto Warenkenntnisse sowie auch betriebswirtschaftli- ches Wissen, Personalführung, Unternehmensor- ganisation et cetera kennen. Diese habe ich durch meine Grundausbildung sowie Weiterbildungen zum geprüften Handelsfachwirt und aktuell noch zum ge- prüften Betriebswirt bei der IHK gelernt. Das Wissen hat mir bei der Gründung geholfen. Wenn man ein Unternehmen gründet, muss eine Stra- tegie dahinterstecken und man benötigt natürlich auch Unterstützung von außen, durch Unternehmens- berater, Steuerberater, Familie und Freunde. Um Erfolg zu haben, ist außerdem der gute Umgang mit den Kunden ausschlaggebend. Ich liebe den Kon- takt zu Kunden. Auch mal nur Small-Talk zu halten, ist wichtig und bindet die Kunden an den stationären Handel. Stil und Kleidung ist unglaublich vielfältig, wie auch die Bedürfnisse der Käufer. Sie möchten deswegen eine kompetente und vor allem ehrliche Beratung. Was waren Ihre größten Herausforderungen? Die größte Herausforderung für mich war die Zeit. Egal wie gut man eine Geschäftseröffnung plant, zum Schluss rennt einem die Zeit davon. Durch den Krieg in der Ukraine und der Pandemie sind Lücken in Lieferketten entstanden, weshalb es sowohl bei der Ware als auch der Inneneinrichtung des Geschäfts zu Lieferengpässen kam. Welche Tipps würden Sie anderen Unternehmen geben, um Krisenzeiten erfolgreich zu meistern? Als Unternehmer muss man Durchhaltekraft zeigen, Vertrauen in seine Stärken haben, Schwächen ana- lysieren und den Mut haben, neue Wege zu gehen. Man sollte einen für sich geeigneten USP aufbau- en und in meiner Branche, das Einkaufen zu einem Erlebnis machen. So bleibt man bei den Kunden in Erinnerung und hebt sich von Mitbewerbern ab. Was werden die größten Herausforderungen in den nächsten Jahren sein? Eine Herausforderung werden die steigenden Kosten, sowohl die fixen wie auch die variablen, sein. Wichtig ist außerdem der Erhalt beziehungsweise der Wieder- aufbau von lückenlosen Lieferketten, um auch dem Onlinehandel verstärkt entgegenzustehen. Wie wird sich Ihre Branche dadurch verändern? Es wird schwieriger, gute Qualität zu bezahlbaren Preisen zu verkaufen. Hier wird sich die Branche um- stellen müssen. Dafür müssen immer wieder neue Produktionsverfahren entwickelt werden, welche preiswerter sind, jedoch die Qualität der herkömm- lichen Verfahren beibehalten. Bezüglich der Konkurrenz zum Onlinehandel glau- be ich daran, dass die Kunden, sofern Innenstädte attraktiver in Punkto Gestaltung und Einkaufsmög- lichkeiten werden, verstärkt den Kontakt in den stationären Handel suchen. Online kaufen ist zwar einfach und schnell, aber eine kompetente und ehr- liche Beratung mit Erlebnis und Serviceleistung gibt es nur beim stationären Geschäft. Interview: jb Schick Mode Fokus: Gründung Tim Schick eröffnete im Oktober 2022 „Schick Mode“ in Rheinfelden. Das Fachgeschäft bietet von Jeans bis zu Anzügen Mode für Herren an. Auch eine kleine Auswahl für Damen ist erhält- lich. Wie Schick die Gründung während einer Krisenzeit erlebt hat und welche Tipps er anderen Gründern geben würde, hat er uns im Interview erzählt.
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