Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'22 -Südlicher Oberrhein

20 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 12 | 2022 REGIO REPORT   IHK Südlicher Oberrhein Die IHK Südlicher Oberrhein hat die Unternehmen aus der Region um Auskunft über ihre derzeitige Geschäftslage und ihre Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung gebeten. Die Ergebnisse der Umfrage zum Herbst 2022 präsentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon Mitte November in Freiburg. Trotz Konjunktursorgen rief IHK-Präsident Eberhard Liebherr die Menschen auf, nicht in Pessimismus zu verfallen. Der stellvertretende IHK-Präsident Michael Faller berichtete, wie sein Unternehmen Faller Packaging mit den Herausforderungen umgeht. IHK-Konjunkturbericht Herbst 2022 Ausblick trübt sich ein D ie Nachfrage ist in vielen Bereichen unvermindert gut“, sagt Salomon. „Die Auftragsbücher sind voll, die bestehenden Probleme mit den Lieferketten und der Fach- kräftemangel sorgen allerdings weiterhin für Probleme im Produktionsablauf.“ Ihre aktuelle Geschäftslage bewertet immer noch ein Groß- teil der Unternehmen recht positiv: 83 Prozent (Frühsommer 2022: 88 Prozent) der Befragten bezeichnen sie weiterhin als gut oder befriedi- gend. Der Index der Geschäftslage verliert im Vergleich zum Frühsommer 12 Punkte, bleibt aber mit 18 Punkten im positiven Bereich. Mit Blick auf die kommenden Monate tritt je- doch der Pessimismus in den Vordergrund. Nur noch knapp 13 Prozent der Unternehmen glauben, dass sich die eigenen Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten verbessern werden (Frühsommer 2022: 19 Prozent), etwa 42 Prozent (Frühsommer 2022: rund 31 Pro- zent) gehen vom Gegenteil aus. Somit stürzt der Index der Geschäftserwartungen von 21 Punkten zum Jahresbeginn auf nun minus 29 Punkte ab. Salomon: „Das ist der schlechteste Wert der Geschäftserwartungen seit der glo- balen Finanzkrise 2008/2009. Auch während der Hochphase der Coronapandemie gab es weniger Zukunftssorgen. Es ist ein Zeichen da- für, dass die Verunsicherung der Unternehmen momentan sehr hoch ist.“ Inflationsdruck besonders auf Bau und Gastronomie Die insgesamt negative Erwartungshaltung in den Unternehmen drückt sich auch im IHK- Konjunkturklimaindex aus, der aus den An- gaben zur aktuellen Geschäftslage und den zukünftigen Geschäftserwartungen kombiniert wird. Ein Wert unter 100 Punkten deutet auf eine Rezession hin, und mit einem Wert von 92 hat der Index im Herbst diese Marke erstmals seit dem Sommer 2020 wieder unterschritten. Gespeist wird die Verunsicherung hauptsäch- lich durch den Inflationsdruck, vor allem stark steigende Energie- und Rohstoffpreise, aber auch einen deutlichen Zinsanstieg in ver- gleichsweise kurzer Zeit, die unter anderem zu einem Dämpfer der Bautätigkeit führen. „Die Bauwirtschaft hat zehn Jahre eine Hoch- konjunktur erlebt, doch nun sagen professio- nelle Immobilieninvestoren: ‚Wir warten erst einmal ab.‘ Und bei vielen jungen Familien zerplatzen gerade die Träume von den eige- nen vier Wänden, weil die Finanzierung nicht mehr gewährleistet ist“, beschreibt Salomon. „Für die Bauindustrie heißt das: Die Erwar- tungen an das künftige Geschäft stürzen hier besonders stark ab.“ Auch im Gastgewerbe schwindet die Zuversicht drastisch. Salomon: „Die Gastronomie merkt natürlich, dass sich die Menschen aufgrund der deutlich gestie- genen Preise einschränken und auch mal auf einen Restaurantbesuch oder den Gang in die Kneipe verzichten.“ Viele ergreifen Maßnahmen zur Energieeffizienz Die hohen Energiepreise stellen für Unterneh- men aus allen Branchen ein besonders großes Problem dar. Gravierend ist die Belastung laut „ Ein Ergebnis aus der aktuel- len IHK-Konjunkturumfrage unter 830 Mitgliedsunter- nehmen aus der Region: Eine größere Drosselung der Gaslieferungen könnte für viele Firmen zum Problem werden. Immerhin sind aber auch mehr als 40 Prozent der Unternehmen unabhängig von Gas.

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