Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
12 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 17 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg D er Abend wurde gemeinsam von der Dualen Hochschu- le Baden-Württemberg (DHBW), Hochschule Furtwangen (HFU), IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, dem Marketing- Club Schwarzwald-Baar sowie dem Netzwerk Technology Mountains e.V. ausgerichtet. Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Jür- gen Roth machte bereits in seiner Begrüßung zur Eröffnung des Zu- kunftsforums klar, dass man in der Doppelstadt weiß, was Struktur- wandel bedeutet: „Wir haben das miterlebt, als die Uhrenindustrie unterging, die großen Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik oder der Verkehrsmessung“, erinnerte Roth an internationale Player wie Kienzle, Saba oder Mauthe. Diese Krisenzeiten seien zwar lange überwunden, würden aber auch zeigen, wie Strukturwandel und der Wohlstand einer Region Hand in Hand gehen würden. Für den theoretischen Unterbau zum Thema Strukturwandel nahm Thomas Stahlecker vom Fraunhofer-Institut für System- und Inno- vationsforschung ISI in Karlsruhe die Gäste mit auf eine Reise durch die verschiedenen Aspekte, die der Strukturwandel mit sich bringen kann. Beispielhaft nannte er die Montankrise der 1960er Jahre, in denen Bergbau und Stahlindustrie im Ruhrgebiet und im Saarland als Hauptwirtschaftszweige wegfielen und diese Regionen sich neu erfinden mussten. Strukturwandel deutlich komplexer geworden Die Voraussetzungen, dass sich Baden-Württemberg als bereits hochtechnisierte Region mit dem Wandel leichter tue, seien auf- grund der hohen Bereitschaft hierzu in der Bevölkerung sehr gut. Dennoch sei Strukturwandel heute deutlich komplexer als früher: Der gesellschaftliche Diskurs sei intensiver geworden, man müsse heute mehr Rücksichten nehmen. Danach übernahm Matthias Stotz, Geschäftsführer der Uhrenfabrik Junghans GmbH & Co. in Schramberg. Ein Unternehmen, das wie kaum ein anderes für Transformation steht: Aufgestiegen aus der Massenfertigung preiswerter Wecker zum weltweit renommierten Technologieführer in der Zeitmessung, sei es Junghans nach der zunehmenden Verwässerung der Premiummarke immer schwerer gefallen, am Markt zu bestehen. „Die Insolvenz war dann auch dank Wie Strukturwandel für die regionale Industrie ge- lingt, damit befasste sich das 4. Zukunftsforum, das in der Neckarhalle in Villingen-Schwenningen aus- gerichtet wurde. Gut 100 Gäste nutzten die Chance, sich anhand von Forschungsergebnissen und Erfah- rungen von Unternehmern konkrete Impulse und Inspirationen zu holen. 4. Zukunftsforum Mut, Start-up-Mentalität und gute Politik gegen die Krise Die Veranstalter, Referenten und Gastgeber eröffneten das Zukunftsforum in der Schwenninger Neckarhalle. Von links: Clive Flynn (DHBW), Oliver Hupp (Marketing club Schwarzwald-Baar), Matthias Stotz (Uhrenfabrik Junghans), Carolin Deberling (Marketingclub Schwarzwald-Baar), Marco Bertiller (Spinnax GmbH), Thomas Stahlecker (Fraunhofer ISI), Thomas Wolf (Technology Mountains), Oberbürgermeister Jürgen Roth, Stefan Beetz (Isgus GmbH) und Niklas Lehmann (IHK).
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