Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
27 6 | 2022 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten ZUM AUTOR Norman Thatcher Scharpf ist seit dem 6. August 2021 Generalkonsul im US-Generalkonsulat Frankfurt. Vor seinem Eintritt in den Auswärti- gen Dienst war er als Surface Warfare Officer bei der US-Marine tätig. Thatcher Scharpf wuchs in Washington, DC auf. An der University of Penn- sylvania absolvierte er ein Bachelor-Studium der Wirtschaftswissenschaften. Danach schloss er sein Master-Studium im Bereich National Secu- rity Resource Strategy an der National Defense University ab. Zu seinen aktiven Fremdsprachen gehören Deutsch, Slowakisch, Portugiesisch, Spanisch und Französisch. Drei von Thatchers vier Großeltern waren die Kinder oder Enkelkin- der von Deutschen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Hessen und Baden- Württemberg in die USA auswanderten. J etzt, da sich die Welt gerade beginnt von den durch die Covid- pandemie verursachten wirtschaftlichen Härten zu erholen, ist der russische Angriff auf die Ukraine eine weitere Bedrohung der globalen Wirtschaft. Viele weitere Länder werden bald die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise zu spüren bekommen. Wir kennen noch nicht das gesamte Ausmaß von Putins Krieg auf globale Wertschöpfungsketten. Wir sehen aber bereits, dass die Sanktionen, welche die Vereinigten Staaten und unsere Verbündeten verhängt haben, schwerwiegende Folgen auf die russische Handlungsfähigkeit im Angriffskrieg auf die Ukraine haben. Der Westen ist bereit zusammenzuarbeiten Wir sehen vor allem die große Bereitschaft des Westens zu- sammenzuarbeiten: Präsident Biden und die Präsidentin der EU-Kommission von der Leyen haben vereinbart, die europä- ischen Anstrengungen voranzutreiben, so schnell wie möglich die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren und den Gasverbrauch in Europa insgesamt zu reduzieren. Gemeinsam mit den internationalen Partnern werden die Vereinigten Staaten in diesem Jahr zusätzlich 15 Milliarden Kubikmeter Flüssigerdgas (LNG) nach Europa liefern. Auch werden wir als Antwort auf die europäische Gesamtnachfrage ab 2030 jährlich 50 Milliarden Kubikmeter LNG liefern. Diese Krise bietet eine Chance: Sie kann zu einem Katalysator werden, der Investitionen möglich macht, die uns helfen werden, unsere Ziele im Bereich sauberer Energien und einer emissionsfreien Zukunft zu erreichen. Die Vereinigten Staaten und die EU haben sich dazu verpflichtet, den transatlantischen Handel und Investitionen zu erhöhen, unsere technologische und industrielle Führungsrolle in der Welt zu stärken und Innovationen zu fördern. Erst kürzlich habe ich das Cyber Valley in Tübingen besucht, welches ein solides Beispiel für die Deutsch-Amerikanische Zusammenarbeit und Bereitschaft ist, eine grünere Zukunft voranzubringen. Diese auf hohem Niveau stattfindende Verpflichtung gegenüber einer tech- » Faire Märkte und Demokratie werden gewinnen « Krise kann auch ein Katalysator sein Kaum hat die Welt begonnen, sich von der Coronapandemie zu erholen, sehen sich viele Länder durch den russichen Angriff der Ukraine mit der nächsten wirtschaftlichen Krise konfrontiert. In diesem Gastbeitrag schätzt Norman Thatcher Scharpf, Generalkonsul im US-Generalkonsulat Frankfurt, die aktuelle globale Lage ein. Bild: KP Arts – Adobe Stock
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