Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'22 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

26 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 6 | 2022 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg D ie westlichen Volkswirtschaften stehen alle vor ähnlichen Herausforderungen: die Bewältigung der Pandemie, die wirtschaftspolitischen Verwer- fungen durch den Russland-Ukraine-Krieg und die Systemkonkurrenz aus China. Die grüne Transforma- tion und die Fachkräftesicherung dürfen wir bei den aktuellen Entwicklungen ebenfalls nicht vernachläs- sigen. Den gemeinsamen Dialog und das Lernen aus den gemachten Erfahrungen wollen wir aufrechter- halten und stärken“, so US-Generalkonsul Norman Thatcher Scharpf und Präsidentin Birgit Hakenjos einmütig beim Besuch einer amerikanischen Dele- gation in der IHK. Unternehmen aus der Region pflegen seit vielen Jah- ren enge Wirtschaftsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten. Rund 170 regionale Betriebe sind dort aktiv, sei es durch eigene Niederlassungen, Vertriebsbüros oder Vertretungen. Zudem sind die USA der Hauptab- satzmarkt für baden-württembergische Produkte und damit auch für die Unternehmen der Region. Aus die- sem Grund kam dem Besuch der amerikanischen De- legation mit dem Generalkonsul aus Frankfurt/M. an der Spitze in Villingen-Schwenningen eine besondere Bedeutung zu. Langjährige bilaterale Beziehungen „Unsere Delegation hat bewusst die IHK Schwarzwald- Baar-Heuberg besucht, weil sie die Region aufgrund ihrer innovativen Produkte und Dienstleistungen sehr spannend findet“, so Generalkonsul Scharpf. IHK-Prä- sidentin Birgit Hakenjos lobte die langstehenden bila- teralen Beziehungen und ging in ihrer Begrüßungsrede auf die aktuellen Themen ein, welche die Unternehmen in der Region jetzt nach der Pandemie und insbeson- dere durch den Ukraine-Russland-Krieg beschäftigen. „Die Zeitenwende erfordert zum einen die Suche nach neuen Wirtschaftspartnern und zum anderen auch den Ausbau von bestehenden Märkten, wie zum Beispiel mit den USA.“ Sie verwies dabei auf das große Inter- esse der Unternehmen an der IHK-Länderwoche USA im März dieses Jahres. Beispielhaft berichteten IHK-Vizepräsident Thomas Butsch (HEBUmedical GmbH, Tuttlingen) und IHK- Vollversammlungsmitglied Wolfgang Weber (IMS Gear SE & Co KGaA, Donaueschingen) über ihre Erfahrungen im transatlantischen Geschäft. Clemens Boog (Conti- nental AG, Villingen-Schwenningen), Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses, erläuterte die Vorzüge der dualen Berufsausbildung, welche von besonderem Interesse für den Generalkonsul war: „In den USA sind die Universitäten ein wichtiger Faktor in der Qualifika- tion und als Innovationstreiber. In Deutschland ist dies das duale System aus Betrieben und Berufsschulen. Hier können wir viel voneinander lernen, um uns zu- kunftssicher aufzustellen.“ Der Umgang mit Veränderungen und Unsicherheiten in der Weltwirtschaft und am eigenen Standort war ein wiederkehrendes Thema im Gespräch. Die Reprä- sentanten der IHK erläuterten den geschichtlichen Hintergrund der Wirtschaftsregion, und wie stark der vergangene Wandel in der Uhrenindustrie die Menta- lität bis heute prägt. Vom Ein-Mann-Betrieb bis zum globalen Konzern seien sich die Unternehmen der Re- gion bewusst, dass Innovation und Investitionen in die Zukunft – vor allem in die Aus- und Weiterbildung – den Fortbestand des Unternehmens sichern. Beide Seiten sehen in diesen Themenfeldern Anknüp- fungspunkte für eine verstärkte Zusammenarbeit. Das Potenzial für Projekte im Bereich Innovation, Bil- dung und Clusterinitiativen sei erheblich. „Innovation und Bildung kennen keine Grenzen – deshalb freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit“, so Birgit Hakenjos. MSch Jörg Hermle | Fachbereich International 07721 922-123 hermle@vs.ihk.de „ Beim Besuch des US-Generalkonsul Norman Thatcher Scharpf wurde deutlich, dass der Ausbau der Beziehungen beider Länder künftig eine stärkere Bedeutung zukommt. Von links: Jan Kotowski (Generalkonsulat), IHK-Außenwirtschaftsreferent Jörg Hermle, Nicho- las Abbate (Generalkonsulat), Clemens Boog, Norman Thatcher Scharpf, Birgit Hakenjos, Thomas Butsch, Wolfgang Weber sowie die IHK-Geschäftsbereichsleiter Thomas Wolf und Philipp Hilsenbek. Anknüpfungspunkte zur verstärkten Zusammenarbeit US-Generalkonsul zu Wirtschaftsgesprächen in der IHK Bild: Christian Beck Information Die IHK und die US-Vertretung in Deutschland bieten regelmäßig länderübergrei- fendeVeranstaltungen an. So präsentierte die US-Botschaft in Deutschland zuletzt die Transatlantic InnovationWeek ( www.tiw-innovation.com ), die auchAnlass des Besuches in der IHK war. Die IHK plant in Zusammenarbeit mit der AHK die Teilnahme an einem Innovationscamp im Silicon Valley im kommenden Jahr und führt eine Interessentenliste.Ansprechpartner ist Jörg Hermle vom IHK-Fachbereich International 07721 922-123 hermle@vs.ihk.de . »In Deutschland ist das duale System aus Betrieben und Berufsschulen Innovations- treiber«

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