Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August '21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
25 7+8 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten Eröffnen neuer Beschriftungsmöglichkeiten? Machen wir. JöWe Laserbearbeitung GmbH · Brambach 18 · 78713 Schramberg-Sulgen Tel.: 0 74 22 / 99 165 0 · Fax: 0 74 22 / 99 165 29 · www.joewe.de Was ist Ihre Heraus- forderung? Testen Sie uns. www.seger-automation.com Software Datenerfassung Pharmalösungen Schaltanlagenbau AUTOMATION fähigen Energiequellen, zu betreiben. Dies ist schon bei den heute eingesetzten Verbren- nungsmotoren problemlos möglich. Wie soll dieser Energiebedarf gedeckt werden? Würde man nur zwei Prozent der Sahara mit Sonnenkollektoren bestücken und daraus synthetische Kraftstoffe herstellen, könnte der gesamte weltweite Energieverbrauch kli- maneutral gedeckt werden. Somit wären das zentrale Problem der Energiespeicherung und auch das Transportproblem gelöst. Technik und Infrastruktur sind vorhanden, man muss nur die Kraftwerke bauen. Mittelfristig können sicherlich der Wasserstoffverbrennungsmo- tor und die Brennstoffzelle ihre Marktanteile erhöhen. Auch diese Technologien sind ökolo- gisch nachhaltig. In der auf Deutschland und die EU begrenzten Diskussion wird vollständig ausgeblendet, dass ausgemusterte Autos in der Dritten Welt noch 20 bis 30 Jahre fahren. Wollen wir etwa weitere 20 bis 30 Jahre 1,3 Milliarden Verbrenner weltweit mit fossilen Kraftstoffen betanken? Dabei stünden längst genügend private Investoren wie beispiels- weise Porsche oder die Mineralölkonzerne in der Warteschleife, um Produktionsstandorte für E-Fuels zu bauen. Man braucht nur die politischen Rahmenbedingungen dazu. Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten der Zulieferer in der Region ein? Kurzfristig werden Pkw-Zulieferer durch den starken Nachholbedarf in Folge der Corona- pandemie extrem ausgelastet sein. Gleich- wohl – und dies ist für mich der langfristig ent- scheidende Indikator – hat der Maschinenbau durch den Transformationsprozess seit etwa zweieinhalb Jahren circa 40 bis 50 Prozent weniger Aufträge aus der Automobilindu- strie. Denn in neue Verbrennungsmotoren wird so gut wie nicht mehr investiert. Inso- fern gehe ich davon aus, dass sich zwei von drei Zulieferern für Teile im Antriebsstrang neue Betätigungsfelder suchen müssen – wenn nicht zügig politisch-technologieoffen agiert wird. Dies liegt daran, dass die Bear- beitungszeiten am Antriebsstrang für reine Elektrofahrzeuge maximal ein Drittel der Be- arbeitungszeiten von Verbrennungsmotoren betragen. Es muss also umgehend die poli- tische Blockadehaltung aufgegeben und die CO 2 -Bilanzierung aller Antriebe richtiggestellt werden. Im Gegensatz zu batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen mit dem heutigen, durchschnittlichen Strommix wären regene- rative Kraftstoffe wie Wasserstoff und E-Fuels einhundertprozentig CO 2 -neutral. Interview: Martin Schmidt
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