Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'21 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
21 6 | 2021 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten sorgt für Stimmungsumschwung in wichtigen Abnehmerländern auch eine verstärkte Nachfrage nach Rohstoffen zur Folge, beispielsweise nach Stahl oder für die Produktion von Halbleitern. Dies könnte nicht nur zu Lieferengpässen bei der hei- mischen Industrie führen, sondern auch über steigende Rohstoffpreise zu höheren Produktionskosten. Insgesamt hat das Kreditgewerbe aus der Region dazu beigetragen, dass viele Firmen bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen sind. Are- ndt Gruben, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwarzwald-Baar, verweist auf die umfangreiche Unter- stützung seiner Branche bei der Ab- wicklung der Coronahilfen: „Regel- mäßige Anpassungen, Erweiterungen und Korrekturen der Hilfsprogramme führten zu zahlreichen Fragen bei unseren Kunden. Um dabei schnell und unkompliziert zu unterstützen, haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilweise auch an Sams- tagen gearbeitet. Mit großem Erfolg – weit über die Hälfte der Hilfsmittel wurde zu Beginn der Coronakrise be- antragt. Eine zweite oder gar dritte Welle an Liquiditätsengpässen blieb somit aus.“ Der wirtschaftliche Aufschwung in der regionalen Industrie verbessert die Fi- nanzlage der Betriebe. 48 Prozent der befragten Unternehmen aus der Region bewerten sie mit gut. Jürgen Findeklee, Vorstandsvorsitzen- der der Volksbank Schwarzwald-Donau- Neckar, ergänzt: „Wenn wir die aktuelle finanzielle Situation unserer Firmen- kunden mit deren Lage im Herbst 2020 vergleichen, so sehen wir hier eine deutliche Entspannung. Die Mehrzahl der Konten weist eine solide Liquiditäts- situation aus. Außerdem ist die Nachfra- ge nach Krediten, die zur Überwindung der Folgen aufgrund der Coronakrise benötigt wurden, signifikant zurückge- gangen, wohingegen wieder verstärkt Investitionskredite verlangt werden. Für uns ein klares Indiz für den wirtschaftli- chen Aufschwung in der Region.“ Auch aus Sicht von Markus Waizenegger, Vorstands- vorsitzender der Kreissparkasse Tuttlingen, bestehen zumindest in der Industrie aktuell kaum Liquiditätseng- pässe: „Nach einem noch etwas verhaltenen Jahres- beginn hat die heimische Industrie wieder spürbar an Fahrt aufgenommen. In aller Regel verfügen die Unternehmen über ausreichend Liquidität, teilweise werden Zusatzkredite aus dem vergangenen Jahr nicht beansprucht und zurückgegeben. Auch die durch fehlenden Konsum extrem hohe Liquidität bei den Banken dürfte die Finanzierungsbedingungen der Unter- nehmen in den nächsten Monaten eher positiv beeinflussen.“ AS Anne Spreitzer Fachbereich Standortpolitik 07721 922-156 spreitzer@vs.ihk.de »Es werden wieder verstärkt Investitions- kredite verlangt« Jürgen Findeklee Vorstandsvorsitzender Volks- bank Schwarzwald-Donau- Neckar »Die heimische Industrie hat spürbar an Fahrt aufge- nommen« Markus Waizenegger Vorstandsvorsitzender Kreissparkasse Tuttlingen Staatliche Corona-Hilfen und die Branche Finanzdienstleistungen Aktueller Stand der Auszahlungen auf Bundesebene * Volumen Anträge Auszahlungsquote Sommer 2020 88,3 % 29,3 % Frühjahr 2021 81,3 % 62,5 % Novemberhilfe | 25.11.20–30.04.21 Dezemberhilfe | 23.12.20–30.04.21 Überbrückungshilfe 1 | 06.20–09.10.20 Überbrückungshilfe 2 | 21.10.20–31.03.21 Überbrückungshilfe 3 | 10.02.21–31.08.21 Neustarthilfe | 16.02.21–13.08.21 Die mit Abstand größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung von Finanzdienst- leistern im IHK-Bezirk: ** Corona- Pandemie Inlands- nachfrage * zum 11.05.2021 ** Mehrfachnennungen möglich Antragszeitraum 6,94 Mrd. € 80 % 78 % 7,55 Mrd. € 85 % 1,68 Mrd. € 89 % 2,98 Mrd. € 54 % 11,66 Mrd. € 93 % 1,11 Mrd. €
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