Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'21 - Hochrhein-Bodensee
24 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten 1 | 2021 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee Warum gibt es einen Außenwirtschafts- ausschuss – welche Bedeutung hat das Thema im IHK-Bezirk? In Deutschland hängt jeder fünfte Arbeits- platz am Außenhandel. Export und Import sind eine Jobmaschine. Unsere Region war schon immer, nicht zuletzt auch durch die direkte Nachbarschaft zur Schweiz, Frank- reich und über den See hinweg auch mit Ös- terreich, international ausgerichtet. Bedingt durch die Grenznähe ist die Bedeutung der Außenwirtschaft in der Bodenseeregion noch größer als im Bundesdurchschnitt. Entsprechend hoch ist die Bedeutung der Außenwirtschaft in der IHK und bei den Un- ternehmen im Bezirk. Das zeigt sich auch an der hohen Exportquote unserer interna- tional orientierten Industrie. Der Landkreis Lörrach zum Beispiel hatte in den letzten Jahren Exportquoten von über 63 Prozent und liegt damit über dem Landesdurch- schnitt. Auch Konstanz hat eine konstante Quote von 54 Prozent bei produzierenden Unternehmen. Damit sind auch Dienstleister wie Verzollungsagenturen und Speditionen eingebunden, aber auch Banken als Export- kreditversicherer. Trotzdem hat unsere Weltkarte noch große weiße Flecken. Es gibt gigantische Märkte, die wir uns noch nicht erschlossen haben. Der Außenwirtschaftsausschuss kann daher eine bedeutende Rolle als Türöffner spie- len. Dabei geht es nicht nur um Wachstum, sondern auch um Risikominimierung und Stabilität für die Unternehmen. Den Unter- nehmen ein Forum für den Austausch zu geben und gleichzeitig eine breite Basis für die Meinungsbildung der Vollversammlung bei allen internationalen Fragen zu haben, ist die Aufgabe des Ausschusses. Dabei werden durchaus auch mal kritische The- men diskutiert, andererseits, und das ist auch wichtig, werden Informationen über Märkte und Fachthemen aus erster Hand ausgetauscht. Wer sind die Mitglieder des Ausschusses? Bei der konstituierenden Sitzung einigten wir uns auf eine Art Geschäftsordnung, da- mit der Austausch bestmöglich funktioniert. Im Kern steht der Anspruch „von Mitglie- dern für Mitglieder“, was bedeutet, dass ein Mitglied bei bestimmten Themen auch sei- nen Sachverstand einbringt und auch mal dazu vorträgt. Es soll möglichst authentisch und praxisnah sein. Grundsätzlich sind im Ausschuss alles erfahrene Experten, die die Schlüsselbranchen der Region repräsen- tieren. Wir haben uns auf rund 30 Mitglie- der geeinigt, damit eine Aussprache und Diskussion noch innerhalb einer Sitzung möglich ist. Wie wird man Mitglied? Die Unternehmenstätigkeit muss fachlich zum Thema international passen. Wenn Interesse besteht, laden wir gerne zu ei- ner Sitzung ein. Erfreulicherweise haben wir immer eine gute Teilnahmepräsenz und großes Interesse an der Mitarbeit. Da wir eine breite Branchenverteilung haben, besteht keine direkte Konkurrenzsituation und es wird offen gesprochen, was für den Erfahrungsaustausch wichtig ist. Ansons- ten ist das formale Vorgehen wie bei den anderen Ausschüssen, die personenbezo- gene, offizielle Ernennung erfolgt durch den Präsidenten. Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich? Wir versuchen in jeder Sitzung ein Fach thema aufzunehmen und eine Region oder Serie: Die IHK-Ausschüsse (3/7) » Ungeheurer Wissensvorsprung « Sieben thematische Ausschüsse mit zusammen 200 ehrenamtlichen Mitgliedern arbeiten der Vollversammlung und der Geschäftsführung der IHK zu. In einer Interviewserie befragen wir die jeweiligen Aus- schussvorsitzenden zur Rolle, den Themen und Besonderheiten ihrer Ausschüsse. Diesmal: Christian Bücheler, Vorsitzender des Außen- wirtschaftsausschusses. ZUR PERSON Christian Bücheler (60) ist geschäftsfüh- render Gesellschafter der Transco-Grup- pe. Der internationale Logistikdienstleis- ter mit Hauptsitz in Singen und einem europaweiten Niederlassungsnetz zählt rund 600 Beschäftigte. Bücheler stieg beim 1970 gegründeten Logistikanbieter Transco in den 1980er-Jahren als Ferien- jobber ein. Nach seinem Abschluss als Agraringenieur und einem berufsbeglei- tenden Logistikstudium übernahm er die Anteile der Gründer Siegfried Wellm und Helmut Bruttel und führt das Unterneh- men seit 2005 als geschäftsführender Gesellschafter. Kerngeschäftsfeld des Unternehmens sind seit der Gründung die internationalen Transporte, darüber hinaus ist Transco im Wachstumsfeld Kontraktlogistik aktiv und verfolgt eine Expansionsstrategie vor allem im ost- europäischen Raum. Mit einem hohen Anteil an Bahnverladungen zählt Transco zu den Pionieren in der Grünen Logistik.
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