Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Februar'20 -Hochrhein-Bodensee

31 2 | 2020 IHK-Zeitschrift Wirtschaft im Südwesten IHK Hochrhein-Bodensee REGIO REPORT Tandemprojekt zwischen Geflüchteten und Studierenden ausgezeichnet Preis für Konstanzer Projekt „TASK“ D as Tandemprojekt TASK – Tandems von Studie- renden und Auszubildenden im Landkreis Kons- tanz – wurde Anfang Dezember vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württem- berg in Stuttgart mit dem Preis für offene Wissenschaft ausgezeichnet. Es ist ein Kooperationsprojekt der Uni- versität Konstanz, des Landratsamts Konstanz, der Be- schäftigungsgesellschaft Landkreis Konstanz gGmbH und der IHK Hochrhein-Bodensee. Beim Projekt TASK dreht sich alles um die Integration geflüchteter Men- schen in den (Aus-)Bildungs- und Arbeitsmarkt. Der Preis für offene Wissenschaft wurde 2018 erstmals vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg ausgelobt und 2019 zum ersten Mal vergeben. Er würdigt herausragende Vorhaben, die Wissenschaft und Bürgergesellschaft in vorbildlicher Weise verbinden. „In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass eine Be- rufsausbildung in Deutschland insbesondere junge Menschen mit Fluchthintergrund vor erhebliche Her- ausforderungen stellt“, so Elisabeth Maué vom Fachbe- reich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kons- tanz. Das gelte in Bezug auf die deutsche Sprache, die Fachsprache, die berufsschulischen Anforderungen und die Alltagsorganisation, aber auch in Bezug auf Missverständnisse aufgrund kultureller Unterschiede. Hier setzt das Projekt „TASK“ an. „TASK“ hilft, wo die Bürokratie an ihre Grenzen stößt Ziel des Kooperationsvorhabens ist es, Auszubildenden mit Fluchthintergrund durch eine kostenlose, indivi- duelle Einzelförderung durch Studierende der Wirt- schaftspädagogik bei ihrer Ausbildung zu begleiten und ihnen so den Einstieg in die Ausbildung oder den Beruf zu erleichtern. Es wird jeweils ein Auszubildender an einen Studierenden vermittelt. Die Auszubildenden lernen an ihren individuellen Bedarfen orientiert genau das, was sie benötigen, um ihre Ausbildung erfolgreich absolvieren oder abschließen zu können. So helfen die Studierenden ihren Partnern etwa bei Fragen rund um ihre Ausbildung, bei der Nachbereitung von Unterrichts- stoff, bei der Prüfungsvorbereitung oder durch die Ver- mittlung von Lernstrategien. Auch wenn Wissenslücken geschlossen werden müssen, beispielsweise in Mathe- matik, helfen die Studierenden weiter. Qualifizierung von Auszubildenden und Studierenden Damit wirkt das Projekt insbesondere auch Ausbil- dungsabbrüchen entgegen, weiß Jan Vollmar, Projektlei- ter zur Integration junger Flüchtlinge bei der IHK. „Mei- ne Aufgabe ist, zu schauen, dass die Jugendlichen ihre Ausbildung starten, aber auch erfolgreich abschließen. Das gemeinsame Projekt mit der Universität Konstanz eröffnet dabei durch das Ein-zu-eins-Setting außerge- wöhnliche Möglichkeiten zum Lernen, aber auch einen interkulturellen Austausch.“ Ihrerseits profitieren die angehenden Berufsschullehrerinnen und -lehrer von der Erfahrung, Beziehungen zu Menschen mit Fluchthin- tergrund aufzubauen und Bildungsinhalte verständlich zu erklären. Während ihrer Arbeit im Tandem werden die Studierenden mit wissenschaftlichen Seminaren, interkulturellem Training, einem Workshop zu Deutsch als Zweit- und Fremdsprache sowie durch Supervision in Kleingruppen unterstützt und begleitet. red Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer mit den Preisträgern Jan Vollmar, Paul Glaßner, Barbara Ette und Elisabeth Maué (von links). Weitere Informationen zum Projekt, Einblicke in die Tandemarbeit und die Möglichkeit für interessier- te Auszubildende, sich für das Projekt anzmelden, gibt es auf der Homepage von TASK: https://www. wiwi.uni-konstanz.de/ task/, Ansprechpartner bei der IHK ist Jan Vollmar 07531 2860-181, jan. vollmar@konstanz.ihk.de

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