Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November '19 -Südlicher Oberrhein

Wirtschaft im Südwesten 11 | 2019 22 REGIO REPORT   IHK Südlicher Oberrhein Von der IHK vermittelter Gambier erhält einen Integrationspreis Ausgezeichneter Auszubildender M uhammed und Ibrahim: Die beiden Vornamen kommen aus dem gleichen arabisch-muslimischen Kulturkreis. Als Muhammed Sowe nach seiner abgebrochenen Bäckerlehre (die Arbeitszeiten ließen sich nicht mit der Unterbringung im Wohn- heim vereinbaren), von der Arbeitsagentur an die IHK zu Ibrahim Sarialtin vermittelt wurde, freute der junge Gambier sich des- halb. Das habe ihm die Kontaktaufnahme zu dem Fachberater für Flüchtlingsintegration erleichtert, berichtet Sowe. Er vertraute Sarialtin und ließ sich gern auf dessen Vorschläge ein. Der IHK- Berater wusste, dass die Freiburger Historia GmbH auf der Suche nach einem Auszubildenen für ihr Lager war und stellte den Kon- takt zu Geschäftsführerin Sophie Bender her. Sowe absolvierte dort zunächst eine einjährige Einstiegsqualifizierung und im An- schluss die zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen. Diese hat er nun erfolgreich abgeschlosssen und zudem den mit 250 Euro dotierten Integrationspreis 2019 der Max-Weber-Schule für sein besonderes persönliches Engagement erhalten. Der Preis und der Abschluss sind auch eine Bestätigung für Sarialtins Arbeit. „Ich habe mir gedacht, dass er weiterkommen könnte“, sagt der IHK-Berater. Er hat den jungen Gambier als sehr aufgeschlossen und zugewandt erlebt. Muhammed Sowe, der in seiner Heimat als Polizist gearbeitet hatte, habe schnell verstanden, welch wichtige Rolle die Sprache für eine gelungene menschliche wie berufliche Integration spiele, berichtet seine Klassenlehrerin Isabel Sackers. Darüber hinaus habe er sich in besonderem Maße um seine Mitschüler gekümmert und sich engagiert für deren und seine eigenen Rechte eingesetzt. Historia- Chefin und -Ausbilderin Sophie Bender sieht in Sowes Werdegang vom Praktikanten mit rudimentären Deutschkenntnissen zunächst zum Auszubildenden und nun zum festen Mitarbeiter, der fließend Deutsch spricht, eine Erfolgsgeschichte. Sowe arbeitet jetzt Vollzeit bei Historia und kann so seine kleine Familie ernähren. Er wohnt mit seiner Frau und seiner einjährigen Tochter in einer Wohnung in Gottenheim. Über seinen Asylantrag wurde allerdings bislang noch nicht entschieden. Wenn dieser bewilligt wird, bekommt er eine Aufenthaltserlaubnis; im Falle einer Ablehnung kann er immerhin bis zum Ablauf der „2+2“-Regelung in Deutschland bleiben. ine Neujahrsempfang am 13. Januar Tradition zum Jahresbeginn T raditionell wird die IHK Südlicher Oberrhein das neue Jahr mit ihrem Neujahrsempfang beginnen. Am Montag, 13. Januar 2020, trifft sich die regionale Wirtschaft ab 18 Uhr mit Vertretern aus Poli- tik, Verwaltung und gesellschaftlichen Institutionen im Konzerthaus Freiburg. Welchen Weg nimmt die Wirtschaft? Die IHK lädt dazu ein, den Blick zum Jahresanfang in die Zukunft zu richten, im Gespräch Ideen zu entwickeln und gemeinsam Pläne für 2020 zu schmieden, aber auch das alte Jahr noch einmal zusammen Revue passieren zu lassen. In seiner Neujahrsrede wird der IHK-Präsident einen Blick auf Lage der Wirtschaft werfen und die sich daraus ergebenden Ver- pflichtungen für Unternehmen und Gesellschaft ansprechen. naz Die Einladungen zum Neujahrsempfang 2020 verschickt die IHK Anfang Dezember per E-Mail sowie per Infopost. Interessierte, die gern teilnehmen und die Einladung per E-Mail erhalten möchten, sollten sich bis Mitte November zum Einladungsser- vice per Mail anmelden unter www.suedlicher-oberrhein.ihk.de/mailservice Muhammed Sowe (links) an seinem Arbeitsplatz im Lager der Freiburger Historia GmbH mit seiner Chefin Sophie Bender und Ibrahim Sarialtin von der IHK.

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