Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '19 -Südlicher Oberrhein
9 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 29 IHK-Symposium zeigt den vernetzten Laden als Chance für den lokalen Einzelhandel auf Im Netz säen, lokal ernten A ktuell freut sich der stationäre Einzelhandel in Deutschland noch über steigende Umsätze. Laut dem Handelsverband HDE ist in diesem Jahr bundesweit mit einem Umsatzzuwachs von zwei Prozent auf knapp über 537 Milliarden Euro zu rech- nen. In Zeiten des digitalen Wandels steht der Handel jedoch vor der Herausforderung, auch digital sichtbar zu sein, um lokal gefunden zu werden. In drei Sessi- ons, zwei Expertenpanels, drei Workshops sowie ei- nem „Markt der Möglichkeiten“ informierte im Juli ein Symposium über die Chancen einer digitalen Zukunft für den Einzelhandel. Veranstalter des Sym- posiums war die IHK Südlicher Oberrhein; zu den Kooperationspartnern gehörten der Handelsverband Südbaden, die Volksbank Freiburg sowie der regionale Digihub. „Das Digitalisierungsbudget im Handel muss künftig so wichtig werden wie die Kosten für Wasser, Strom oder Gas“, sagte Udo Latino von „brodos.net“ , einem Anbieter von Lösun- gen für Omnichannel im Handel. Denn nur so könne der Handel in Zeiten des allgemeinen, digitalen Wandels mithalten und Kunden- erwartungen erfüllen. „Der Schlüssel liegt darin, die Kanalvorteile des stationären Han- dels wie sinnliche Erlebnisse, Beratung oder Service vor Ort mit den Onlinevorteilen wie einer globalen Präsenz mit niederschwelligen finanziellen Mitteln zu verknüpfen“, meinte der On- lineexperte bei seinem Vortrag zur ersten Session der Veranstaltung unter dem Titel „Der Handel im digitalen Wandel“. Dabei sei nicht jede digitale Technik zielfüh- rend. „Durch die sinnvolle Nutzung von Social Media im Gespräch zu sein, ist besser als einen halbherzigen Onlineshop zu betreiben“, erklärte Jörg Lehnerdt von der BBE Handelsberatung. Welche Möglichkeiten und digitalen Helferlein für den Handel zur Verfügung stehen, erfuhren die Teilnehmer in der zweiten Session. Hier standen Themen wie Chat- bots, Same-Day-Delivery, Social Media und Big Data auf dem Programm. Die letzte Session beschäftigte sich schließlich mit der Verknüpfung von stationär und online in Form von Multichanneling. Praxisna- he Tipps lieferten die Workshops. Dabei erfuhren die Teilnehmer mehr über Tools zur Suchmaschinenoptimierung, über E- Mail-Marketing sowie zur rechtssicheren Gestaltung von Onlineshops. Und das Wissen ist gefragt: Gerade einmal 49 Prozent der mehr als 80 Ver- anstaltungsteilnehmer aus der Region gaben bei einer Onlineabstimmung via Digitaltool während der Begrüßung an, dass sie bereits einen Onlineshop be- treiben. „Viele Händler wissen noch nicht, in welche Richtung sie bei der Digitalisierung gehen sollen und wie die konkrete Umsetzung jeweils funktioniert. Qualifikation ist jedoch der Schlüssel zur Umsetzung“, erklärte Thomas Kaiser, Referent für Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK. Für alle, die weitere Antworten auf ihre Fragen suchen, wurden zwei Expertenpanels eingerichtet, in denen Fachleute den Teilnehmern rund um das Thema digitale Geschäftsprozesse und Onlineshops Tipps und Ratschläge lieferten. Wer danach direkt loslegen woll- te, konnte sich beim „Markt der Möglichkeiten“ an 22 Dienstleister aus der Region wenden, die an Ausstel- lungstischen über ihre Angebote informierten. heo Experten sind sich einig: Eine digitale Präsenz ist für den Einzelhandel alternativlos. Wie der Handel mit dem digitalen Wandel Schritt halten und daraus zugleich Mehrwert für sich und seine Kunden schaffen kann, war das Thema des IHK-Symposiums „Digitale Zukunft Einzelhandel“. Knapp 200 Besucher fanden sich zum Branchen- treffen Mitte Juli im Forum Merzhausen in Freiburg ein. Alle Vorträge sind als PDF verfügbar unter www.digitale-zukunft- einzelhandel.de Zudem sind zwei Video- sessions zu sehen unter: www.suedlicher-ober- rhein.ihk.de 4491486 Weitere Informationen über die Veranstaltung bei Thomas Kaiser 07821 2703-640 thomas.kaiser@ freiburg.ihk.de. Im Opening unter der Moderation von Susanne Stuckmann von der IHK gaben IHK Geschäftsbereichsleiter Simon Kaiser, Volksbank-Vor- stand Volker Spietenborg und Handelsverbandspräsident Philipp Frese (von links) die wichtigsten Botschaften mit auf den Weg. »Das Digitali- sierungsbud- get muss so wichtig werden wie Kosten für Wasser, Strom oder Gas« Udo Latino , brodos.net
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