Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September '19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
9 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 33 Teleskopstapler Gabelstapler Mietpark Neu- u. Gebrauchtgeräte Service Weisz Gabelstapler GmbH Werner-von-Siemens-Str.14 | 78224 Singen a. Htwl. | Tel.: 07731 - 7 99 55 - 0 ANZEIGE sische Fälscher direkt europäische Endkunden und versorgen sie durch äußerst günstige internationale Warensendungen mit Fakes in kleiner Stückzahl. Der Zoll ist gegenüber der Flut von kleinteiligen Warensendungen weitgehend machtlos. Gibt es überhaupt wirksame Gegenstrategien? Die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich in China in den letzten Jahren im Bereich IP-Schutz deutlich verbessert. Ich sage immer: „Wer Recht hat, bekommt auch Recht – wenn er professionell vorgeht.“ Wir verfolgen in unserer Projektarbeit einen holistischen Ansatz, der neben der rechtlichen Verfolgung mittels Patent- oder Markenverletzungs- verfahren auch noch zahlreiche andere flankierende Maßnahmen beinhaltet. Die chinesischen Gesetze eröffnen uns hier viele Möglichkeiten. Wie kann ich die Produktpiraterie vor Ort möglichst effektiv bekämpfen? Wir empfehlen hier die von uns so benannte „Atombomben-Strategie“. Was sich sehr martialisch anhört, beinhaltet im Wesentlichen zunächst einmal die Bekämpfung eines besonders großen oder aktiven Fälschers mit der vollen Härte des chinesischen Gesetzes. Ein Gießkannen-Prinzip führt nicht zum Erfolg, denn einzelne, unkoordinierte Maßnahmen verpuffen im Regelfall. Sobald diese konzertierten Maßnahmen zum Erfolg führen, kommunizieren wir die Erfolge sehr breit an Zulieferer und Abnehmer der Fälscher, um darüber zu informieren, dass sie mit Gesetzesbrechern zusammenarbeiten und dies besser unterlassen sollten, um nicht selbst das nächste Ziel von Maßnahmen der Originalhersteller zu werden. Weiterhin veröffentlichen wir in anerkannten chinesischen Print- und Online-Medien PR- Artikel über das konsequente Vorgehen des Markeninhabers, um potenzielle Nachahmer abzuschrecken. Die Wirkung solcher Kampagnen ist nicht zu unterschätzen. Gibt es eine allgemeine Vorgehensweise? Typischerweise beginnen wir ein neues Projekt mit verdeckten Ermittlungen gegen ein Zielunternehmen oder Netzwerk durch den Einsatz speziell geschulter IP-Detektive. Sie agieren beispielsweise als interessierte Großkunden und bauen eine Geschäftsbeziehung zum Fälscher auf. Der nächste Schritt ist die Beweissicherung für Razzien und Zivilverfahren. Unter Beisein eines Notars werden Muster der gefälschten Produkte gekauft und der gesamte Kauf- prozess notariell mit Bildern dokumentiert. Unterstützend dazu werden Websites und Online-Angebote der Fälschungen beglaubigt. Danach beginnt die eigentliche Vorbereitung und Durchführung der rechtlichen Maß- nahmen. Nach dem positiven Urteil startet dann die oben erwähnte PR-Kampagne zur Abschreckung weiterer Nachahmer. Die flankierenden Maßnahmen können nach Belieben parallel zum Prozess gestartet werden. Interview: Carmen Herzberg IHK-Veranstaltung „Produkt- und Markenpiraterie in Chi- na wirksam und nachhaltig bekämp- fen“ lautet das Thema einer kosten- freien Veranstaltung mit Alexander Gangnus am 10. Oktober um 18 Uhr in der IHK in Villingen. Der Piraterie- Experte steht nach seinem Vortrag zum Austausch zur Verfügung und bietet die Möglichkeit, am Folgetag (11. Oktober) nach vorheriger Termin- absprache individuelleAnliegen noch- mals vertieft zu besprechen. Anmeldungen und Terminvereinbarungen unter www.ihk-sbh.de (Rubrik Veranstaltungen).
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