Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

6 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 31 ANZEIGE IHK-Präsidentin befürwortet Reform des Zuwanderungsrechts Sinnvolle Änderung I n einem nun veröffentlichten Positionspapier begrüßt die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg die geplante Reform des Zuwanderungsrechts. Aus Sicht der Wirt- schaft gibt es aber auch noch Nachbesserungsbedarf. IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd freut sich über den Vorstoß der Regierungskoalition: „Der Gesetzentwurf geht in die richti- ge Richtung: Er schafft viele bürokra- tische Hemmnisse bei der Einstellung von ausländischen Mitarbeitern ab und erleichtert vor allem die Beschäftigung von Menschen mit Berufsausbildung. Bislang konzentrierte sich das Einwan- derungsrecht vor allem auf Akademiker. Angesichts der hiesigen Arbeitsmarkt- verhältnisse halte ich diese Änderung für sehr sinnvoll.“ Unbefriedigende Rechtslage Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg hat als wirtschaftsstarke Region im länd- lichen Raum besonders mit Fachkräfte- mangel zu kämpfen. „Wir sind daher auf die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern angewiesen“, so Birgit Hakenjos-Boyd weiter und fügt hinzu: „Die aktuelle Rechtslage ist für unsere Mitgliedsunternehmen in dieser Hinsicht sehr unbefriedigend.“ Wolf-Dieter Bauer, Justitiar der IHK, kennt die Probleme bei der Einstellung von Ausländern aus der Beratungs- praxis: „Wenn ein potenzieller Mitarbeiter gefunden wurde, dauert es meist noch sehr lange, bis er auch tatsächlich anfangen kann zu arbeiten. Die Unterneh- men würden stark von einer Entbürokratisierung profi- tieren.“ Aktuell werde vor Einstellungen aufwendig ge- prüft, ob ausländische Abschlüsse mit ihren deutschen Pendants vergleichbar sind. Dies sei aber oft überhaupt nicht erforderlich, da sich die Anforderungen an Mitar- beiter von Unternehmen zu Unternehmen stark unter- scheiden. „Ich bin überzeugt, dass die Unternehmen selbst am besten wissen, wer zu ihnen passt und die notwendigen Kenntnisse mitbringt. Die betrieblichen Besonderheiten müssen Deutsche genauso wie Ausländer ohnehin im Arbeitsalltag kennenlernen.“ Keine übertriebene Bürokratie Der IHK ist es daher besonders wichtig, dass die Chancen, die ein modernes Zuwande- rungsrecht bietet, nicht durch übertriebene Bürokratie bei der Anerkennung von Ab- schlüssen blockiert werden. Die Berufsbil- dung wird international sehr unterschiedlich geregelt, hier lässt sich kaum Vergleichbar- keit herstellen. Gleichzeitig sammeln Arbeitnehmer natürlich auch während ihrer vorangehenden Berufs- tätigkeit Erfahrungen, die sie in Deutschland sinnvoll einbringen können. Dies macht es sehr aufwendig für eine Behörde, die Fähigkeiten eines Arbeitnehmers korrekt einzuschätzen. Die IHK schlägt daher vor, der Einschätzung der Unternehmer, dass ein Ausländer ausreichend für seine Stelle qualifiziert ist, einfach zu folgen. Das Positionspapier ist abrufbar in den Internetseiten der IHK unter www.ihk-sbh.de . bau Wolf-Dieter Bauer Fachbereich Recht und Steuern Telefon: 07721 922-168 bauer@vs.ihk.de Bild: IHK »Der Gesetz- entwurf geht in die richtige Richtung« Birgit Hakenjos-Boyd IHK-Präsidentin

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