Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'19 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wirtschaft im Südwesten 6 | 2019 30 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg IHK für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren Bremsen lösen O b eine neue Autobahnbrücke oder eine zusätzliche Produktions- halle: Planen und Bauen dauert in Deutschland viel zu lange. Auch in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg verzögern unübersichtliche und langwierige Planverfahren den Ausbau von Straßen, digitaler Infrastruktur oder Gewerbeansiedlungen. Die IHK fordert deshalb eine Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren. Eine Untersuchung von IHK und Regionalverband zur Gewerbeflä- chenentwicklung in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg hatte bereits letztes Jahr Schwierigkeiten aufgedeckt. Die Überregulierung in Bebauungsplänen, die Abstimmung verschiedener Planungsträger, sowie die Geschwindigkeit der Genehmigungsbehörden sorgen immer wieder für Verzögerungen. Ein kürzlich vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin veröffentlichtes Rechtsgutachten macht konkrete Vorschläge zur Beschleunigungen in Planungs- und Genehmigungsverfahren. Ein- heitliche Planverfahren für alle Infrastrukturprojekte, eine Reduktion der Planungsstufen und die digitale Verfügbarkeit aller Planungsun- terlagen sind nur einige Maßnahmen, die auch hier in der Region positive Auswirkungen auf die Geschwindigkeit von Planungsverfahren haben könnten. „Für unsere Unternehmen ist es wichtig, eine gute und leistungsfähige Infrastruktur zu haben und bei Neuansiedlungen oder Betriebserwei- terungen möglichst schnell Klarheit über die Genehmigungslage zu bekommen. Nur so bleibt die Region auch in Zukunft wettbewerbsfä- hig.“ sagt IHK-Geschäftsbereichsleiter Philipp Hilsenbek Im Straßenbau kommt hinzu, dass mittelständische Bauunternehmen systematisch vom Wettbewerb bei Großprojekten ausgeschlossen werden. „Seit Jahren werden die Rahmenbedingungen für den Mit- telstand schwieriger. Privat finanzierte Großprojekte – PPP Modelle – und die beschlossene IGA Infrastrukturgesellschaft für Autobahnen und andere Bundesfernstraßen führen tendenziell zu immer größeren Projekten, steigender Komplexität und höheren Risiken beim Auftrag- nehmer“, warnt Georg Graf Kesselstatt, geschäftsführender Gesell- schafter der J. Friedrich Storz Gruppe und Mitglied im IHK-Verkehrs- ausschuss. Das könne der Mittelstand nicht mehr stemmen. „Wenn die Politik nicht dagegen steuert, wird sich der Konzentrationsprozess im Straßenbau weiter verschärfen. Fairer Wettbewerb, bei dem möglichst viele Anbieter um das wirtschaftlichste Angebot konkurrieren, wird drastisch erschwert und geht zu Lasten der Steuerzahler.“ Die IHK unterstützt deshalb die Forderungen des DIHK mit Nachdruck und setzt sich für eine Änderung der Gesetzeslage ein. ms Martin Schmidt, Fachbereich Standortpolitik Telefon: 07721 922-207 martin.schmid@vs.ihk.de Infoveranstaltung des Industrie-Campus Heuberg Praxisnahe Studiengänge wurden vorgestellt I n Zeiten des demografischen Wandels, der Globalisierung und der Abwanderung der Landbevölkerung wirken sich die Folgen des Fachkräftemangels immer negativer auf Unternehmen in der Region aus. Um dieses Problem zu lösen, hat sich im vergangenen Jahr eine offene Arbeitsgruppe zusammengefunden mit dem Ziel, neue Studi- enlösungen zu entwickeln. Zur Initiative zählen aktuell 13 Industrieun- ternehmen aus der Region sowie die Erwin-Teufel-Schule Spaichingen, die Hochschule Furtwangen, der Förderverein Hochschulcampus Tuttlingen und die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Gemeinsam präsentierten sie bei der Informationsveranstaltung in der Akademie der Anton Häring KG das Industrie-Studium – eine besonders praxisorientierte Studienform zur Zukunftssicherung der Wirtschaftsregion Heuberg-Donautal. Die Studiengänge starten in den kommenden Monaten, darunter „Mechatronik und digitale Produktion“, bei welchem eine Ausbildung zum Zerspanungsme- chaniker oder Mechatroniker integriert ist. Ebenfalls einzigartig ist der „Industrie-Campus Heuberg“. Hier werden die Studierenden so genannte „Industrie-Module“ direkt in verschiedenen Unter- nehmen besuchen und dadurch von mehr Praxisnähe profitieren als anderswo. Ein Konzept, das auch kleinere Unternehmen unterstützt. Den Ab- solventen eines Industrie-Studiums sagt Jürgen Häring, Geschäfts- leitung der Anton Häring KG, eine rosige Zukunft voraus. Spätere Einsatzmöglichkeiten, so der promovierte Ingenieur, seien beispiels- weise die Positionen als Meister und Abteilungsleiter, als Experten für Prozesse sowie leitende Positionen im Qualitätsmanagement. Im nächsten Schritt sind Informationsveranstaltungen an den Schulen geplant, um die Schüler über die innovativen Zukunftsmöglichkeiten zu informieren. Und auch Unternehmen sind weiter dazu aufgefor- dert offizielle Ausbildungsbetriebe für das Industrie-Studium zu werden. Weitere Informationen sind abrufbar unter www.industrie- campus-heuberg.com. lei Martina Furtwängler Fachbereich Berufliche Ausbildung Telefon: 07721 922-164, furtwaenglerm@vs.ihk.de Information Anton Häring KG Ramona Leibold Anton-Häring-Straße 1, 78585 Bubsheim Telefon: 07429 932-593 ramona.leibold@de.anton-haering.com HFU – Hochschule Furtwangen Peter Anders, Gründungsdekan der HFU, Campus Tuttlingen Telefon: 07461 1502-6620 peter.anders@hs-furtwangen.de
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