Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'19 - Südlicher Oberrhein

1 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 23 auch die wildesten Ideen diskutieren, wenn wir sie letztendlich auch nicht bis zum Schluss verfolgen“, warnte Peterka. Nebel betonte, wie wichtig lebenslan- ges Lernen und die Weiterbildung seien. „Mein Herz ist in Sachen DSGVO geteilt“, gestand Schabhüser in der Runde. „Überbürokratisierung ist ein digitales Hemm- nis.“ Reimer bremste die Freude auf die Milliardenin- vestition der Bundesregierung in Künstliche Intelligenz: „In Deutschland sind es drei Milliarden Euro in drei Jahren, in China 128 Milliarden in zweieinhalb Jahren.“ Nach dem Vormittag im Plenum ging es am Nachmit- tag in drei parallelen Sessions weiter. Hier hatten die Teilnehmer je nach Interessenschwerpunkt die Wahl zwischen Digitalisierungsthemen aus Industrie, Han- del oder Logistik, ehe es zum Abschluss des Tages in einer weiteren Diskussionsrunde um „Wirtschaft 4.0 – Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten“ ging. Roland Wiesler vom Verpackungs- spezialisten Faller aus Waldkirch kritisierte, dass er bei seinen Auszubildenden nicht das Gefühl habe, dass die Digitalisierung in den Schulen angekommen sei. „Es müsste eine bessere Vernetzung von Schule, Politik und Unternehmen geben.“ Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK, for- derte in dem Zusammenhang, dass auch der Prozess, in dem neue Berufe entstehen, beschleunigt werden müsse, um diese der Realität in den Unternehmen an- zupassen. In den Metall- und Elektroberufen habe man das durch ein agiles Verfahren geschafft. Kaiser: „Aber beim Bauzeichner ist noch immer eine Anforderung die 2D-Zeichnung, dabei wird die überhaupt nicht mehr angewandt.“ Volker Schebesta, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, beton- te, wie wichtig ihm der Dialog mit der Wirtschaft sei. Daraus sind bereits die sogenannten Lernfabriken 4.0 entstanden, eine von 16 im Land ist an der Gewerblich- Technischen Schule Offenburg eingerichtet worden. „Die Lernfabrik 4.0 ist ein Labor, das im Aufbau und in der Ausstattung industriellen Automatisierungslösun- gen gleicht und in dem Grundlagen für anwendungsna- he Prozesse erlernt werden können“, erklärte der stell- vertretende Schulleiter Jochen Dapp. „Maschinenbau und Elektrotechnik werden dabei durch professionelle Produktionssteuerungssysteme verknüpft.“ Alle vier Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass es in der Berufsausbildung nicht reiche, nur Tablets zur Verfü- gung zu stellen, sondern dass es bei der Ausbildung in der Digitalisierung vielmehr um die neuen Anwendun- gen und den Umgang mit diesen gehe. naz »Überbüro- kratisierung ist ein digitales Hemmnis«

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