Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'18 - Schwarzwald-Baar-Heuberg
12 | 2018 Wirtschaft im Südwesten III N ach der jüngsten Bekanntgabe der Umlage zur Förderung der erneuer- baren Energien (EEG-Umlage) sieht die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg jedoch keine echte Entlas- tung für den Mittelstand. „Zwar ist die Senkung der EEG-Umlage um knapp 0,4 Cent auf 6,405 Cent pro verbrauchter Kilowattstun- de ein kleiner Lichtblick für unsere heimischen Unter- nehmen, aber spürbar billi- geren Strom wird es trotz- dem nicht geben. Steigende Erzeugungskosten, Offshore-Netzumlage und CO 2 -Emissionshandelspreise werden die Senkung für den Endkunden wieder aufwiegen“, kritisiert IHK-Vizepräsidentin Bettina Schuler-Kargoll. Schon heute zahlen deutsche Unterneh- men im europäischen Vergleich einen der höchsten Strompreise. Daher ist es laut IHK umso wichtiger, die Kostenspirale durch geeignete Maßnahmen zu durchbrechen. Denn die Akzeptanz von Klimaschutz und Energiewende hängen nicht zuletzt von der Kostenbelastung ab, die jeder Verbraucher zu tragen hat. „Eine Maß- nahme wäre daher, Teile der EEG-Umlage aus Haushalts- mitteln zu finanzieren. Dafür könnten beispielsweise die Mittel aus der Stromsteuer verwendet werden. Wir re- den hier immerhin von bis zu sieben Milliarden Euro pro Jahr, mit denen der Bund die Stromrechnungen der Ver- braucher reduzieren könnte. Würde ein Teil der Kosten aus Steuermitteln finanziert werden, würde das den gesamt- gesellschaftlichen Anspruch des Projekts Energiewende unterstreichen“, so Schuler- Kargoll weiter. Tro Marcel Trogisch Fachbereich Innovation | Technologie Telefon: 07721 922-170 trogisch@vs.ihk.de »Eine Maßnahme wäre, Teile der EEG-Umlage aus Haushaltsmitteln zu finanzieren« EEG-Umlage Keine spürbare Entlastung für Verbraucher Weiterbildung im Zeichen der Digitalisierung Dozententreffen der IHK Akademie D ie Weiterbildung im Zeichen der zunehmenden Digitalisierung stand im Mittelpunkt des dies- jährigen Treffens von Dozenten der IHK-Akademie im Technik-Museum in St. Georgen. „Die Digitalisierung macht sich nicht nur in der Industrie immer stärker bemerkbar. Auch Handel, Dienstleister oder die Frei- zeitwirtschaft müssen sich darauf einstellen“, sagt Akademieleiterin Annett Meyer. Das verändere auch die Anforderungen bei der Weiterbildung der Mitar- beiter nachhaltig. Die IHK Akademie habe mit ihrem aktuellen Weiterbildungsprogramm 2019 deshalb ein gutes Angebot für lebenslanges Lernen und zusätzliche karrierefördernde Qualifikationen. „Beispielsweise entspricht der Abschluss zum Geprüf- ten Technischen Betriebswirt (IHK) nun dem Masterab- schluss an einer Hochschule“, so Annett Meyer, „das beweist, wie hochwertig die Aufstiegsweiterbildung bei der IHK ist und schon bisher war. Die IHK-Weiterbildung ist mindestens so gut wie ein Bachelor-Studium“. Eine berufliche Karriere mit zusätzlichen Qualifikationen im Anschluss an die duale Ausbildung biete jungen Fach- und Führungskräften in der Industrie darüber hinaus weitere Vorteile. Die Chance, mit einem Techniker- oder Meister-Abschluss eine unbefristete Anstellung zu finden, sei höher als mit einem Hochschulabschluss. Abgerundet wurde das Dozententreffen durch den Vortrag von Trainer und Unternehmensberater Gregor Kern zum Thema „Gehirn 1.0 vs. Welt 4.0“, mit dem er geschickt aufgezeigt hat, welche pädagogischen Prinzipien künftig gefragt sind und wie sich Dozenten am besten auf eine komplexe und digitale Welt vorbe- reiten. So/bk Sandra Sorgatz, IHK Akademie Telefon: 07721 922-264, sorgatz@vs.ihk.de Bild: Sandra Sorgatz Unternehmensberater Gregor Kern beim Dozen- tentreffen der IHK Akade- mie in St. Georgen. Bettina Schuler-Kargoll, IHK Vizepräsi- dentin, kritisiert die hohen Strompreise in Deutschland.
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