Vor dem Lernen gut beraten

In dieser Serie erläutern wir aktuelle Themen und Stichworte rund um das Gewinnen und Beschäftigen von Fachkräften. Diesmal geht es um die Weiterbildungsberatung, die die IHK und die IHK-Akademie ihren Mitgliedsunternehmen und bildungsinteressierten Arbeitnehmer anbieten.
Bild: Adobe Stock - kwarner

Frau Weber, warum ist Weiterbildungsberatung wichtig?
Sonja Weber: Weil das Angebot an Weiterbildungen – vom Tagesseminar bis zum Meisterkurs – mittlerweile so groß und vielschichtig ist, dass ein Lotse da schon sehr hilfreich ist. Und vor allem ist es für Weiterbildungsinteressierte oft gar nicht so einfach zu beurteilen, mit welchem Angebot sie die angestrebte Qualifikation erreichen oder welche Qualifizierung überhaupt für ihr Karriereziel sinnvoll ist.

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Sonja Weber, Weiterbildungsberaterin und Teamleiterin Weiterbildungsprüfungen/Sach- und Fachkundeprüfungen, IHK Südlicher Oberrhein, Freiburg

Beraten Sie übergreifend oder nur zu IHK-Weiterbildungen?
Weber: Ganz korrekt heißt das, was wir tun, „trägerneutrale Weiterbildungsberatung“, sprich: Wir beraten bezogen auf den gesamten Weiterbildungsmarkt. Es geht ja darum, das am besten passende Angebot für das jeweilige Kundenanliegen zu finden. Da kann am Ende dann eine IHK-Weiterbildung bei herauskommen – aber auch etwas ganz anderes. Wir suchen von regional bis bundesweit, was passen könnte.

Wen beraten Sie?
Weber: Mehrheitlich Einzelpersonen, also Arbeitnehmer, die sich weiterentwickeln wollen. Aber es wenden sich auch Unternehmen an uns.

Was möchten die Betriebe dann wissen?
Weber: Vorgesetzte möchten oft gerne wissen, wie sie einen Mitarbeiter für eine neue Aufgabe passgenau qualifizieren. Oder es geht um Zulassungsvoraussetzungen für Fortbildungen. Ob beispielsweise jemand mit einem bunteren Lebenslauf einen bestimmten Abschluss machen kann. Auch in Bewerbungsphasen kommen Unternehmen auf uns zu, um etwa zu erfragen, ob und wie ein an sich interessanter Kandidat für die Stelle qualifiziert werden kann, so dass sie sich für ihn entscheiden können.

Was benötigen Sie für die Beratung?
Weber: Bei Einzelpersonen fordere ich oft einen Lebenslauf an, um mir vorab einen Überblick zu verschaffen. Ansonsten arbeiten wir uns telefonisch voran.

Haben Sie spezielle Branchen im Fokus oder können Sie alles?
Weber: Wir beraten zu allen IHK-Branchen – und damit auch zu solchen, für die die IHK gar kein so großes Weiterbildungsangebot hat, wie etwa die Baubranche oder das Gastgewerbe.

Können Sie auch Fragen zur Finanzierung beantworten?
Weber: Bei Einzelpersonen auf jeden Fall. Da haben wir Informationen zu Förderprogrammen. Bei Unternehmen ist meist der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur der bessere erste Ansprechpartner. Wenn es dann weiter um Nachqualifizierung und in Richtung Berufsabschluss geht, kämen die über unsere Ausbildungsberater bei uns vorbei.

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Andreas Klöble, Leiter der IHK-Akademie Südlicher Oberrhein, Freiburg

Herr Klöble, Nachqualifizierung, Berufsabschluss… Womit wir bei der IHK-Akademie wären. Die Akademie hat auch eine Weiterbildungsberatung, richtig? Andreas Klöble: Ja, haben wir. Bei uns geht es oft eher um die Detailberatung. Beispielsweise, wenn jemand Einzelhandelskaufmann gelernt hat, lässt der sich bei uns zum Handelsfachwirt beraten. Oder eine Kauffrau für Büromanagement steht vor der Entscheidung, mache ich jetzt den Wirtschaftsfachwirt, den Industriefachwirt oder den Fachwirt für Büro- und Projektorganisation. Wir erklären die Unterschiede und helfen bei der Orientierung. Manchmal bietet sich eher eine Präsenzfortbildung, manchmal eines unserer innovativen Onlineformate. Manchmal führen die Klassiker zum Ziel, ein andermal bringen einen Trendthemen weiter, wie etwa der Fachwirt in E-Commerce, der Meister Vernetzte Industrie oder über unsere Anbindung an die DIHK der Data Analyst oder der Cyber Security Advisor. Wir verschaffen den Leuten den Überblick, was es alles gibt und was sich wofür eignet. Was möchten speziell Unternehmen von Ihnen wissen? Klöble: Unternehmen melden bei uns zum Beispiel ihren Weiterbildungsbedarf, und wir entwickeln mit ihnen zusammen ein passgenaues firmeninternes Angebot. 25 davon haben wir im vergangenen Jahr durchgeführt. Das kann ein „einfaches“ Seminar sein, etwa ein AEVO-Update für Ausbilder, oder ein Zertifikatslehrgang, wo firmenintern dann gleich zehn Kollegen zur Fachkraft Metall ausgebildet werden, oder auch ein Langzeitformat wie etwa die Nachqualifizierung von Mitarbeitern.                 Das Gespräch führte Ulrike Heitze.
Bild (oben): Adobe Stock – kwarner

Mehr zur Weiterbildungsberatung bei der IHK Südlicher Oberrhein unter www.ihk.de/freiburg – 1335492
Mehr zur Weiterbildungsberatung bei der IHK-Akademie Südlicher Oberrhein unter https://ihkakademie.com/beratung/ihre-ansprechpartner-vor-ort
Spezielle Anlaufstelle für Firmentrainings unter https://ihkakademie.com/firmentraining
Mehr zu den Firmentrainings im Kurz&Knackig Morgenimpuls zum Fokus Fachkräfte am 21. November, 8.15 bis 8.45 Uhr. Teilnehmen unter https://veranstaltungen.freiburg.ihk.de/kurzundknackig

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