Mehr digitale Formate
Wegen pandemiebedingter Absagen oder Verschiebungen wurden jüngst einzelne Fachmessen in digitaler Form durchgeführt. Bislang hatten die Messegesellschaften dies eher als Konkurrenz zu den üblichen...
Was genau bieten Sie an?
Zum einen hochwertige Veranstaltungen für geschlossene Gesellschaften und seit neuestem auch eine „Software as a Service“-Lösung. Wir arbeiten wie eine Eventagentur, nur für unsere Location. Circa zwei Drittel unserer Veranstaltungen sind Hochzeiten, das andere Drittel Firmenveranstaltungen wie Sommerfeste, besondere Tagungen, Weihnachtsfeiern. 2019 haben wir gleich viel Umsatz mit Firmen wie mit Hochzeiten gemacht. Bei uns waren schon Jobrad, Oetiker oder Burda. Der Vorteil von Firmen ist: Die kommen auch mehrmals.
Warum vertreiben Sie jetzt auch Software?
Die Idee reicht vier bis fünf Jahre zurück. Die Gründe kennen viele Eventlocations: viel Papierkram, komplizierter Informationsfluss bis zur letzten Minute, lange Kundengespräche, überlastete Führungskräfte. Ich komme vom Onlinemarketing, bin sehr digitalaffin und kam so auf die simple Lösung, die Planung online mit einer Art Eventkonfigurator abzubilden. Das haben wir zunächst nur für uns umgesetzt und damit eine Menge Arbeit gespart, Prozesse optimiert und sogar den Umsatz pro Veranstaltung erhöht. Weil das auch anderen Locations nützen würde, haben wir uns 2019 entschieden, das Tool ganz neu aufzusetzen und mit der Marke Eventcloud an den Markt zu gehen.
Gründer: Josa Rudow (33)
Ort: Ihringen
Gründung: Januar 2018
Branche: Veranstaltungen
Idee: Hochzeiten, Firmenevents und die passende Software
Wie lief’s bislang, welche Auswirkungen hat Corona?
Seit Oktober sind unsere Kunden des Hofguts auf der Eventcloud und planen ihre Veranstaltung. Im November haben wir den Vertrieb für die Software gestartet. Es ist zwar gerade nicht so leicht ist, mit den Locations ins Gespräch zu kommen. Aber die, mit denen wir sprechen, sind begeistert. Bei den Veranstaltungen hatten wir jedes Jahr Rekorde. Wir beschäftigen vier feste Mitarbeiter und einen Azubi sowie 70 bis 80 Aushilfen in der Hauptsaison. Auch 2020 sah anfangs sehr gut aus. Im Frühjahr begannen dann die Absagen und Verschiebungen. Wir mussten umplanen und überlegen, wie wir das Jahr ohne Veranstaltungen finanzieren. Der Umsatz lag 2020 unter zehn Prozent des Vorjahres. Wir haben relativ hohe flexible Kosten, die konnten wir runterfahren. Ab Sommer gab es doch ein paar Buchungen, das hat uns geholfen, auch die Überbrückungshilfe. Für 2021 ist unser Kalender zwar voll, aber die Unsicherheit noch groß.
Haben Sie Hochzeitsspezialist selbst schon eine gefeiert?
Ja, 2012 natürlich auf dem Lilienhof. Insofern habe ich auch einen emotionalen Bezug zum Gebäude. Mittlerweile haben wir vier Kinder zwischen sieben und einem Jahr.kat
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