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Günstig und umweltschonend
Regenwasser zu nutzen kostet nichts, ist umweltschonend und – fast – überall auf der Welt möglich. Das hat Otto Friedrich Graf bereits vor annähernd 60 Jahren erkannt und mit diesem Grundgedanken ein florierendes Industrieunternehmen aufgebaut. Eines der meist verkauften Tiefbauprodukte der Firma ist der Regenwassertank „Carat“, der unterirdisch, meist im Garten von Ein- oder Mehrfamilienhäusern, installiert wird, und den es in vielen verschiedenen Ausführungen gibt, auch als Herzstück ganzer Systeme entweder zur Gartenbewässerung oder zur Nutzung des Wassers für Toilettenspülung und Waschmaschine. Je nach Größe fassen die Tanks 2.700 bis 6.500 Liter. Das auf dem Bild dargestellte Exemplar nimmt 4.800 Liter auf, ist knapp zwei Meter breit und hoch sowie etwas mehr als zwei Meter lang. Es wiegt circa 185 Kilogramm und besteht aus dunkelgrauem Polypropylen. Den im Jahr 2007 entwickelten Carat-Tank hat Graf bislang weit mehr als 100.000 Mal verkauft, davon circa die Hälfte im Ausland.
Weltgrößte Spritzgießmaschine
Der Produktionsprozess ist für Tanks einzigartig: Zähflüssiger Kunststoff wird unter hohem Druck in ein Spritzgießwerkzeug eingespritzt. Auf der größten Spritzgießmaschine der Welt (so das Unternehmen) mit einem Gewicht von 600 Tonnen entstehen so Halbschalen, die nach dem Abkühlen gefräst und dann – für den Inlandsmarkt – zusammengeschweißt werden. Für das Exportgeschäft erfolgt die Montage mithilfe von Keilen und einer Dichtung erst auf der Baustelle. Das hat den Vorteil, dass sich Halbschalen wesentlich kostengünstiger transportieren lassen: In einen Container passt das achtfache Volumen an Halbschalen als an fertig zusammengesetzten Tanks. Pro Tag fertigt Graf mehrere Dutzend Tanks. Sie halten im Boden auch ausgesprochen hohe Lasten aus, sodass man mit schweren Fahrzeugen darüber hinwegfahren kann. Das Unternehmen gibt 30 Jahre Garantie auf die Tanks. Vertriebsweg ist der Baustofffachhandel. Graf ist europäischer Marktführer für diese Produkte.
Nachhaltigkeit als Unternehmensprinzip
Neben der Regenwassernutzung befasst sich Graf beispielsweise mit Abwasserbehandlung, Versickerungssystemen und Löschwasserbevorratung. Das Produktspektrum umfasst weit über 1.000 Artikel. Graf legt großen Wert auf Nachhaltigkeit. So stammen 80 Prozent der eingesetzten Energie aus regenerativen Quellen, und 70 Prozent (das entspricht 40.000 Tonnen) des eingesetzten Propylens sind Rezyklate. Dafür hat Graf vor zwei Jahren ein Werk in Herbolzheim eröffnet. Produktionsstandorte gibt es neben dem Hauptsitz in Teningen und dem neuen Werk in Herbolzheim in Dachstein im Elsass, in Polen und in Australien. Ein sechstes Werk ist derzeit in Neuried in der Ortenau im Bau, wo man auch besonders große Tanks (bis zu weit über 100.000 Liter Fassungsvermögen) im klassischen Rotationsverfahren herstellen will. Seit 1996 ist neben dem Gründer Otto Friedrich Graf auch dessen Sohn Otto Peter Graf als Geschäftsführer tätig. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr mit 600 Mitarbeitern einen Umsatz von 120 Millionen Euro erzielt. Das Umsatzwachstum ist seit vielen Jahren zweistellig.
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