Landtagspräsidentin Muhterem Aras zu Gast
Beim Besuch von Muhterem Aras auf IHK-Einladung tauschte sich die Landtagspräsidentin bei einem Unternehmerinnen-Lunch in Donaueschingen-Aasen mit Frauen in Führungspositionen und in IHK-Funktionen aus....

Die Unternehmen, die schon in den Bereichen Personal (Fachkräftemangel), Material (Lieferketten), Finanzierung (Zinsentwicklung) und Arbeitskosten (Inflation, anstehende Lohnrunden) extrem gefordert sind, blicken mit Sorge auf den kommenden Winter, wenn es um die Versorgung mit Energie geht. Viele sehen ihre Geschäftstätigkeit in Gefahr, andere fürchten gar, energieintensive Produktionsprozesse ganz einstellen zu müssen. Die Unsicherheit, wen es im Falle einer Mangellage in welchem Umfang trifft, zehrt an den Nerven.
Sorge vor Dominoeffekten
„Die Unternehmen sind sich bewusst, was es für sie, für die Wirtschaft insgesamt, aber auch für die politische und soziale Stabilität unserer Gesellschaft bedeutet, wenn die Energiesicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Das wurde in unserer Diskussion sehr deutlich“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Claudius Marx. „Das größte Schadenspotenzial liegt dabei noch nicht einmal in der Beeinträchtigung des einzelnen Unternehmens, sondern in einem Dominostein-Effekt der Unterbrechung von Produktionsketten. Die Gasversorgung besitzt in vielen industriellen Bereichen eine erhebliche ‚Systemrelevanz‘. Fällt etwa die Produktion in der Grundstoffe verarbeitenden Chemie aus, sind nicht nur die davon unmittelbar betroffenen Unternehmen lahmgelegt, es brechen vielmehr ganze Wertschöpfungs- und Produktionsketten zusammen, die auf die jeweiligen Vorprodukte angewiesen sind – mit der Folge, dass am Ende auch Medizinprodukte, Lebensmittel oder der Healthcare Bereich betroffen sind – weil Vorprodukte ausbleiben oder auch nur, weil die notwendige Verpackung fehlt. Damit kommen auch Unternehmen in Gefahr, die selbst gar nicht von einem Gas-Stopp betroffen wären, von den dann gravierenden Folgen für den Arbeitsmarkt gar nicht zu reden.“

Gemeinsame Kraftanstrengung
„Angesichts der angespannten Lage müssen wir gemeinsam alles dafür tun, für den Winter genug Gas zu haben. Das bedeutet, dass wir alle mehr Energie sparen müssen, die Wirtschaft genauso wie die Bürgerinnen und Bürger“, so Thomas Conrady, Präsident der IHK. „Mittlerweile herrscht in dieser Frage ein breiter gesellschaftlicher Konsens. Nicht nur die Politik hat die europarechtlich vorgegebene Priorisierung zugunsten der Privathaushalte als problematisch erkannt, auch die Bürgerinnen und Bürger sprechen sich immer öfter für eine faire Lastenverteilung aus. Sie wissen, was passiert, wenn die Unternehmen nicht mehr die Energie bekommen, die sie brauchen. Dann müssten die Mitarbeitenden in Kurzarbeit geschickt oder gar Beschäftigung abgebaut werden. Diesem Szenario gegenüber kann die Temperatur in unseren Badezimmern keinen absoluten Vorrang genießen.“ Energiesparen wird das Thema der kommenden Monate sein, glaubt auch Claudius Marx. „Viele Unternehmen haben bereits als Reaktion auf die enorm anziehenden Preise Maßnahmen zur Senkung ihres Energieverbrauchs ergriffen, an weiteren Einsparmöglichkeiten wird gearbeitet. Die Unternehmen arbeiten mit Hochdruck an Konzepten, die Energiesparpotenziale heben und höhere Energieeffizienz und/oder die Umstellung auf andere Energiequellen vorsehen. Der private Sektor, der fast ein Drittel unseres Gasverbrauches ausmacht, muss da gleichziehen.“
Vor diesem Hintergrund richten die Mitglieder der IHK-Vollversammlung vier Forderungen an die Politik:
Text: hw/mx
Bilder: Adobe Stock – New Africa (oben)/Achim Mende
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