Projekt eigener Laden

Sie verkaufen Souvenirs rund um den Rottweiler. Haben Sie selbst einen Hund?

Ich hätte gerne einen, habe aber leider noch keine Zeit für die liebevolle und konsequente Erziehung, die das Tier braucht. Familie und Job fordern mich, da bleibt wenig Zeit für Weiteres.

Wie kommt eine Landschaftsarchitektin in den Einzelhandel?

Ich arbeite seit zwanzig Jahren als Projektmanagerin. Der Laden ist auch ein Projekt, eben mein eigenes. Als meine Kinder mit der Schule fertig waren, wollte ich raus aus meinem Homeoffice, weil es mich einsam machte. Außerdem bin ich ein großer Fan von Rottweil und von besonderen Weihnachtskugeln. Als ich eigenen Rottweiler Christbaumschmuck entwickelt hatte, habe ich angefangen, über verschiedene Vertriebswege nachzudenken und über Modelle, wie ich das mit meiner Freiberuflichkeit vereinbaren kann. Der Laden hier stand leer, in der Tür hing ein Zu-vermieten-Zettel mit Telefonnummer. Mein Shop-Office war gefunden.

Rottweiler Haus

Gründerin: Ulrike Lehmann (53)

Ort: Rottweil

Gründung: August 2016

Branche: Einzelhandel

Idee: Außergewöhnliche Souvenirs

Und wie organisieren Sie jetzt Ihre zwei Tätigkeiten?

Mit WLAN geht heute alles. Vormittags bin ich weiterhin als Moderatorin und Dozentin unterwegs oder arbeite zu Hause, und nachmittags klapp’ ich hier den Rechner auf. Bei mir ist nichts klassisch, auch meine Öffnungszeiten nicht. Ich bin mir sicher, meine Kunden können damit umgehen. Neben dem Ladengeschäft finden sie mich auch bei Facebook und können dort bestellen, ähnlich wie in einem Onlineshop. Ich habe eine wachsende Community mit Fans weltweit.

Wer sind Ihre Kunden?

Natürlich Touristen, aber auch viele Einheimische, die besondere Geschenke aus der Heimat suchen. Im Sortiment habe ich eine Mischung aus selbst entwickelten Produkten und zugekauften. Alles hat irgendwie mit der Stadt zu tun.

Wie läuft’s? Wollen Sie irgendwann ganz auf Einzelhandel umsatteln?

Eigentlich nicht, mich inspiriert die Kombination. Bislang könnte ich vom Laden allein auch nicht leben. Aber er holt auf und ist jetzt mehr als ein Kostendeckungsbeitrag für die Büromiete. Mein Ziel ist es, jemanden einzustellen, der die geschäftsführenden Aufgaben übernimmt. Ideen entwickeln, Projekte umsetzen und vorantreiben: Das mache ich viel lieber.

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