Berufe vorstellen per Videochat
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Die deutschen und französischen Wirtschaftsakteure sind von Anfang an aktiv an diesem Prozess beteiligt: Um das Gebiet von Fessenheim, gleich jenseits des Rheins, wiederzubeleben, haben sich die französischen Partner – die Chambre de Commerce et d‘Industrie Alsace Eurométropole, die Région Grand Est, das Département Haut-Rhin, die Gemeinden Fessenheim, Colmar, Brisach, Mulhouse, einige Banken und andere Institutionen – mit den deutschen Partnern zusammengeschlossen. So sind neben der IHK Südlicher Oberrhein der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, die Städte und Gemeinden Freiburg, Breisach, Bad Krozingen und Hartheim sowie der Regionalverband Südlicher Oberrhein Mitgesellschafter.
Sobald die SEML im Handelsregister eingetragen ist, beginnt eine neue Etappe – mit Möglichkeiten für deutsche und französische Unternehmen: Die Hauptidee ist, auf der aktuell rund 55 Hektar großen Fläche einen umweltfreundlichen, innovativen grenzüberschreitenden Raum zu schaffen. Ein trinationaler Verbund aus fünf Universitäten der Oberrheinregion (Eucor), Fraunhofer, Trirhéna und anderer Partner haben bereits Vorschläge dazu gemacht. Sie regen zum Beispiel an, einen Gigawatt-Speicher und ein Batterie-Recycling-Unternehmen anzusiedeln oder ein Wasserstoffprojekt zu planen. L’Européenne de Biomasse, ein französisches Unternehmen, hat Interesse an einer Unternehmensgründung gezeigt, ausdrücklich, weil die geografische Lage es möglich macht, mit deutschen Partnern zu arbeiten.
Eine deutsch-französische Taskforce wird gegründet, um Novarhena mit Leben zu füllen. Parallel zur Einrichtung der nötigen Infrastruktur werden nun Gespräche zwischen Wirtschafts- und Forschungseinrichtungen, Industrie und Investoren sowie Kreditinstituten geführt werden müssen. Die SEML ist nicht zuletzt durch die Nähe zum Rhein und dem gut ausgestatteten Hafen Colmar/Neuf-Brisach hochattraktiv. Verbesserungspotenzial gibt es dagegen noch bei den Rahmenbedingungen fürs grenzüberschreitende Arbeiten, etwa Erleichterungen beim Entsendegesetz, die Carte BTP, die gesetzlichen Arbeitszeiten oder die Vergütung von Überstunden. Das Ziel muss sein, ideale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die deutschen Unternehmen den Schritt wagen, in der Gewerbezone in Fessenheim zu investieren.
Kann der von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Emmanuel Macron am 22. Januar 2019 unterschriebene Aachener Vertrag ein Impuls für die Entwicklung der SEML Novarhena sein? Kapitel 4, Artikel 13 des Aachener Vertrags klingt wie für das neue Areal gemacht: „Beide Staaten erkennen an, wie bedeutend die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik zur Förderung engerer Beziehungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern sowie zwischen Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze ist, einschließlich der in dieser Hinsicht wesentlichen Rolle der lokalen Behörden. Sie beabsichtigen, in Grenzregionen die Beseitigung von Hindernissen zu erleichtern, um grenzüberschreitende Vorhaben umzusetzen und den Alltag der Menschen, die in Grenzregionen leben, zu erleichtern.“
Auf der Gründungsversammlung des Verwaltungsrates am 14. April fielen bereits erste Entscheidungen: die Ernennung der Collectivité européene d‘Alsace, vertreten durch Michel Habig als Präsident des Verwaltungsrates, und von Xavier Marques als Generaldirektor der SEML Novarhena sowie der Beschluss, dem Generaldirektor alle Befugnisse zur Erledigung von Formalitäten und verschiedenen Genehmigungen zu erteilen.
Text: pm
Bild: Leonid Andronov – Fotolia
Pascale Mollet-Piffert
Mail: pascale.mollet@freiburg.ihk.de
Telefon: 07821 2703-610
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