Wie die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Einweihung betonte, ist das Werk die derzeit modernste Werkzeugmaschinenfabrik in Europa. In dieser Fabrik komme das Beste, das die Branche im Land zu bieten habe, zusammen: hier würden Maschinen gebaut, die höchst produktiv und höchst präzise seien und dabei Standards für das digitale Zeitalter setzten. Die Wirtschaftsministerin machte aber auch darauf aufmerksam, dass zehn Jahre Aufschwung erstmal vorbei seien, der Maschinenbau im Land habe im ersten Halbjahr starke Auftragsrückgänge hinnehmen müssen, die Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und Europa und schließlich der Brexit träfen die Branche ins Mark. Markus Flik berichtete ergänzend von einem außerordentlich schwierigen Marktumfeld, das mehrere Jahre Rückgänge für die Maschinenbaubranche erwarten lasse. Die Auftragseingänge bei Chiron lägen nach den ersten drei Quartalen 2019 um 20 Prozent unter denen des Vorjahres, das Umsatzminus bei rund zehn Prozent. Dennoch ziehe man nach übereinstimmender Auffassung der Gesellschafter, des Verwaltungsrates und der Geschäftsführung die Firmenstrategie (neue Produkte für vielfältige Zwecke) gerade in solchen Zeiten durch. Dies betonte auch Stephan Hoberg, einer der Gesellschafter des Unternehmens. Er führte aus, dass es der optimale Zeitpunkt für das neue Werk sei. Die Abhängigkeit Chirons von der Automotive-Industrie würde verringert, die neuen Maschinenbaureihen seien auch für andere Branchen ausgelegt. Dazu gehörten die Medizintechnik und die Luftfahrtindustrie.
Im vergangenen Jahr hatte Chiron bei einer Exportquote von rund 70 Prozent einen Umsatz von ziemlich genau 500 Millionen Euro erzielt. Weltweit sind 2.100 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 930 in Tuttlingen und Neuhausen. Das Unternehmen gehört seit 1957 den Düsseldorfer Familien Hoberg und Driesch. Sie betreiben in der nordrhein-westfälischen Hauptstadt auch den Röhrenhandel Hoberg und Driesch, der einen Umsatz von circa 200 Millionen Euro erzielt.
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