Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Der Gri‘ ums Klo Silikonfugen als Gummibänder aus Schnuller-Kautschuk: Mit dieser Idee starten die Ge ers aus March gerade durch – und setzen mit Investor Ralf Dümmel auf einmal wieder Millionen um… Eezee M it 60 noch ein Unternehmen grün- den? Warum nicht, wenn man eine geniale Idee hat! Dann scha”t man es sogar, dass sich in der Höhle der Löwen alle Investoren um einen reißen. Genauso ist es Sandra und HeikoGe”ers von Eezee aus March bei Freiburg gegangen, die eine Alternative zur Silikonfuge aus Kartuschen erfunden haben. Ratzfatz montiert, super einfach angebracht (daher eezee wie easy), abnehmbar, waschbar und sauberer als die klassische Fuge aus der Spritzpistole. Schimmelt nicht, vergilbt nicht, ist wasserdicht – aber banal einfach. „Wir haben selbst nicht geglaubt, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, Fugenbänder als Alter- native zur klassischen Silikonfuge anzubieten“, sagt Heiko Ge”ers. „Also haben wir erst mal einen Patentantrag in Europa und den USA ge- stellt, dann Gebrauchsmusterschutz beantragt und siehe da: Auf diese Idee ist wirklich noch keiner gekommen.“ Dabei haben sich die Ge”ers mächtig Zeit ge- lassen. 2008 ist die Ideemit der Gummiring-Fu- ge entstanden, 2020 die Entwicklung so richtig gestartet, 2023 wurde die Firma gegründet – und jetzt geht die Post ab. Die 100000 Euro Umsatz aus 2025 hat man in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres schon getoppt. „Zwei Millionen dürften es dieses Jahr werden“, sagen die Ge”ers. 2027 dann fünf Millionen. Dafür hat man Ralf Dümmel im Boot, der ge- rade seine Kontakte in der Baumarktbranche aktiviert, während die Ge”ers neun Handels- vertreter engagiert haben und bei den großen Fachhändlern für Handwerker gelistet wurden. Die Revolution der Silikonfuge Die Ge”ers kommen aus der Fugenbranche. Heiko Ge”ers hat vor 40 Jahren als Gas- und Wasser-Installateur angefangen, ist Haustech- niker geworden, hat die Herbolzheimer Firma Franz Herbstritt 2002 ge- und 2024 wieder verkauft. Herbstritt machte Bäder – und Heikos Frau Sandra hatte als Kundendienstleiterin im- mer wieder Diskussionen um Fugen. „Um ehr- lich zu sein: So ganz richtig kann das keiner“, sagt Heiko Ge”ers im Nachhinein. „Wenn ge- nug Platz ist und die Fuge nur gerade gezogen werden muss: kein Problem. Aber im Eck unter einemWC? Da sieht es ganz anders aus.“ Und so kam Sandra Ge”er auf die Idee mit dem Ring aus Silikonkautschuk, dem gleichen Material, aus dem auch Babyschnuller sind. 800 Millimeter lang, das reicht für konvex ge- formte Waschbecken, Urinale und Toiletten in Standardgröße. Für Sonderfälle gibt es das Fugenband, selbstklebend und zuschneidbar. Produziert wird bei den Gummiwerken Albtal in Marxzell, aber ob die auch eineweltweite Nach- frage bedienen können, bleibt abzuwarten. Genau darum aber geht es den Ge”ers mit In- vestor Dümmel, der für zehn Prozent der Anteile 100000 Euro auf den Tisch gelegt hat. Verkauft werden die Silikonringe zu Preisen um 15 Euro – und sind damit auch nicht teurer als eine gute Kartusche Silikon. „Für den Handwer- ker zählt am Ende das Tempo“, sagt Heiko Gef- fers. „Der Ring sitzt in ein paar Sekunden, die Fuge braucht eher fünf bis zehn Minuten und dann muss auch noch alles 24 Stunden aushär- ten.“ Ulf Tietge Foto: RTL/Stefan Gregorowius; Eezee Eezee anzuwenden: Tom-Lewis (l.), Sandra und Heiko Ge”ers präsentieren die Fertigsilikonfugen in der Höhle der Löwen. Die stülpt man einfach übers Klo. Eezee Gründer: Sandra und Heiko Ge”ers Gründung: März 2023 Branche: Baunebengewerbe Webseite: eezee-silicone.de Wirtschaft im Südwesten 3/2026 51

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