Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 - Hochrhein-Bodensee
Wirtschaft im Südwesten 3/2026 07 F ragt man Lutz Kampmann nach der aktu- ellen Auftragslage bei Litef, hat der Ge- schäftsführer nur Positives zu berichten. Man begegne derzeit einer „hohen Nachfrage“ – und ist damit nicht allein. Zuletzt ließ sich das bei der Pariser Rüstungsmesse erleben, der Eu- rosatory im Juni, bei der an vielen Ständen die Champagner-Korken knallten. In Freiburg gibt man sich ein bisschen boden- ständiger – auch als Aviation-Ausrüster. Litef ist seit 2001 Teil des US-Rüstungskonzern Nor- throp Grumman und einer der weltweiten Spe- zialisten für inertiale Navigation, die unabhän- gig von Signalen globaler Satellitensystemen ist. Und die sei in der Luftfahrt, beim Heer und der Marine gefragt, sagt Kampmann. Genaue Umsatzzahlen nennt der Litef-Chef nicht, aber das Unternehmen wächst. Zusätzlich zu den ak- tuell 600 Mitarbeitern am Standort sucht man kontinuierlich weitere. Auch der Oberndorfer Waffenhersteller Heck- ler & Koch entwickelt sich „wirtschaftlich sehr positiv“, so Pressesprecher Alexander Schuster. „2025 wurde mit einem Auftragseingang von 802 Millionen Euro ein historischer Höchstwert erreicht, der Umsatz lag bei 393 Millionen Euro.“ Heckler & Koch ist seit langem Partner der Bun- deswehr und stattet die Truppe aktuell mit einem neuen Sturmgewehr aus. Geplant sind 250000 neue Waffen. Das Auftragsvolumen soll rund 800 Millionen Euro betragen. Man merkt: Deutschland rüstet auf. Die Bun- desregierung und die Europäische Union ha- ben angekündigt, ihreMilitärausgaben deutlich zu erhöhen – um sich mehr sicherheitspoli- tische Eigenständigkeit zu erkaufen. Ein Ex- pertenteam um Tech-Investorin Jeannette zu Fürstenberg aus Donaueschingen, Airbus-Chef René Obermann und Moritz Schularick vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) schätzt im gerade erst veröffentlichten Sparta 2.0 Papier, dass Europa seine strategischen Fähigkeitslü- cken über das nächste Jahrzehnt mit zusätzli- chen Ausgaben von rund 500 Milliarden Euro schließen könnte. Die von Berlin und Brüssel angekündigten Mil- liarden wirken sich auch auf die Wirtschaft im Südwesten aus. Die Nachfrage nach Gütern aus der Rüstungsindustrie steigt – und nicht nur die kann von steigenden Investitionen in Verteidigungsfähigkeit und Infrastruktur pro-
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5