Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 - Hochrhein-Bodensee

Die Stadt hat was zu bieten Im Beliebtheitswettbewerb um Köpfe und Kohle punktet Freiburg mit Lebensqualität und konsistentem Image. Ein bisschen heile Welt, aber nicht zu bieder E s war um 1950, als Baden und Würt- temberg zu einem Bundesland ver- schmelzen sollten. Die Mehrheit der Südbadener wollte nicht, sie befürchteten, von den wirtschaftlich stärkeren Württembergern dominiert zu werden. Ein bisschen dieses Ge- fühls blieb hängen – auch wenn über die Jahre ein Augenzwinkern hinzu kam. Aber es ist noch gar nicht so lange her, da fühlte man sich in Freiburg von den „Hauptstädtern“ belächelt. Zu links-grün, alternativ und gemächlich, nur Ökos und Studenten auf Fahrrädern. Die Pro- vinz, schön zum Urlaubmachen, aber die große Industrie – die sitzt woanders. In Stuttgart, der Wiege des Automobils, mit dem Daimler, dem Porsche und Zulieferer-Giganten wie Bosch. „Scha•e, scha•e, Häusle baue“ statt badischer Gemütlichkeit. Heimat der wertvollsten KI-Firma Doch der Wind dreht sich. Während es in der Automotive-Branche leise zu kriseln beginnt, erblüht in Freiburg von der breiten ֕entlich- keit weitgehend unbemerkt ein Software-Öko- system. Ende Dezember wird bekannt, dass Black Forest Labs (BFL) eine Finanzierungs- runde über 300 Millionen Euro abgeschlossen hat und plötzlich kommt die wertvollste KI-Fir- ma Deutschlands aus der Breisgau-Metropole. Das erst 2024 gegründete Start-up rund um Robin Rombach und Andreas Blattmann wird mit 3,25 Milliarden Dollar bewertet und zählt zu den am schnellsten wachsenden KI-Unterneh- men Europas. BFL ist weltweit führend bei der Wirtschaft im Südwesten 3/2026 55

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