Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 - Hochrhein-Bodensee
Hochrhein-Bodensee 3/2026 38 D ieses Unternehmen wirkt wie ein Ana- chronismus in einer Zeit, die auf Digi- talisierung setzt. Doch Planungstafeln, Stellwände, Whiteboards und Dokumenten- halter werden nicht nur weiter benutzt, sie sind sogar nachgefragt. Ihre Vorteile: Sie sind nicht abhängig von Stromoder digitalen Netzwerken, für alle sichtbar, lassen sich überall anbringen und meist wiederverwenden. So zeitlos die Produkte – 8000 Artikel umfasst das Portfolio – auch sein mögen, Ultradex ar- beitet im Hier und Jetzt. Damit verbinden Ge- schäftsführer Clemens Friedrich und Jessica Walz, die nicht nur geschäftlich seine Partnerin ist, zukunftssichere Prozesse und kurze Lie- ferketten. „Das ist an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas kostspieliger, wird aber von Kundenseite immer öfter nachgefragt oder vorgegeben“, sagt Clemens Friedrich, der 2017 als vierteGeneration ins Familienunternehmen einstieg. 2022 zogen sich seine Eltern aus dem operativen Geschäft zurück. Verpackung neu gedacht Dazu passt ein Beispiel: Wurden Whiteboards oder Planungstafeln früher mit Schaumsto- kanten ummantelt und anschließend in Folie verschweißt, gibt es heute passgenaue Falt- kartons dafür. Die werden extra für Ultradex von der Udo Ziehr GmbH in Furtwangen her- gestellt. Die Umstellung war dem Unterneh- merpaar wichtig, obwohl „die Verpackung bei uns manchmal mehr kostet als das fertige Pro- dukt irgendwo im Internet.“ Clemens Friedrich ärgert das. Denn das Blech für eigentlich alle Whiteboards wird in Belgien hergestellt. „Von dort geht es nach Asien, wird da verarbeitet, kommt nach Deutschland – und ist trotzdem günstiger.“ Doch ein Zurück gibt es nicht. Zum einen, weil sie ihr Unternehmen sinnvoll führen wollen, zum anderen hat die Umstellung auch mit Kundenfreundlichkeit zu tun. „Früher hat ein gelber Sack nicht gereicht, um die Verpackung einer mittelgroßen Stellwand oder eines Glas- druckbilds zu entsorgen. Heute fallen als Kunst- sto nur die Bänder an, der Rest ist Pappe und Papier“, erläutert der Unternehmer. Ein weiterer Vorteil der Umstellung, die jetzt, inklusive einer Übergangsphase, anderthalb Jahre zurückliegt: Die 25 Meter lange Anlage, Setzen auf Nachhaltigkeit Jessica Walz und Clemens Friedrich zeigen, wie Verpackung kunden- und umweltfreundlicher gestaltet werden kann. Foto: Patrick Merck; Ultradex Analog, aber nicht von gestern Ultradex beweist, dass scheinbar altmodische Produkte im digitalen Zeitalter gefragt sind, wenn sie mit klarer Haltung, kurzen Lieferketten und echten Nachhaltigkeitsentscheidungen verbunden werden. Perspektive Zukunft
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