Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 03/26 - Hochrhein-Bodensee

W ie kann man sich künstliche Intel- ligenz vorstellen? „Wie Strom“, sagt ChatGPT. Denn KI ist unsichtbar und allgegenwärtig, ermöglicht Innovationen und avanciert immer mehr zu einer grundle- genden Säule unseres modernen Lebens und der Wirtschaft. Wie einst die Dampfmaschine, der Verbrennungsmotor oder die Elektrifizie- rung von Industriegesellschaften. In immer mehr Unternehmen ist künstliche Intelligenz keine technische Spielerei mehr, sondern fes- ter Bestandteil von Unternehmensstrukturen – und so ist es auch nur folgerichtig, dass re- gionale Energieversorger wie das E-Werk Mit- telbaden zusammen mit Systemhäusern wie der Leitwerk AG aus Appenweier Rechenzen- tren bauen, um KI im Südwesten eine Heimat zu geben. Bei der Edeka Südwest in Offenburg nutzen derweil Mitarbeiter Anwendungen wie Copi- lot und mit dem Edeka AI-Chat gibt es einen KI-Chatbot, der an das interne Wissensma- nagement angebunden ist. Das hilft dabei, Informationen schneller und gezielter abzuru- fen. „Parallel dazu laufen KI-Projekte zur Ana- lyse und Optimierung von Prozessen“, sagt Pressesprecher Florian Heitzmann. Mit der KI-basierten Software Relex wurde die Waren- steuerung neu aufgesetzt. Relex erstellt auto- matisiert bedarfsgerechte Bestellprognosen für die einzelnen Märkte und steuert damit direkt die Warenbeschaffung im Großhandel. „Die Software verknüpft den selbstständigen Einzelhandel nahtlos mit den Lagern und sorgt dafür, dass Waren zur richtigen Zeit in der pas- senden Menge verfügbar sind“. Relex hebe die Warendisposition bei Edeka Südwest auf ein neues Niveau, da die KI im Hintergrund kon- tinuierlich Daten auswerte, Nachfragen pro- gnostiziere und Bestellprozesse weitgehend autonom steuere. „Für den Einzelhandel be- deutet das: weniger manuellen Aufwand, eine spürbare Zeitersparnis und eine höhere Reak- tionsgeschwindigkeit“, so Heitzmann. Auch für kleinere Anwendungen setzt Edeka auf KI. So werden etwa Backempfehlungen anhand von Verkaufsverläufen und Faktoren wie Tageszeit oder Wetter erarbeitet. „Der Einsatz von KI ist KI-BEFÄHIGUNG Ihr Team kann es. K I - S T R A T E G I E Wo wirkt KI wirklich? KI-COMPLIANCE Sauber dokumentiert! Mail: thomas.schwittlich@ki-strategium.de AI-Consultant und KI-Stratege K O N T A K T 30 Minuten Erstgespräch. KI braucht Vom ersten Use-Case bis zum auditfesten Betrieb. In vier Etappen. Für Ihr Unternehmen. www.ki-strategium.de KI-BERATUNG + IMPLEMENTIERUNG FÜR DEN MITTELSTAND bei Edeka Südwest Teil der langfristig angeleg- ten digitalen Transformation. Wir planen, deren Einsatz weiter auszubauen und verstehen KI als strategischen Hebel für Effizienz, Innovations- kraft und Wettbewerbsfähigkeit.“ Die eigene KI-Welt Beim Einsatz von künstlicher Intelligenz geht es meist nicht umdie Entwicklung eigener Model- le, sondern darum, vorhandene Systeme so ein- zusetzen, dass sie perfekt zum Unternehmen passen. Gewissermaßen eine Kombination aus Public- und Private-KI. DieOffenburger Agentur Avenit verfolgt dafür einen Plattformansatz. Mit Vusyon hat Christian Seifert mit seinem Team eine Lösung geschaffen, die verschiedene KI- Modelle in einer einheitlichen Oberfläche bün- delt und mit den unternehmenseigenen Daten, ERP- und DMS-Systemen verbindet: von Mic- rosoft Azure über OpenAI und Anthropic bis hin zu Google. Der Vorteil: Unternehmen würden sich so nicht von einem einzigen KI-Anbieter abhängig machen, sondern die Kontrolle über Datenstandort und Modellauswahl behalten. „Vusyon wird bei uns intern und bei unseren Kunden für eine Vielzahl von Bereichen ein- gesetzt: Übersetzung technischer Dokumente – mit Einsparungen von bis zu 80000 Euro pro Jahr gegenüber externen Übersetzungsdienst- leistern–, automatischeMeeting-Protokolle mit Action-Item-Extraktion, Wissensmanagement auf Basis interner Handbücher und Share- Point-Bibliotheken, Compliance-Dokumenta- tion, vertriebsvorbereitende Prozesse, Markt- recherche sowie die Erstellung von Text- und Bilddokumenten“, sagt Senior Produkt Marke- ting Manager Cedric Holler. Infrastruktur und Sicherheit Je stärker KI in Prozesse integriert wird, desto höher sind die Anforderungen an Rechenleis- tung, Energieversorgung und Sicherheit. „Die- se Anforderungen lassen sich weder in klassi- schen Serverräumen noch ausschließlich in der PublicCloud optimal abbilden. Moderne, hoch- sichere Rechenzentren werden damit zu einem zentralen Baustein für leistungsfähige und wirt- schaftliche KI-Infrastrukturen“, sagt Ralf Schauf-

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