Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 02/26 -Südlicher Oberrhein
Wirtschaft im Südwesten 2/2026 52 Mit dem Handy filmen, wie man läuft, um dann detailliert zu erfahren, ob die körpereigenen Abläufe stimmen? Das macht das 2021 von Manuel Stein gegründete Tech-Start-up Sub- sequent möglich. Das Unternehmen bietet hochgenaue, echtzeitfähige Tracking-Systeme und Bewegungsanalysen auf Basis einfacher Videoaufnahmen. Die Konkurrenz aber ist groß. „Auf einem guten Markt ist man nie allein“, weiß Stein. Das Besondere an Subsequent sei, „dass wir ausschließlich auf Modelle setzen, die von uns kreiert und entwickelt wurden. Wir greifen nicht auf Verfahren anderer Anbieter zurück, die wir dann für unsere Zwecke optimieren müssten“. Dazu komme, dass für die notwendigen Auf- nahmen weder Sensoren, Laborbedingungen noch spezielle Kameras gebraucht werden. Ein Smartphone oder ein normales Fernsehbild seien ausreichend, um Bewegungsanalysen von Einzelnen oder ganzen Gruppen – etwa einer Fußballmannschaft – inklusive Interak- tionen untereinander zu erstellen. „Auf dieser Basis lassen sich Abläufe erkennen und opti- mieren, zum anderen lassen sich individuelle Profile von Aktiven anlegen.“ Das nutzten unter anderem der Deutsche Eishockeybund, der Österreichische Fußballverband oder Firmen wie die internationalen Talentspäher von Eye- ball und brachte Subsequent in den Jahren 2022 und 2023 eine ganze Reihe von Preisen und Auszeichnungen ein. Der technische Ansatz von Subsequent mit der Entwicklung eigener Modelle und seiner eige- nen KI trifft auch in der Politik auf ein positives Echo: 2022 erhielt Subsequent den Innova- tionspreis des Landes, ein Jahr darauf wurde es vom Bundeswirtschaftsministerium als digita- les Start-up des Jahres ausgezeichnet und war Landespreissieger Baden-Württemberg des KfW-Awards Gründen. Das Unternehmen zählt aktuell acht festangestellte Mitarbeiter. „Uns geht es gut“, sagt Stein, der keine konkreten Umsatzzahlen nennen möchte. Neue Lifestyle-App Neben der Analyse im Sport habe der Reha- Bereich für Subsequent an Bedeutung ge- wonnen. Daten und Auswertungen könnten in der stationären Bewegungstherapie eingesetzt werden, erläutert der Gründer: „Ein Referenz- unternehmen in diesem Bereich sind die Klini- ken Schmieder in Konstanz.“ Bisher ist die Subsequent allein im B2B-Seg- ment aktiv. „Doch das wird sich ändern“, ver- rät Stein, der einst an der Universität Konstanz Informatik studiert hat. Chancen sieht er vor allem imConsumer-Bereich. So steht eine „kos- tengünstige Lifestyle-App für Work-outs und interaktive Übungsanalysen im Home-Fitness- Bereich“ kurz vor der Veröffentlichung – doch auch hier ist die Konkurrenz groß. Das Beson- dere am Subsequent-Ansatz: Die Entwicklung der App lief ohne Risikokapital oder Investoren, sagt Stein. Überhaupt spielt Entwicklung bei Subsequent eine große Rolle. Das sieht man auch beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. „Aktuell leiten wir mehrere Projekte des Ministeriums, mit denen wir in etwa drei Jahren mehr als eine Million Euro in der Region investieren.“ Patrick Merck Gut vernetzt: Auf Einladung des scheidenden Landesvaters Winfried Kretschmann stellte Subsequent-Gründer Manuel Stein seine Technologie vor. Wie man mehr sieht Erst hagelte es Preise, dann wurde es ruhiger um die Konstanzer Bewegungs-Analytiker von Subsequent. Jetzt hat Gründer Manuel Stein neue Ideen und setzt auf Reha, eine Fitness-App und Forschung. Subsequent in Konstanz Subsequent Gründer: Manuel Stein Ort: Konstanz Gründung: 2021 Branche: Technologie Webseite: https://subsequent.ai Foto: Subsequent
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5