Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 02/26 -Südlicher Oberrhein

nehmen fahren auf Sicht“, sagt BWIHK-Vizeprä- sident Claus Paal. „Was wir jetzt brauchen, sind verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbe- dingungen und eine klareUnterstützung für of- fene Handelswege. Wenn sich die Lage weiter zuspitzt, drohen zusätzliche Belastungen für Produktion, Preise und Beschäftigung – das können wir uns wirtschaftlich aber derzeit nicht leisten.“ Wie die IHK hilft Was rät die Kammer in dieser Situation ihren Mitgliedern? „Jetzt ist strategische Robust- heit gefragt“, sagt Dieter Salomon. „Lieferketten breiter aufstellen, Abhängigkeiten reduzieren und Energiefragen aktiv managen. Als IHK unterstützen wir mit aktuellen Einschätzungen, individueller Beratung und unserem interna- tionalen Netzwerk.“ Ähnlich ist es in der Region Hochrhein-Bodensee bei Katrin Klodt-Buß- mann: „Als IHK bündeln und teilen wir Wissen und Erfahrungen. VieleUnternehmen beschäf- tigen sich spätestens seit der Corona-Pande- mie stetig mit dringlichen Handlungsfeldern wie der Diversifizierung von Lieferketten und erwägen, ob und wie umfangreich sie einen Vorrat an erforderlichen und schwierig zu be- schaffenden Materialien sowie Produktionsbe- standteilen anlegen.“ Laut Lars Feld sind dabei noch Hausaufgaben zu machen. DieWirtschaft sei „nicht wirklich“ besser für eine Krise ge- wappnet, wobei nicht nur Deutschland oder die EU davon betroffen sind, sondern auch die USA und der Rest der Welt. Immerhin: Der IWF gehe „noch von einem Dämpfer für die Welt- wirtschaft aus, nicht aber von einer erneuten Weltwirtschaftskrise“, so Feld. In den Ausschüssen und Arbeitskreisen der Freiburger IHK ist der Iran-Konflikt derweil eines der großen Themen – mit Sorge blicken Unter- nehmer beispielsweise auf Taiwans von Helium abhängige Chipindustrie. „In unseren Gremien wird intensiv darüber gesprochen, wie sich Ri- siken verändern und welche Anpassungen not- wendig sind. Es geht weniger um abstrakte Sze- narien, sondern um praktische Fragen: Kosten, Lieferfähigkeit und strategische Ausrichtung“, so Salomon. „Wie stark sich das am Ende auf die Beschäftigung auswirkt, hängt entschei- dend davon ab, wie lange die Unsicherheit an- hält.“ Das sieht auch Feld so: „Der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen wird weitergehen, die Arbeitslosigkeit dürfte moderat ansteigen. Beides hängt hierzulande aber stärker von den Strukturproblemen der Wirtschaft ab. Der erneute Energiepreis-Schock wird dennoch einen zusätzlichen Effekt haben.“ Lieferengpässe: jeder Zweite betroffen Ähnlich wirken sich Lieferengpässe aus. Nach den Ergebnissen der BWIHK-Umfrage berich- tet fast jedes zweite Unternehmen schon von Einschränkungen. Heftig ist es unter anderem am Hochrhein: „Öl und Gas werden bei uns nicht nur als Energie- und Wärmeträger benö- tigt, sondern auch als chemischer Grundstoff“, so Klodt-Bußmann. „Unsere Region ist mit der chemischen Industrie, dem Aluminiumcluster und der Kunststoff verarbeitenden Industrie stark von energieintensiv produzierten Vorpro- dukten abhängig und von gestiegenen Preisen Dieter Salomon Der Hauptgeschäfts- führer der IHK Südlicher Oberrhein unterstützt Unterneh- mer, indem er sie in Gremien und Arbeits- kreisen miteinander ins Gespräch bringt. Katrin Klodt-Bußmann und die IHK Hoch- rhein-Bodensee se- hen sich als Partner der Wirtschaft. „Als IHK bündeln wir Wissen und Er- fahrung.“ Fotos: Adobestock.com/Anselm, IHK Hochrhein-Bodensee; IHK Südlicher Oberrhein Wir halten, was wir bauen Für uns beginnt jedes Projekt mit einem Gespräch und dem Verständnis für Ziele, Verantwortung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Wir planen, koordinieren und realisieren bis zur Schlüsselübergabe.

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