Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 02/26 - Hochrhein-Bodensee

Wirtschaft im Südwesten 2/2026 65 mänien oder Indien verlagert ist – das kommt nicht zurück. Das weiß auch Thomas Albiez, der als Hauptgeschäftsführer der IHK Schwarz- wald-Baar-Heuberg die Entwicklungen rund um Aesculap und die Zusatzvereinbarungen bei anderen Betrieben genau im Blick hat. „Die vom Staat gesetzten Rahmenbedingungen für unsere Industriebetriebe stimmen einfach nicht mehr“, sagt Albiez. „Wir als Kammer helfen mit unserer Expertise und unserem Netzwerk wo wir können, während wir auf die richtigen Entscheidungen der Politik hoffen. Dass aber im Kleinen gelingt, was auf der politischen Bühne unmöglich erscheint, das macht Hoffnung für die Zukunft unserer Wirtschaftsregion.“ Zudem verbesserten sich durch günstigere Arbeits- kosten die Chancen auf signifikante Umsätze in neuen, beziehungsweise wiederentdeckten Aesculap baut weiter auf Tuttlingen: Nach dem Mehrzweckgebäude 7.1 (oben) investiert der B.Braun-Konzern 90 Millionen Euro in eine Technology Factory, die 2027 fertig sein soll. Möglich macht das eine Betriebsvereinbarung mit zwei Stunden wöchentlicher Mehrarbeit der Beschäftigen. Fotos: Aesculap; IG Metall; IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Standortfragen? Die IHK hilft! Nutzen Sie das Netzwerk der IHK rund um das Thema Standortpolitik: Bereichen wie der Verteidigungstechnik. „Die Betriebe in unserer Region sind gut aufgestellt, um auch in diesem Bereich zu reüssieren“, sagt Albiez. „Wenn es mit Zusatzvereinbarungen ge- lingt, hier die Wettbewerbsposition weiter zu verbessern, ich würde das sehr begrüßen.“ Dass das Pforzheimer Abkommen auch in an- deren Branchen Schule macht – da will sich vor allem Gewerkschaftler Bleile nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. „Abkommen nach diesem Muster könnten sich auch in anderen Branchen lohnen, das ist durchaus vorstellbar“, sinniert Bleile. Noch aber ist es nicht so weit und dass er als aktiver Gewerkschaftler noch erlebe, wie sich Verdi mit Not leidenden Kom- munen auf Mehrarbeit für Kindergärtner oder Mitarbeiter in der Stadtverwaltung einige – das glaubt er eher nicht. Auch wenn dort genauso der Kittel brennt… Ulf Tietge

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