Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe 02/26 - Hochrhein-Bodensee

werk über klassische Branchengrenzen hinweg Zugang zu technischem Know-how und ist Bindeglied zwischen Wirtschaft und Wissen- schaft. Rund 500Mitglieder aus Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Institutionen, wie etwa die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, bei der auch die Geschäftsstelle des Vereins verortet ist, haben sich die Sicherung ihrer technologi- schen Führungsrolle zum obersten Ziel gesetzt. meinschaft für Hightech-Unternehmen. Inno- vatoren, Entwickler, Start-ups und Forschungs- partner werden dort einziehen, um Zukunft buchstäblich Tür an Tür zu entwickeln. Moder- ne Labore, flexible Unternehmensflächen und ein alltäglicher Austausch schaffen ein Umfeld, in dem neue Technologien nicht nur erprobt, sondern in konkreten Anwendungen weiter- gedacht werden. „Transformation bleibt hier keine abstrakte For- derung, sondern wird zu einem konkreten, an- wendungsnahen Prozess“, sagt Herrlich. Das Vias stärke die Attraktivität des Standorts für innovative Unternehmen und Fachkräfte und schaffe die Voraussetzungen dafür, dass neue Ideen in der Region entstehen und auch wach- sen können. Dieser Geist findet sich auch bei Technology- Mountains wieder. Seit 2005 schafft das über- regionale Technologie- und Innovationsnetz- Geschäftsführerin Daniela Jardot beschreibt das Netzwerk als Motor und Möglichmacher. Als Plattform, auf der mittelständische Unter- nehmen, Forschungseinrichtungen und Insti- tutionen gemeinsam handeln und voneinander profitieren. „Gerade in unserer mittelständisch geprägten Region liegt eine enorme Stärke in hochspezialisierten, oft familiengeführten Un- ternehmen mit großer Innovationskraft, teilwei- se Weltmarktführer oder Hidden Champions.“ Alle würden vor ähnlichen Herausforderungen stehen – vom steigenden Innovationsdruck über Digitalisierung, Transformation bis hin zu Fachkräftemangel. Ein Netzwerk wie Technolo- gy-Mountains schaffe hier einen entscheiden- den Mehrwert: Es verbindet Kompetenzen, re- duziert Silodenken und ermöglicht es, schneller und effizienter auf Veränderungen zu reagieren. „Innovation entsteht heute selten isoliert. Sie entsteht im Austausch. Genau diesen Aus- tausch organisieren und fördern wir gezielt und machen damit die Region auch überregional sichtbarer.“ Tüfteln und neu denken Auch Carolin Deberling, IHK-Vizepräsidentin und Geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur Gruppe Drei, bestätigt: „Die Stärke der Region liegt im Miteinander – und genau davon profitieren wir seit vielen Jahren.“ Villin- gen-Schwenningen sei kein anonymer Wirt- schaftsraum, sondern ein Netzwerk, in dem man sich kennt, austauscht und aufeinander vertraut. Und noch mehr: Die Region habe den Anspruch, sich aus sich selbst heraus weiter- zuentwickeln. Das Tüfteln, das permanen- te Hinterfragen und Neu-Denken sei in der Unternehmer-DNA verankert. Dabei sei die industrielle Tradition alles andere als ein Hin- tergrundrauschen: „Sie ist unser Fundament.“ Branchen wie Feinmechanik, Automotive oder Medizintechnik hätten über Jahrzehnte eine Kultur geprägt, in der Präzision, Ingenieursden- ken und Qualität selbstverständlich sind. Und genau das sei mit ein Grund, warum der Umzug der 1989 gegründete Marken- und Kommuni- Fotos: WIR VS GmbH; Gruppe Drei Wirtschaft im Südwesten 2/2026 57 Im Laufe der Zeit: Schwenningen, einst württembergi- sche Uhrenmetropole, ist heute vor allem geprägt von Unternehmen der Elektro-, Messgeräte- und Uhren- industrie sowie aus dem Bereich Dienstleistung. Carolin Deberling ist Vizepräsidentin der IHK Schwarzwald- Baar-Heuberg und Chefin der Agentur Gruppe Drei. Gefragt nach der Stärke der Region nennt sie vor allem das Miteinan- der, wovon Unterneh- men profitieren.

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