Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 1/2026 59 Foto: Adobe Stock/Ipsimus N ein, Lörrach ist keine Vorstadt von Basel, auch wenn es ein bisschen so wirken mag. Die Schweizer Metropole ist gerade mal ein paar Kilometer von der deut- schen Mittelstadt entfernt, die Grenze nur ein paar Schritte, die Bebauung ist fließend. Basel ist quasi der hippe Nachbar von gegen- über, ein weltweit führender Life-Sciences- Cluster, bedeutender Messestandort und Bankenplatz. Die Schweiz zählt zu den wett- bewerbsfähigsten und stabilsten Volkswirt- schaften weltweit. Faktoren, von denen Lörrach indirekt profitiert, gegen die sich der Wirt- schaftsstandort aber auch behaupten muss. Die Stadt liegt im unteren Wiesental, im Drei- ländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz, ist inzwischen auf mehr als 50000 Einwohner gewachsen und die größte im gleichnamigen Landkreis. Mit der Nachbarstadt Weil am Rhein bildet Lörrach ein gemeinsames Oberzentrum. Lörrach galt lange als unschöne Grenzstadt, ist dem aber entwachsen und hat sich städte- baulich und strukturell stark gewandelt. Auch wirtschaftlich geht was in der Stadt: Den Wirt- schaftsstandort prägen besonders die Cluster Gesundheit und Einzelhandel sowie namhafte Namen wie Milka - der Lebensmittelriese Mon- delez zählt zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Neues Zentralklinikum eröffnet 2027 Den Gesundheitssektor werde die Inbetrieb- nahme des neuen Dreiland-Klinikums noch weiter anschieben, sagt Marion Ziegler-Jung, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförde- rung. Das neue Zentralklinikum soll Stand jetzt im Frühjahr 2027 eröffnet werden. Rückläufig ist dagegen der Anteil der Beschäftigten im produzierenden Bereich. Viele Jahre war die Textilindustrie ein wichtiger Wirtschaftszweig in Lörrach, hat dort jedoch, wie deutschland- weit, unter dem Druck der internationalen Konkurrenz an Bedeutung eingebüßt. Doch es gibt auch Überlebende der Krise: Einzelne Betriebe wie Technische Textilien Lörrach oder die Oberbadische Bettfedernfabrik haben sich erfolgreich in Nischen positioniert. „Ermutigende Impulse“ kommen laut Ziegler- Jung auch aus den Bereichen Maschinenbau und Metallverarbeitung. Mittelständler wie das Automotive-Unternehmen A. Raymond, NSI-Präzisionsdrehteile und der Maschinen- hersteller Kaltenbach, der jüngst eine neue Produktionsstätte eröffnete, haben 2025 in den Standort Lörrach investiert. Raum und Netz- werk für Gründer bietet darüber hinaus das In- novationszentrum Innocel. Lörrach und die hohen Löhne Firmen fühlen sich alsowohl in Lörrach, obwohl die Nähe zur Schweiz es den Unternehmen nicht immer leicht macht. In der Schweiz liegt das Lohnniveau deutlich höher als in Deutsch- land, so dass der Schweizer Arbeitsmarkt sehr attraktiv für Arbeitnehmer aus Lörrach ist. „Dies erschwert die Rekrutierung und Bindung

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