Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

125 Jahre Hansgrohe Die erste Handbrause mit unter- schiedlichen Strahlarten, die erste ausziehbare Küchenarmatur oder die erste Duschstange – dafür ist Hansgrohe bekannt. In diesem Jahr blickt der Schiltacher Armatu- renhersteller auf 125 Jahre Unter- nehmensgeschichte zurück. Heute beschäftigt Hansgrohe rund 5000 Mitarbeiter weltweit, davon etwa 3400 in Deutschland, und erzielte 2024 einen Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. 200 Jahre Sparkasse Die Sparkasse Freiburg‑Nördlicher Breisgau feiert ihr 200‑jähriges Bestehen. Nach mehreren Fusio- nen gehört sie mit knapp 1000 Mitarbeitern, einer Bilanzsumme von 8,4 Milliarden Euro und einem betreuten Kundenvolumen von 16 Milliarden Euro zu einem der größten selbstständigen Kredit- institute in der Region. Aktuell in- vestiert die Sparkasse 23 Millionen Euro in die Modernisierung des Finanzzentrums Emmendingen. Stiegeler wächst weiter Der Internetanbieter Stiegeler meldet für 2025 einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro, ein Umsatzplus von rund 15 Prozent zum Vorjahr und rund 10000 neue Kunden. Mit Investitionen von rund sieben Millionen Euro habe Stiegeler den Glasfaserausbau im Südwesten weiter vorangetrieben. Umsatzplus für Testo Der Messtechnik-Hersteller Testo mit Hauptsitz in Titisee-Neustadt bilanziert eigenen Angaben zufol- ge ein solides Geschäftsjahr 2025, mit einem Wachstum vor allem im Ausland. Der Konzernumsatz der Firmengruppe (37 Tochtergesell- schaften, 4000 Mitarbeiter welt- weit) stieg von 466 Millionen Euro auf 493,6 Millionen Euro – ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber 2024. KEHL. Die Badischen Stahlwerke (BSW) haben auch ihr erstes Jahr nach der Gründung der neuen RSE-Gruppe mit Sitz in Almelo, Nieder- lande, mit einem Millionenverlust abgeschlos- sen – und das trotz hoher Auslastung der Pro- duktion. Die neue gemeinsame Holding Reinforcing Steel Europe B. V. ist entstanden aus dem Zu- sammenschluss der Van-Merksteijn-Gruppe und der Südwest-Gruppe mit den Badischen Stahlwerken in Kehl und dem Moselstahlwerk in Trier. Die beiden Partner gehören laut BSWzu den führenden Unternehmen im europäischen Markt. „Durch die Zusammenführung stellen wir uns breiter und stabiler auf“, schreibt BSW- Geschäftsführer Florian Glück. „Wir agieren jetzt als europäische Einheit mit Standorten in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich.“ Das habe auch für die Badischen Stahlwerke Vorteile: „Das größere Absatzpoten- zial der Gruppe sichert uns bei der BSW eine hohe Auslastung der Produktion. Der Walz- draht, den wir in Kehl produzieren, wird kom- plett innerhalb der Gruppe weiterverarbeitet. Ein wichtiger Schritt, umdie BSWzukunftsfähig aufzustellen.“ Dennoch war auch 2025 für die BSW schwierig. Florian Glück: „Unser Absatz- markt, insbesondere der Wohnungsbau, ist weiterhin das Sorgenkind in Deutschland und Europa. Der Wohnungsbau bleibt deutlich hin- ter den politischen Zielen zurück. Das reduziert die Nachfrage nach unserem Hauptprodukt Betonstahl erheblich.“ Verluste im dritten Jahr in Folge BSW zufolge setzen weltweite Überkapazitä- ten und immer mehr günstige Importen aus Nicht-EU-Ländern den europäischen Stahl- markt unter Druck. Zudem drücken schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie etwa hohe Energiepreise und die schwache Bau- konjunktur auf die Ertragslage. 2024 endete der Datenplattform Northdata zufolge mit rund 1,1 Milliarden EuroUmsatz und 26,8 Millionen Euro Verlust. Das habe sich fortgesetzt: „Selbst bei nahezu durchgängigerWerksauslastung haben wir auch 2025 Verluste geschrieben – das drit- te Jahr in Folge.“ Weiter orange-rote Zahlen Kurz notiert Badische Stahlwerke Verluste trotz voller Auslastung: Auch als Teil der niederländischen RSE-Gruppe leiden die Badischen Stahlwerke weiter unter schwierige Rahmenbedingungen und schreiben Verluste. Wirtschaft im Südwesten 1/2026 55

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