Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 1/2026 28 Smarter produzieren Wie nutzen Industrieunternehmen künstliche Intelligenz konkret – und was bringt’s wirklich? Die Simon Group aus Aichhalden zeigt, wie sich KI gewinnbringend einsetzen lässt – mit weniger Kosten, mehr Wertschöpfung, höherer Produktivität und Entlastung für die Mitarbeiter. KI konkret Rottweil. Ein großer Maschinenbauer, etwa 700 Mitarbeiter. Werke in den USA und China, Um- satz 2025: rund 300 Millionen Euro. Investitionen: nach einem Jahr amortisiert Bei Simon hat man bereits 2023 begonnen, erste KI-Werkzeuge in der Programmiersprache Python zu implementieren. Beteiligt waren die Unternehmensbereiche Produktion, Energie- management, Labor, Einkauf, Vertrieb und En- gineering. Mittels KI wurden unter anderem im Einkaufsprozess Angebote ausgewertet und im Vertrieb erstellt. Im Bereich Hartmetall-Sinte- rung wurde die Produktionsplanung optimiert, um Energie einzusparen. Ein eigenes Werk- stoff-KI-Modell generierte neue Werkstoffkon- zepte unter Berücksichtigung der Expertise im Unternehmen. Das hat sich gelohnt, berichtet D ie erste Test-Phase für künstliche In- telligenz (KI) ist vorbei. Immer öfter gewinnen echte firmenspezifische Anwendungen in der Industrie an Fahrt. Doch nur wenige Firmen reden darüber. „Chat GPT und Co. nutzt jeder. Aber KI in der Produktion, in der Logistik oder in anderen Unternehmens- bereichen – das wird meist noch sehr rudimen- tär behandelt. Und man spricht nicht drüber, weil es noch nicht perfekt implementiert ist“, sagt Daniela Jardot, Geschäftsführerin beim Verbund Technology-Mountains und Team- leiterin Innovation und Technologie bei der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. „Dennoch gibt es bereits Unternehmen, die man hier durchaus als Vorzeigeunternehmen nennen kann.“ Eines davon, das auch darüber spricht, ist die Simon Group aus Aichhalden im Landkreis Geschäftsführer Tobias Hilgert: „In Summe ha- ben wir Einsparungen realisiert, die unsere In- vestitionen in die KI-Aktivitäten bereits im ers- ten Jahr mehr als amortisiert haben. Darüber hinaus fanden wir Lösungen für Probleme, die mit rein menschlicher Arbeitsweise nicht ge- funden worden wären. KI und menschliche Ex- pertise haben sich dabei perfekt ergänzt.“ Organisatorisch ist der Bereich KI bei der Simon Group direkt der Geschäftsführung unterstellt – in Form einer KI-Abteilung mit drei Mitarbeitern. Als Multiplikator dient ein interdisziplinärer KI-Arbeitskreis, der sich aus 14 Mitarbeitern sämtlicher Unternehmensbe- reiche zusammensetzt und wöchentlich aktiv ist. So sollen zum Beispiel mögliche Projekte im Unternehmen identifiziert und an die KI-Abtei- lung zur Umsetzung weitergegeben werden. Fotos: Simon Group

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