Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'26 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
Foto:s Jigal Fichtner Das GründerzentrumGrünhof sollte in einer di- gitaler werdenden Gesellschaft von Anfang an als haptischer Ort und Anlaufpunkt für Gründer dienen, den es in Freiburg so noch nicht gab. „Co-Working war zu der Zeit noch ein junges Pflänzchen“, sagt Jonathan Niessen, einer der geschäftsführenden Gesellschafter. Das Er- gebnis war ein Co-Working-Space inklusive dem Café Pow fürs einfache Kontakten. Pri- vat bezahlt von den beiden Gründern Hagen Krohn und Martina Knittel, anders als zum Bei- spiel das über eine Stiftung finanzierte Offen- burger Gründerzentrum Flow 1986 (WiS 12/25). Grüne Beschleunigung Der Grünhof lief gut an und parallel baute das stetig wachsende Team ein Förderprogramm speziell für Green-Tech-Start-ups auf. Spätes- tens jetzt zeigte sich: Der NameGrünhof könnte passender kaum sein. „Dann kamen zwei Dinge, die uns sehr nach vorne katapultiert haben.“ Zum einen 2018 die Lokhalle, für die die Wirt- schaftsförderer der FreiburgWirtschaft, Touris- tik und Messe (FWTM) einen privaten Betreiber suchte. Ein „mega Gewinn, weil wir endlich im Co-Working einen superattraktiven Ort hatten“. Zum anderen startete das Land einen Förder- aufruf für Start-up-Acceleratoren. Das Grün- hof-Förderprogramm bekam den Zuschlag und seither ist Smart Green einer der wenigen Start-up-Beschleuniger in der Region, der Green-Tech-Start-ups deutschlandweit mit Kapital, Know-how und Kooperationen mit dem Mittelstand anschiebt. „Unsere Rolle ist schon auch eine Art Wirt- schaftsförderung“, sagt Niessen. „Wir brauchen diese neuen Unternehmen, die dann irgend- wann mal der neue Mittelstand werden. So hält man die Wirtschaft jung und innovativ.“ Durch den Fokus auf Green-Tech kann der Grünhof mit Detailwissen und einem länderübergrei- fendes Green-Tech-Netzwerk punkten. Das hilft den Start-ups genauso wie dem Gründer- zentrum, denn als es 2016 losging, war Smart Green mit seiner Arbeit noch ziemlich allein. Inzwischen sind viele Player auf dem Markt, die Konkurrenz um Fördergelder, Start-ups und Un- ternehmens-Kooperationen groß. „Das ist gut“, sagt Niessen. „Es belebt das Geschäft.“ Endgültig rund wurde das Ganze dann mit dem Social Innovation Lab, einem Förderprogramm für social Businesses und einem Verein als ge- meinnützigem Träger. Denn man fand, es brau- che nicht nur grüne Innovationen, um Gesell- schaft undWirtschaft voranzubringen, sondern auch soziale. Auslastung ist Voraussetzung 2021 kam dann der Co-Working-Space am Au- gustinerplatz dazu und war ziemlich schnell ausgelastet. „Das ist wichtig für unser Ge- schäftsmodell. Es funktioniert nur, wenn wir eine hohe Auslastung haben“, sagt Jonathan Niessen. Die Remote-Arbeiter sind seit Coro- na eine schnell wachsende Kundengruppe, aber auch die Teambüros sind beliebt, es gibt eineWarteliste. Anders als beimGewerbemiet- vertrag, der oft für mindestens fünf Jahre ge- schlossen wird, liegt die Kündigungsfrist beim Grünhof-Konzept bei ein paar Monaten. Ideal für schnell wachsende (oder sich verkleinern- de) Teams. Sie können auch innerhalb des Grünhofs umziehen oder erweitern. Um die Ausstattung muss sich auch keiner kümmern: Möbel sind da, ebenso Bildschirme, Internet, ein Drucker und eine Küche. So bleiben die einen zwei, die anderen viele Jahre. So wie Wetell, beispielsweise. Das Start-up für nach- Damit lässt sich arbeiten: Die Räume im Geschäftshaus am Augustinerplatz wurden vor dem Einzug des Grünhofs von Jobrad genutzt. Wirtschaft im Südwesten 1/2026 12
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