Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'26 - Hochrhein-Bodensee
Hochrhein-Bodensee 1/2026 38 Mehr Mut, weniger Bremse Unter dem Motto „Zukunft, Aufbruch und Perspektiven für die Wirtschaft“ trafen sich insgesamt rund 1000 Gäste bei den Neujahrsempfängen der IHK Hochrhein-Bodensee in Schopfheim und Konstanz. IHK-Neujahrsempfänge Im Zentrumdes IHK-Neujahrsempfangs in Kon- stanz stand, „mit Realismus und mit Zuversicht auf die Wirtschaft zu blicken“, betonte Haupt- geschäftsführerin Katrin Klodt-Bußmann bei ihrer Begrüßung. Mit der Nähe zur Schweiz zeige sich täglich, wie bedeutend Vernetzung für Wachstum ist. Auch IHK-Präsident Thomas Conrady ging auf Eindrücke und Impulse aus dem Kontakt mit unterschiedlichen Unterneh- men und aus grenzüberschreitendem Aus- tausch ein. Sein Plädoyer: „Lassen Sie uns als Antwort auf German Angst die German Zuver- sicht leben: Offenheit für Neues, gelebter Opti- mismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt.“ Das Undenkbare wagen Als Gastredner im Bodenseeforum in Konstanz war Henning Vöpel zum IHK-Neujahrsempfang gekommen. Vöpel ist Direktor des Centrums für Europäische Politik und Professor für Volks- wirtschaftslehre an der BSP Business and Law School. Er öffnete unter der Überschrift „Das Undenkbare wagen – Aufbruch in eine neue Zeit“ unterschiedliche Perspektiven auf Verän- derung. „Die Politik allein kann den Umschwung nicht schaffen“, sagt Vöpel. „Wandel findet letzt- lich immer durch Menschen und in Unterneh- men statt. Sie brauchen dafür aber wieder mehr Freiheit und weniger Kontrolle. EineWiederbe- lebung des Unternehmertums ist der Schlüssel dafür, wieder mehr Mut zum Risiko und Lust auf Innovation in die Gesellschaft zu bringen.“ Gastrednerin des Neujahrsempfangs in der gut besetzten Schopfheimer Stadthalle war Unter- nehmerin und Speakerin Isabel Grupp-Kofler. Sie machte trotz der schlechten Stimmung in der Wirtschaft klar: „Wir haben so viele Mög- lichkeiten.“ Anstatt über Einschränkungen zu diskutieren, solle man „lieber gestalten“. Jeder habe die Chance, Dinge zu ändern. Dafür sei man doch Unternehmer: „Wir müssen Orien- tierung geben. Wir haben doch eine Stimme!“ Dazu gehöre auch, unbequeme Meinungen zu äußern oder Dinge in Frage zu stellen. „Wer sich traut, Haltung zu zeigen, bekommt Gegenwind. Aber wer sich duckt, verändert einfach gar nichts.“ Und genau darum gehe es doch. Wenn alle Zahnräder greifen Zudem plädierte sie für einen anderen Ansatz, wenn es um Hierarchien in Unternehmen gehe: „Leadership verändert sich. Es muss nicht im- mer top down sein. Die Leitung ist das Herz, der Rest dreht sich drumherum.“ Ihre Aussage un- termalte sie mit einem Räderwerk, das nur funk- tioniert, wenn alle Zahnräder sinnvoll greifen. Beide Redner erhielten regen Beifall. In den anschließenden Gesprächen bei Häppchen und Getränken war herauszuhören, dass hier spannende Impulse gesetzt wurden. Genau dafür ist ein Neujahrsempfang da: Mit frischen Ideen ins Jahr zu starten. mrk/jb Foto: IHK Hochrhein-Bodensee/Oliver Hanser Neujahrsempfang in Konstanz: IHK-Hauptgeschäftsführerin Katrin Klodt-Bußmann, Redner Henning Vöpel und IHK-Präsident Thomas Conrady Empfang in Schopfheim: Thomas Conrady, Isabel Grupp-Kofler und Katrin Klodt-Bußmann (v. l.)
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