Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'25 - Hochrhein-Bodensee
In der industriellen Energiewende klat eine enorme Lücke – darin sind sich Lars Amsbeck und Frederick Lessmann einig. Überall dort, wo es um Prozesswärme über 1000 Grad Celsius geht. „Die industrielle Prozesswärme insgesamt ist für 20 Prozent der globalen CO 2 -Emissionen verantwortlich. Und die Hälfte davon fällt in Prozessen an, die Temperaturen oberhalb von 1000Grad Celsius benötigen“, erklären die bei- den Gründer von Hyperheat in Oenburg. Doch bisher bot sich Unternehmen für die De- karbonisierung nur die Wahl zwischen grünem Wassersto oder CO 2 -Speicherung. „Beides extrem teuer.“ Genau hier setzte das 2023 ge- gründete Unternehmen an – mit der Entwick- lung „einer robusten, e§zienten und kosten- günstigen Technologie, um nicht nur einzelne Öfen, sondern ganze Industriesektoren zu elektri¯zieren“. Was kompliziert klingt, ist über- raschend einfach: Hyperheat ersetzt die großen Erdgasbrenner in Industrieöfen durch extrem robuste elektrische Heizsysteme. „Im Prinzip Vom ersten Entwurf bis zum Ende des Lebens- zyklus elektronischer Produkte: Querdenker Engineering ist dabei. Was den Spezialisten für kundenspezi¯sche Elektronik- und Soft- waresysteme ausmacht, ist laut Gründer und Geschäftsführer Florian Seibold folgende Kombination: „Einerseits leben wir Innovation und Technologie. Andererseits sind wir ein überschaubar großes Team mit sehr hohem Know-how, sodass wir agil und kostene§zient arbeiten können.“ So entstehen Produkte, die die Time-to-Market-Zeit für Auftraggeber re- duzieren. Aktuell besteht sein Team aus 22 Mitarbeitern, mit denen jährlich etwa 20 Ent- wicklungsprojekte umgesetzt werden. Der Kundenstamm umfasst Start-ups und größere mittelständische Unternehmen. funktioniert das wie ein gigantischer Föhn oder Toaster, nur, dass er bis zu 2000 Grad Celsius erzeugen kann.“ Damit können Unternehmen ihreÖfen vollständig elektri¯zieren oder exibel zwischen Stromund Erdgas wechseln – je nach Der heute 36-Jährige hat Querdenker Enginee- ring 2014 gegründet, komplett selbst¯nanziert. Und den Namen damals bewusst ausgewählt, anhand der ursprünglichen Bedeutung des Begris „Querdenker“: „Menschen, die late- ral denken und somit Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und diese Sichtweisen strukturell in die Lösungs¯n- dung einbeziehen“, erklärt Seibold. „Das ist eine notwendige Tugend von Ingenieuren und Ent- wicklern – in Zeiten von KI-Assistenz wird das für eine herausragende Produktqualität ver- mutlich noch entscheidender.“ Die Ziele des Unternehmens für die Zukunft sind klar: gute Produkte und Dienstleistungen entwickeln. „Wir sind selbst gespannt, wohin uns diese Reise führt.“ Susanne Ehmann Preis – und so sofort CO₂ sparen und Kosten senken. Hyperheat arbeitet mit zwölf Mitarbei- tern im Flow ’86. Umsätze generiert das Unter- nehmen bereits, konkrete Zahlen verraten die Gründer aber nicht. Daniela Santo Alles nur heiße Luft Lateral gedacht, gut entwickelt Von der Idee bis zum Produktlebenszyklus-Ende verbindet Querdenker Engineering Know-how mit einer Denkweise, die Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Hyperheat aus O enburg Querdenker Engineering aus O enburg Wie elektriziert man eine Industrie, in der es mehr als 1000 Grad Prozesswärme hat? Als Antwort auf diese Frage haben Lars Amsbeck und Frederick Lessmann 2023 Hyperheat gegründet. Spannender Karriereweg: Florian Seibold hat früher bei Porsche und BSH gearbeitet. Wirtschaft im Südwesten 12/2025 61 Heiß auf hohe Temperaturen Frederick Lessmann (l.) und Lars Amsbeck revolutionieren die Welt der Industrie- wärme – da passt es, dass die beiden vor Oenburgs altem Kesselhaus stehen…
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