Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'25 - Hochrhein-Bodensee
Wirtschaft im Südwesten 12/2025 58 Oenburgs erste Adresse für junge Unternehmer Hohe Räume, gute Aussichten und Schwarzwald-Tanne als Werksto: das neue Oenburger Existenzgründer- zentrum – mitgetragen über die Stiftung Technologie und Wirtschaft auch von der IHK – bietet gute Be- dingungen für junge Unternehmen. Vermietet werden ganze Etagen, kleine Büros, einzelne Schreibtische und Event¢ächen wie die Dachterrasse. verzögert. Und genau das ist mit der Stiftung als Träger und einer sauberen Finanzierung eben nicht der Fall. 150000 Euro von der Stadt Dass es gar nicht so einfach ist, die Sinnhaf- tigkeit von Wirtschaftsförderung zu erklären – diese Erfahrung hat Florian Appel aber auch schon gemacht. Zuletzt ging es im Gemein- derat darum, ob die Stadt die Arbeit von Black Forest Innovation und des Teams im Flow mit jährlich 150000 Euro unterstützt. Viel Geld aus Sicht der Gemeinderäte – aber angesichts von jährlich >100 Millionen Euro Gewerbesteuer? „Naja, es gibt nicht so vieleUnternehmer imGe- meinderat“, sagt Appel dazu. „Aber ich glaube, dass man in den nächsten Jahren schon mer- ken wird, welcheChancen das Canvas-Areal für die Entwicklung der ganzen Stadt bietet.“ „Canvas-Areal“ meint in Oenburg den Be- reich rund um den denkmalgeschützten alten Schlachthof. Gleich westlich vom Mühlbach und nur ein paar Schritte vom Bahnhof und der Innenstadt entfernt. Auch Sevdesk hat hier sein neues Hauptquartier gebaut, denn das Viertel hat einfach Charme. Beim alten Technologie- park, dem TPO, war das anders: weit draußen im Industriegebiet gelegen, eigentlich nur mit dem Auto zu erreichen, architektonisch nicht sehr inspirierend. Insofern war es eine glückli- che Fügung, als Edeka das Areal kaufen wollte und so den Weg frei machte für den Bau des neuen Flows. „Es ist jetzt ein ganz anderer Vibe“, schwärmt Appel. „Früher haben wir Leute dafür bezahlt, im TPO einen Vortrag zu halten. Heute können wir Miete verlangen, wenn hier zu Vor- trägen eingeladen wird, weil die Räumlichkeiten so attraktiv sind.“ Das Flow hat eine ziemlich coole Dachterrasse mit Blick über die Stadt und auf den Schwarz- wald, es gibt große und kleine Konferenzräume mit wirklich moderner Technik und sogar einen Spiel- und Aufenthaltsraum für Kinder. Kann ja sein, dass in der Kita mal wieder Not am Mann ist oder Mama und Papa als jungeUnternehmer noch was fertig machen müssen. Und die nächste Ausbaustufe im Flow? In Zu- sammenarbeit mit der Lebenshilfe soll ein kleines Café mit gastronomischem Angebot dazukommen. Mittagstisch mit Pasta, Salat, Paninis. Zudem setzt Appel auf Kooperationen, auf Austausch. Mit anderen Starthilfegebern wie Baden Campus, mit Events wie dem Hacka- thon oder dem Black-Forest-Accelerator-Pro- gramm. Über die gibt es sogar ein Stipendium mit kostenfreiem Co-Working-Space, obwohl Geld allein für viele Gründer gar nicht so aus- schlaggebend ist. Appel: „Uns geht es darum, Leute zu fördern. Sei es mit informellen Tipps an der Kaeemaschine oder mit dem Flow als repräsentativer Umgebung, wo man Kunden, Kooperationspartner oder Mitarbeiter für seine Idee begeistern kann. Das ist es, was Dynamik schat.“ Ulf Tietge Florian Appel, Black Forest Innovation „Ich glaube, dass man in den nächsten Jahren schon merken wird, welche Chancen das Canvas-Areal für die ganze Stadt bietet.“ Mehr über das Flow 1986 Als Heimat für Innovation und Technologie versteht sich das Flow 1986 mit dem Team von Black Forest Innovation um Florian Appel. Mehr dazu: Fotos: Jigal Fichtner
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