Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'25 - Hochrhein-Bodensee
Wirtschaft im Südwesten 12/2025 52 Die Handelsentwicklung in Baden-Württem- berg ist positiv. Vor allem die Kaufkraftbindung, ein wichtiger Indikator, ist wieder auf dem Vor- Corona-Niveau angekommen. Darauf verweist Manfred Schnabel, Vize-Präsident des baden- württembergischen Industrie- und Handels- kammertags (BWIHK) anlässlich der Vorstellung des „Rezeptbuchs für eine attraktive Innen- stadt“. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass viele Innenstädte an Anziehungskraft und Frequenz verloren haben. Umso wichtiger ist die Arbeit der Innenstadt- berater in den IHKs geworden. Seit 2021 gibt es diese vom Land geförderte Unterstützung. Aus deren Erfahrung und gestützt durch eine Befragung von rund 14000 Passanten in mehr als 120 Städten zwischen 5000 und 50000 Einwohnern entstand nun ein Rezeptbuch. Es listet nicht nur die – aus Sicht der Innenstadt- berater – relevanten Zutaten für eine attrakti- ve City auf, sondern gibt auch Handlungsan- weisungen. Gerichtet ist es an alle, die bei der Belebung ihrer Innenstadt mitwirken wollen: Einzelhandel, Gastronomie, Verwaltung, aber auch Kanzleien, Praxen oder soziale Institutio- nen. Denn Entwicklung gehe nur gemeinsam, machen die Autoren deutlich. Ausgemacht wurden sieben Grundzutaten, darunter Ambiente, Sicherheit und Sauberkeit, Angebot und Erlebnisse, sowie acht Stadttypen wie die lang gestreckte Innenstadt, die Stadt im Speckgürtel oder mit historischer Altstadt. Dar- auf basierend wurden Rezepte geschaen, die Zutaten und Stadttyp zusammenbringen. Wich- tig ist dabei zusätzlich, wer alles „mit am Herd steht“. Auch hier hilft das Rezeptbuch weiter, in dem es alle Köche und ihre möglichen Aufga- ben auistet. Patrick Merck Nur beste Zutaten Für attraktive Stadtzentren braucht es gute Zutaten – und die sind jetzt in einem Rezeptbuch der baden-württembergischen IHKs zu nden. Innenstadtentwicklung Foto: Ideogram.ai (KI-generiertes Bild) ESCHBACH. Der Logistikspezialist Dachser in- vestiert weiter in den Standort Südbaden und erweitert seine Kapazitäten im Gewerbepark Breisgau deutlich. In Eschbach, direkt neben der bestehenden Niederlassung, entsteht der- zeit eine moderne, rund 3200 Quadratmeter große gekühlte Umschlaghalle für die Lebens- mittellogistik. Gleichzeitig schat Dachser auf mehr als 2700 Quadratmetern zusätzliche Fläche für den Umschlag von Industriegütern. Dachser beschäftigt weltweit rund 37000 Mit- arbeiter. Der Jahresumsatz des Logistikunter- nehmens liegt bei acht Milliarden Euro. ds Eschbach wird zur Drehscheibe Richtfest bei Dachser Erfolgsrezept Für eine attraktive Innen- stadt braucht es die rich- tigen Zutaten und Köche – hierbei soll das neue IHK-Rezeptbuch helfen. FREIBURG. Die Industrie in Baden-Würt- temberg spürt die immer strenger werdenden chinesischen Exportbeschränkungen auf Sel- tene Erden zunehmend. In einer Umfrage des WVIB berichten 85 Prozent der Unternehmen von Auswirkungen – 39 Prozent sogar von star- ken oder sehr starken Belastungen. Lediglich 15 Prozent sehen sich bislang nicht betroen. Hintergrund ist die Dominanz Chinas auf dem Weltmarkt: Über 90 Prozent der globalen Pro- duktion Seltener Erden stammen aus der Volks- republik. Die seit dem Frühjahr mehrfach ver- schärften Exporteinschränkungen führen zu spürbaren Folgen im Südwesten: Lieferzeiten verlängern sich, Preise steigen, einzelne Lie- ferungen bleiben aus. Besonders hart trit es Branchen, die Metalle für Magnete, Motoren und Halbleiter benötigen. Nur ein Drittel der Unternehmen verarbeitet Seltene Erden direkt. Viele aber sind indirekt abhängig: 72 Prozent setzen Produkte ein, die Seltene Erden enthalten – etwa Neodym, Ytt- rium, Samarium oder Gallium. Um die Lage ab- zufedern, bauen 38 Prozent der Firmen Vorräte auf, 13 Prozent suchen neue Lieferanten und fünf Prozent versuchen, auf alternative Mate- rialien auszuweichen. China bedroht Südwest-Firmen Umfrage des WVIB Das Rezeptbuch für gesunde Citys Hier geht‘s zum „Rezeptbuch für eine attraktive Innenstadt“ – ent- standen aus 14000 Befragungen:
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