Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'25 - Hochrhein-Bodensee

Hochrhein-Bodensee 12/2025 32 Die Sinne ansprechen Serdar Kokal setzt auf einen anderen Sinn als das visuelleWahrnehmen. Bei ihm geht es ums Riechen: „Duft war für mich schon immer wich- tig. Duft scha‡t Präsenz.“ Nach mehreren Jah- ren als angestellter Manager nahm sich Serdar Kokal eine Auszeit, um anschließend seine Lei- denschaft in einem kleinen Laden umzusetzen. Vor wenigen Wochen ö‡nete Nischengold in der Konstanzer Innenstadt zum ersten Mal. Der Name ist Programm. Serdar Kokal setzt auf be- sondere und exklusive Düfte aus allen Regio- nen der Welt. Die Preise rangieren zwischen 80 und 900 Euro pro Flakon. Serdar Kokal und sein kleines Team setzen auf intensive Beratung und Ausprobieren. „Düfte durchlaufen mehrere Stadien, wenn man sie aufgetragen hat. Das sollte man bei der Aus- wahl einfach wissen und sich Zeit lassen, bevor man sich entscheidet.“ Der Anfang ist vielver- sprechend. An manchen Tagen hat sich vor dem Ladengeschäft sogar eine Schlange gebil- det. „Mein Ziel ist es, Menschen zu ‚ihrem‘ Duft zu verhelfen. Das geht nur, wenn man miteinan- der ins Gespräch kommt, und dafür braucht es Raum“, sagt der 43-Jährige. Todtnau hat weder Hafen noch Münster, setzt als Gemeinde allerdings auch auf Tourismus. Der Luftkurort unterhalb des Feldbergs lockt vor allem Aus–ügler und Outdoorbegeister- te an. Für Keller Bürsten ein Grund, hier aktiv zu werden. Die Geschichte der Bürstenfabrik reicht mehr als 150 Jahre zurück – man fühlt sich dem Heimatort verbunden. Es entstand ein kleiner Laden mit eigenen Produkten und hochwertigen Souvenirs: Todtnow Concept. Das Projekt liegt in den Händen von Luca Soukup. Wer hier reinkommt, darf die Bürsten und andere Artikel nicht nur anschauen. „An- fassen ist de®nitiv erlaubt“, sagt die 26-Jährige. Schließlich gehe es bei Bürsten um das Gefühl auf der Haut und in der Hand. Auf dem großen Tisch in der Ladenmitte liegen Haarbürsten in den verschiedenen Formen und Designs, dazu kleine Feger für den Tisch, Frühstücksbrettchen aus Holz und Dinge, die Touristen mit dem Schwarzwald verbinden. Sie wollen förmlich berührt und in die Hand ge- nommen werden. „Das Berühren, das Anfassen ist wichtig.“ Und dabei bleibt es meist nicht. „Oft kommt man darüber in ein Gespräch über Bürsten, den Schwarzwald oder Todtnau“, sagt Soukup. „Dafür nehmen wir uns dann auch gern Zeit, denn das scha‡t Verbundenheit.“ O‰ine schlägt online „Bei jedem ‚echten‘ Einkauf nimmt man er- zählenswerte Geschichten mit“, sagt Victoria Arens, Innenstadtberaterin bei der IHK Hoch- rhein-Bodensee. Sie entwickelt gemeinsammit Unternehmen Konzepte, um die in den Online- handel abgewanderte Kundschaft wieder für den stationären Handel zu begeistern. „Alle Be- triebe und Kommunen, die die Weiterentwick- lung ihrer Innenstadt gezielt angehen möchten und für neue Impulse o‡en sind, dürfen sich gerne an uns wenden“, ergänzt IHK-Handels- referent Eckhart Fink. Patrick Merck „Ein gutes Schaufenster verkauft keine Produkte, es erzählt Geschichten und weckt Emotionen.“ Diana Mosler, Visual Merchandiserin Schaufenster-Pro”s: Ansprechende Schaufenster spielen für Christian (v. l.), Veronika und Judith Keemss vom Bekleidungshaus Schmidt Arkaden eine zentrale Rolle, um Kunden zu gewinnen. Wie das aussehen kann, zeigt eine Schaufenster-Gestaltung von Visual Merchandiserin Diana Mosler (r.). IHK-Ansprechpartner Victoria Arens, Projektleitung Innenstadtberatung 07531/ 2860-132 victoria.arens@konstanz.ihk.de Fotos: Patrick Merck; Diana Mosler

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