Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 -Südlicher Oberrhein

Südlicher Oberrhein 11/2025 46 Visualisierung: Meurer Architektur Lahr sucht Macher Die Ortenau feilt an ihrer Start-up-Landschaft. Die Stadt Lahr gibt derzeit besonders Gas, dort entsteht ein Innovationszentrum für Industriebetriebe. Dafür zuständig ist der neue CEO Tobias Fischer. Innolab33 in Lahr D eutschlands Start-ups ballen sich – an- ders als die Hidden Champions – leider nicht am Hochrhein, sondern in Nord- rhein-Westfalen. Gegründet wird gern in Berlin, in Bayern und dann erst im Ländle. Doch die Ortenau legt nach. In Offenburg zielt man mit dem TPO-Nachfolger Flow 1986 auf Gründer aus den Bereichen IT, KI, Biotech und Medien, in Lahr schafft man eine neue Heimat für das produzierende Gewerbe. Mit Tobias Fischer setzt die Stadt fürs neue Gründerzentrum In- nolab33auf dem Flughafengelände auf einen CEOmit Drive. Fischer war drei Jahre an der Offenburger Hochschule Dozent für Strategieentwicklung und viele Jahre Unternehmensberater. Er hatte Führungspositionen in Ortenauer Industrieun- ternehmen inne und soll nicht einfach noch ei- nen Co-Working-Space erschaffen – das wäre zu wenig: „Ich will die bodenständigen Macher und Innovatoren haben.“ Für die Sanierung des Gebäudes in der Rainer-Haungs-Straße stehen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die brauche es für Versorgungsleitungen, für schnelles In- ternet, Kühlwasser, Druckluft oder Starkstrom und für einen Boden, der auch schwerwiegen- de Maschinen oder Roboter aushält. Hand in Hand arbeiten „Wer Gründer im Bereich Produktion, Technolo- gie und Wertschöpfung voranbringen will, darf sich nicht auf potenzielle Unicorns konzentrie- ren und auch nicht Innovatoren aus jeder Bran- che zu sich bitten“, ist Fischer überzeugt. Des- halb bekennt er sich bereits heute dazu, dass er einem kreativen Start-up zur App-Entwick- lung eher das Offenburger Schlachthof-Areal empfehlen würde. Für seinen Beritt wünscht er sich eher den Industrie- beziehungsweise Technologie-Gründer, denn: „Wir kommen als Wirtschaftsregion nicht voran, wenn wir uns gegenseitig dieGründer wegnehmen, sondern wir sollten steuern, welcheGründer wo die bes- ten Voraussetzungen für ihre Entwicklung fin- den und als Gründer- und Innovations-Helfer in der Region Hand in Hand arbeiten.“ Aus Lahr für die Region Dass Gründer mit einer industrie- und produk- tionsnahen Dienstleistung nach Lahr kommen sollen, findet auch der Schwanauer Unterneh- mer Martin Herrenknecht richtig. Der Ingenieur und Entrepreneur aus Schwanau war einst selbst Gründer und beteiligt sich nun mit sei- ner Verwaltungsgesellschaft am Gründerzent- rum: „Unsere Region lebt von Machergeist und Ingenieurskunst. Mit dem Innolab33 geben wir jungen Gründern dieChance, aus Ideen hand- feste Innovationen zu entwickeln – und so die Wirtschaftskraft unserer Region weiter zu stär- ken.“ Ähnlich sieht das Brigitta Schrempp, Ge- burtshelferin des Innolab33, IHK-Vizepräsiden- tin und Geschäftsführerin von Schrempp EDV: „Wir stecken in anspruchsvollen Zeiten, in de- nen die einzige Lösung ist, ins Tun zu kommen. Wir müssen handeln, um Gründer und junge Menschen und deren Innovationsfähigkeit zu unterstützen und ihnen die richtigen Rahmen- bedingungen verschaffen“. Beteiligt sind auch die Volksbank Lahr über ihre Tochter Blackvrst Equity, die Stadt Lahr mit 33,5 Prozent sowie das Industrie- und Gewerbe- zentrum Raum Lahr GmbH (IGZ) mit 33,5 Pro- zent. Folgerichtig lautet der Claim zu Beginn des Gründerzentrums auch „Aus Lahr für die Region“. Und damit sind ebenso die Unterneh- men angesprochen, die die neu entstehenden Räume dazu nutzen können, ein Team an etwas völlig Neuem außerhalb des eigenen Tagesge- schäftes arbeiten zu lassen. So ist Fischer auch mit Organisationen wie Zukunft.Raum.Schwarz- wald, Nectanet, dem Campus Schwarzwald in Freudenstadt, dem Baden Campus in Breisach oder dem Black Forest Innovation Team in Of- fenburg vernetzt. Seine Philosophie: „Wir müs- sen Menschen verbinden!“ Doris Geiger Raum für Innovation: Das Innolab33 soll vor allem dem produzierenden Gewerbe eine Heimat bieten. Das Gebäude in der Rainer-Haungs-Straße in Lahr wird für 1,5 Millionen Euro saniert. Tobias Fischer darf das Lahrer Gründerzentrum Innolab33 entwickeln, wo vor allem indust- rielle Start-Ups eine neue Heimat finden sollen, während man in Offenburg auf Bio- tech, IT und Medien im Flow1986 setzt

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