Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wie wir die Lage sehen Großartig in Sachen Lebensqualität, aber ausbaubar in Sachen Infrastruktur, Wohnraum und Human Resources: Die neue Standortumfrage der IHK zeichnet ein realistisches Lagebild vom Südwesten – mit Licht und Schatten. Neue Standortumfrage der IHK Foto: www.stock.adobe.com/ contrastwerkstatt 07 D ie Wirtschaft im Südwesten hat keine flächendeckend guten Standortfakto- ren mehr. An zu vielen Stellen zeigen sich rote Flecken auf der Heat Map der 2025er Standortumfrage der Industrie- und Handels- kammern im Südwesten, an der sich so viele Unternehmer wie noch nie beteiligten. Mehr als 1700 Unternehmer haben ihre individuel- len Standortfakten in 40 Kategorien bewertet. Verkehr und Infrastruktur, Kosten und Entwick- lungsflächen, Arbeitskräfte und deren Qualifi- zierung, Wirtschaftsförderung und Verwaltung sowie die Lebensqualität imSüdwesten wurden mit Noten zwischen eins (sehr gut) und fünf (sehr negativ) bewertet. Die Standortumfrage ist damit „das aggre- gierte Bauchgefühl“ vieler Unternehmer, sagt Freiburgs IHK-Vize Alwin Wagner: „Man sieht genau: Wo drückt der Schuh? Dieses objek- tive Bild sehr vieler subjektiver Eindrücke ist als wirklich verlässliche Datengrundlage wich- tig für zielgerichtete Entscheidungen.“ Und genau darum geht es den Kammern: Um das Wissen, wo man helfen muss. Um Prioritäten, um Klarheit, um Transparenz. „Man sieht bei der Standortumfrage sehr gut die Komplexität von Standortpolitik“, sagt Philipp Hilsenbek von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. „40 Stell- schrauben, dazu die Bewertung der Relevanz: So entsteht ein sehr realistisches Bild von der tatsächlichen Lage.“ Was Hilsenbek nicht sagt, aber meint: Wie wohltuend es ist, dass bei der Standortumfrage nicht der lauteste Populist Gehör findet oder der am besten vernetzte Po- litiker seine Themen setzen kann, sondern die Wirtschaft klipp und klar zum Ausdruck bringt, wie es um den Standort steht. Unternehmer bleiben optimistisch Die gute Nachricht dabei: Die Wirtschaft im Südwesten glaubt weiter an die eigene Zukunft. „Die Aussichten werden bei uns immer besser bewertet als die Lage“, sagt Wagner. „Aber es gibt einfach viel zu viele rote Punkte und das zeigt, wie viel Arbeit wir noch vor uns haben.“ Als Interessenvertretung aller Betriebe wird die Wirtschaft im Südwesten 11/2025
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