Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 11/2025 69 Moderner Co-Pilot für Digitale Anleitungen tepcon GmbH | Obere Wiesen 9 | 78166 Donaueschingen | Tel. +49 771 8983-260 | contact@tepcon.de | tepcon.de Mit integrierter KI erstellt der tepcon Inhalte noch schneller und intelligenter. feststellen“, berichtet der Geschäftsführer von Visco Jet Rührsysteme. Auch ihm sind die fi- nanziellen Risiken ein Dorn im Auge. „Letztlich läuft es meistens auf einen Kompromiss hinaus, mit dem alle leben können; ohne dass die Kos- ten für den Rechtsstreit explodieren.“ Das kann zum Beispiel durch einen Briefwech- sel auf Eigentümer- oder Geschäftsführer- ebene in die Wege geleitet werden, berichtet Wilhelm Hahn. Er hat Mitarbeiter und externe Partner, die auf Messen oder mit Hilfe von KI- Tools online nach Schutzrechtsverletzungen suchen – und immer wieder fündig werden. Das kann auch mal bei einem deutschen Discoun- ter sein. Hahn: „Wir hatten den Fall, dass ein Anbieter einen Bit 1:1 nachgebaut hat: gleiche Form, gleiche Funktionen und auf den ersten Blick nicht unterscheidbar.“ Auch hier kames zu einer außergerichtlichen Einigung. Teuer und aufwendig „Der Aufwand für Unternehmen ist sehr hoch“, sagt Christoph Ludewigt über die Anmeldung eines Patents. Denn das Verfahren muss in der Regel durch interne oder externe Fachkräfte begleitet werden. Es geht also schnell ummeh- rere Tausend Euro. Drei Patente hat Viscojet in den vergangenen fünf Jahren angemeldet: Die Kosten lagen jeweils zwischen 30000 und 40000 Euro bis zur Erteilung, zuzüglich „der jährlichen Gebühren zur Aufrechterhaltung“. Ob sich das rechnet? Viscojet-Geschäftsführer TimoWeber: „Man muss die Produkte anschlie- ßend entsprechend vermarkten, um einen Re- turn zu bekommen.“ Einen anderen Weg hat Bacher Edelstahl ein- geschlagen. „Wir haben in früheren Jahren sowohl Gebrauchsmuster als auch Patente angemeldet.“ Aktuell verzichte man allerdings darauf, erläutert Mario Bacher. Und das hat einen Grund: „Man muss schon ziemlich viel offenlegen. Das heißt, Wettbe- werber können theoretisch genau die Lücken in unserer Patentanmeldung finden, um sie für sich zu nutzen.“ Stattdessen setzen die Stocka- cher Edelstahlspezialisten auf eine hohe Kun- denbindung, auf Geheimhaltungsklauseln und eine sehr kleine Nische. Für seine Bertriebs- größe „läuft das gut“, fasst er zusammen. „Wenn es aber mein Ziel wäre, das Unternehmen mal zehn zu skalieren, dann würde das wahrschein- lich so nicht mehr funktionieren.“ Patrick Merck Mario Bacher, Geschäftsführer der Bacher Edelstahlverarbeitung „Patente anmelden? Dafür muss man viel offenlegen. Wir setzen lieber auf Geheimhaltungsklauseln und Nischen.“

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