Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'25 -Schwarzwald-Baar-Heuberg

Schwarzwald-Baar-Heuberg 11/2025 44 So geht Effizienz Neue Mitarbeiter schnell und effizient einzulernen, ist wichtiger denn je – für den Mitarbeiter und das Unternehmen. Wie künstliche Intelligenz dabei unterstützen kann, erläutert IHK-Dozent Timon Dürr. Onboarding mit KI W enn Mitarbeiter effizient eingelernt werden, finden sie sich schnell in den Prozessen und Gepflogenhei- ten des Betriebs zurecht. Dann können sie ef- fizient arbeiten. Ein perfektes Onboarding zielt nicht nur darauf ab, neue Kollegen willkommen zu heißen, ihre Motivation zu fördern und sie schnell produktiv zu machen, sondern auch langfristig an das Unternehmen zu binden. In vielen Unternehmen sind Mentoren, die lange Jahre im Betrieb sind, für diese Prozesse zu- ständig. „Das geht auch mit KI“, sagt Timon Dürr, Dozent an der IHK-Akademie und beratender Businesspartner für KI-Anwendungspraxis. Produktiver in kürzerer Zeit „Das Onboarding ist entscheidend für den Wissens- und Kulturtransfer innerhalb einer Organisation“, so Dürr. Traditionell gleiche der Prozess oft einem „ins kalte Wasser werfen“. „Dadurch gehen aber wertvolle Potenziale und Zeit verloren. Und zum Teil auch die Motivation der neuen Mitarbeiter“, sagt Dürr. Mit KI-ba- sierten Methoden könne mehr Produktivität in kürzerer Zeit erreicht werden. „Im Grunde erfahren neue Mitarbeiter eine Miniausbildung, bei der sie auf ihre Stelle ein- gelernt werden. Das in jedemUnternehmen in- dividuell“, erklärt Dürr. Hinzu komme, dass man Mentoren benötigt, die diese Aufgabe über- nehmen. „Doch wenn ein erfahrener Mentor ein Unternehmen aufgrund seines Ruhestands verlässt, geht wichtiges Wissen verloren“, macht Dürr deutlich. Unabhängiger von Wissensträgern Wer den Onboarding-Prozess mit Hilfe der KI gestalte, sei unabhängiger. Zudem könnten sich die neuen Mitarbeiter, da sie nicht auf die Zeitfenster der Mentoren angewiesen sind, selbst, schnell und effektiv mit ihrer neuen Stelle beschäftigen. „Ein gut funktionierendes Wissensmanagement ist die Voraussetzung dafür“, weiß Dürr. Wenn die KI mit eingebunden wird, dann geht es darum, Wissen zu generie- ren, zu speichern und schließlich zu lehren, so dass der Mitarbeiter seine Aufgaben umsetzen kann.“ Eigene GPTs oder Agenten werden gebaut, die die neuen Teammitglieder individuell unter- stützen. In interaktiven Sessions wird ein indi- vidueller Aktionsplan zur Implementierung von KI erarbeitet. Vor allem für Bürotätigkeiten sei diese Form des Onboardings optimal. Sie funk- tioniere aber auch in der Fertigung und jedem anderen Gewerk. Dafür könne man speziell Fotos und kurze Videoclips hinterlegen. „Vor allem für hochspezialisierte Unternehmen ab etwa 30 Mitarbeiter ist das Onboarding mit KI besonders geeignet“, sagt Dürr. Stefanie Siegmeier Echter Praktiker Timon Dürr kommt aus dem Handwerk. Das sichert seinen Praxisbe- zug im Umgang mit KI. Foto: Timon Dürr Info Akademie-Angebote Sie möchten einen individuellen Überblick über die Angebote erhalten? Dann melden Sie sich bei unserem Beratungsteam, 07721/922-200 oder akademie@vs.ihk.de . Die IHK Akademie Schwarzwald-Baar- Heuberg begleitet Betriebe und ihre Mit- arbeiter individuell bei der Entwicklung: mit Lehrgängen zur höheren Bildung, mit Zertifikatslehrgängen und Seminaren. Einen Überblick gibt es hier:

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